• Camino Sanabres VI

    31 de mayo de 2024, España ⋅ ☀️ 12 °C

    Morgens geht es direkt hoch hinaus. Schweißtreibend, aber dafür mit guter Aussicht auf das Kloster – schon ein imposantes Bauwerk.

    Im nächsten Dorf sind die Leute schon wach. Ein älteres Ehepaar ist fleißig dabei, ein schwarzes Geländer an ihrem Balkon zu schrubben. An einigen Stellen glänzt es auch schon wieder schön. Wer macht das heute schon noch? Vielleicht meine Großeltern zu Hause? Die haben allerdings kein schwarzes Balkongeländer, nur eins an der Haustürtreppe.
    Die nächsten Dörfer, die ich durchquere, sehen ziemlich verlassen aus. Dennoch bellen hin und wieder Hunde. Wohnen hier noch Menschen? Bestimmt nicht in allen Häusern, und dann muss es hier auch ziemlich einsam sein.
    Auf dem Jakobsweg ist es hingegen gar nicht mehr einsam, riesige Reisegruppen sind plötzlich unterwegs. Mit dem Fahrrad quetsche ich mich durch einen Pulk hindurch, der bestimmt zwei Busse füllen könnte. Es sieht mehr nach einem Spaziergang aus, viele der Gehenden haben nicht einmal einen Rucksack dabei oder nur einen ganz kleinen. Meine Verwunderung ist nur von kurzer Dauer, als ich ca. 3 km später in einem Waldstück eine Handvoll Menschen sehe, die ein großes Buffet aufbauen – wäre ich doch etwas langsamer gewesen, dann hätte ich bestimmt etwas abgreifen können.

    Der Rest des Weges geht dann relativ unspektakulär und hügelig weiter. Ich mache eine späte Mittagspause auf einer Pilgerbank, die ich im Anschluss für ein Nickerchen nutze, in einem schattigen Wäldchen. Im Anschluss beschließe ich, heute noch nicht bis Santiago zu fahren, sondern eine Herberge 15 km vor Santiago anzusteuern. So habe ich morgen mehr Zeit und eine ruhigere Ankunft am Ziel. Gute Wahl, denn erstens macht – ein paar hundert Meter vor der Herberge – mal wieder eine der Gepäckträgerösen schlapp und zweitens treffe ich so noch einmal Leute (Lotte und Aga) aus der ersten Pilgerwoche wieder.
    Leer más