Camino Sanabres I
26 de mayo de 2024, España ⋅ ☁️ 10 °C
Ich stehe so früh auf wie schon lange nicht mehr. In der traditionellen Jakobsweg-Herberge gibt es von ca. 6:30 bis 7:00 Uhr Frühstück. Kekse, Brotscheiben, Marmelade, ein kleines Küchlein, Kaffee und dazu wie gestern beim Abendessen klassische Musik: Vivaldi, etwas aus der Carmina Burana, An der schönen blauen Donau erkenne ich. Auf die strikten Zeiten und die Atmosphäre der (klassischen) Herberge muss man sich einlassen. Sicherlich nicht für jeden etwas. Ich finde es aber ganz schön, und durch das frühe Aufstehen kann man in den ruhigen und kühlen Morgenstunden fahren – zusammen mit den Abendstunden häufig die schönste Zeit. Außerdem hat man zum Mittag dann schon einiges geschafft. Nur das Herbergsfrühstück hält nicht wirklich lange vor. Nach einer Stunde knurrt mir der Magen. Im kleinen Dorf ‚Camarzana de Tera‘ kaufe ich Baguette, Süßkram und zwei riesige Empanadas (für 8 €). Als ich aus der Bäckerei trete, spricht mich ein Spanier auf Deutsch an und lädt mich zu Kaffee und Tortilla ein. Er hat über 40 Jahre in Freiburg gelebt und gearbeitet, ist nun wieder in Spanien und kennt gefühlt jeden im Dorf. Die kleine Bar bzw. das Café, das wir besuchen, wimmelt von DorfbewohnerInnen – eine schöne Atmosphäre. Neun Cafés habe es hier mal gegeben – vor Corona – jetzt seien es nur noch drei. Aber viele große Fiestas, die gäbe es hier noch immer.
Beim Verabschieden taucht noch eine Frau auf. Sie ist Deutschlehrerin und spricht dementsprechebd ebenfalls fließend Deutsch. Es ist immer wieder verrückt, wie viele Menschen man in den entlegensten Ecken oder Dörfern trifft, die etwas oder sogar sehr gut Deutsch sprechen.
Auf der Weiterfahrt treffe ich Hans aus der letzten Herberge und schiebe eine Weile neben ihm her. Ein flottes Tempo hat er drauf. Es ist ungefähr Mittag und nach 35 km hat er sein Tagesziel bereits erreicht. Ich fahre weiter und mache an einer Kapelle im Nirgendwo Mittagspause.
Am späten Nachmittag erreiche ich Asturianos. Die städtische Herberge schließt an eine Turnhalle mit Bar und einen Platz zum Tontaubenschießen an. Hier wird ordentlich geballert, aber halt vegan. Viel veganer als meine Empanada de Verduras, die sieht nämlich ganz schön pollo aus, schmeckt auch so und besitzt sogar Knorpel.Leer más










Viajero
In dreißig Jahren wird garantiert jemand auf dieses Bild schauen und Dich entgeistert fragen: "Du hattest mal einen Bart?" Glauben Sie mir, ich kenne das :-D