• Camino Sanabres III

    28 de mayo de 2024, España ⋅ ☀️ 24 °C

    Lubián - Laza

    Viele Straßen führen nach Galizien: eine Autobahn, eine Bundesstraße, eine alte Nebenstraße, ein Wanderweg und vermutlich noch ein paar Pfade. Die Camino-Radroute verläuft auf der fast nicht befahrenen Bundesstraße, trotzdem ist es etwas laut, da direkt nebenan die Autobahn verläuft. Daher entscheide ich mich, die Nebenstraße zu fahren und später auf dem Pass auf die Wanderroute auszuweichen. Letztere ist zwar etwas beschwerlicher und teilweise matschig, belohnt aber mit viel Grün und einigen Bergbächen.

    Im nächst größeren Dorf mache ich Mittagspause mit Brot und Keksen vom Bäcker und ein bisschen Gemüse. Hier hätte es sogar Roggenbrot gegeben 😍. Dummerweise sind meine Spanischkenntnisse jedoch nicht so ausgereift, das zu verstehen, und so hielt ich am Ende doch ein Weizenbrot in der Hand.
    Der Supermarkt war auch noch ein kleines Erlebnis für sich. Scheinbar hat man hier (und in vielen anderen Dörfern) den Dreh raus, auch in kleinen Dörfern alles für den täglichen Bedarf, aber auch den monatlichen oder jährlichen Bedarf anzubieten. Das Sortiment im Supermercado bestand nämlich nicht nur aus Lebensmitteln, sondern auch aus Drogerieprodukten, Saatgut, Töpfen, Pfannen, Eisenwaren und diversen Werkzeugen.
    Zeuge effizienter Konzepte für kleine, teils abgelegene Dörfer werde ich dann auch nochmal an meinem heutigen Ziel Laza. Die Herberge ist modern, frisch saniert und gleicht in ihrer Bauweise ein bisschen einem Schwimmbad. Wie häufig üblich, muss man sich an einem anderen Ort registrieren und den Schlüssel holen (meistens nur der/die erste PilgerIn, hier bekommt allerdings jeder einen Schlüssel). Dies kann eine Bar, ein Geschäft, die Touristeninformation oder wie hier die örtliche Polizei- und Feuerwehrstation sein. Jene sind zusammengelegt, haben ein kleines, aber auf den ersten Blick modernes, gut ausgestattetes Büro und kümmern sich freundlich um das Check-in der eintrudelnden Pilgerinnen und Pilger. Da könnte man sich in manchen deutschen Gemeinden eine Scheibe von abschneiden.

    Nach dem Check-in kaufe ich noch kurz im Supermarkt ein und bin wieder überrascht, dass der Besitzer einige Jahre in Deutschland gearbeitet hat und etwas Deutsch spricht. Ich wusste nicht, dass Arbeit in Deutschland so ein Ding für Spanier war. Zurück in der Herberge verkoche ich die Einkäufe direkt und sehe Christian, den ich an meinem ersten Tag auf dem Camino kennengelernt habe, wieder. Meine Workaway-Unterbrechung habe ich nun also wieder aufgeholt. Mal schauen, wen ich die Tage noch so treffe.
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