? - Burela: Wie immer Glück im Unglück
6 de junio de 2024, España ⋅ ☁️ 17 °C
Der Tag begann ganz harmlos mit diesigem Wetter – fast wie bei uns oder in Großbritannien, nur wärmer. Nach einem Haferflockenfrühstück führte uns der Küsten-MTB-Weg mit grandiosen Aussichten weiter, erst oben auf der felsigen Küste, dann nach unten in ein mooriges Tal mit Fluss, einer geschlossenen Surferbar und geöffneten Toiletten – welch eine Erleichterung! Wie selbstverständlich eine adäquate Toilette doch im normalen Alltag ist und wie schnell man die Wertschätzung dafür verliert. Auf der Reise ist es jedes Mal eine unglaubliche Freude - sofern sie sauber sind.
Im Anschluss bewegen wir uns zum nördlichsten Punkt Spaniens. Bei unseren Wikipedia-Kurzrecherchen erklärt sich dann auch das Wetter: Die Gegend hier gehört mit 1500 mm Niederschlag zu den regenreichsten Europas.
Bei Schmuddelwetter geht es weiter durch Eukalyptusregenwälder (die Holzindustrie muss hier groß sein), an der Küste entlang und durch die eine oder andere Stadt mit bunten Häusern. Den Großteil der Strecke fahren wir leider auf einer größeren Straße, doch zumindest der Verkehr hält sich in Grenzen.
Und dann sind scheinbar nicht alle schlechten Dinge drei. Auf der Abfahrt in den Ort San Cibrao höre ich ein mir schon zu gut bekanntes Klappern, das nichts Gutes erahnen lässt. Wieder einmal (Nr. 4) hat sich eine Gepäckträgeröse verabschiedet. Diesmal die in Sevilla (schlecht) geschweißte. Gute 300 km hat sie gehalten. Es folgt eine kurze Beratung zum weiteren Vorgehen, denn diesmal habe ich keinen Joker mehr. Wir erkundigen uns nach einer Autowerkstatt und beginnen gerade, unsere Räder dorthin zu schieben, als uns nach 50 m ein kleiner Laden mit Fahrrädern, Rasenmähern, Schiffsmotoren und einer kleinen Werkstatt auffällt. Die Übersetzungs-App hilft aus, Schweißen ist möglich, in zwei Stunden (20 Uhr) soll das Rad fertig sein. Nach den letzten Erfahrungen beim Schweißer will ich eigentlich noch den Gepäckträger abbauen, das Rad abnehmen und noch ein paar Dinge erklären. Die Sprachbarriere lässt grüßen und so stehe ich zum Unbehagen des Werkstattbesitzers in seiner Werkstatt und gestikuliere mit meinen Händen im Takt zur Übersetzungs-App. Der Mann ist schließlich sichtlich erleichtert, als ich frage, ob noch etwas benötigt wird. „Nein“ und ein sich entspannendes Gesicht sind die Antwort. Das Unbehagen wechselt seinen Besitzer und mit einem mulmigen Gefühl verlasse ich die Werkstatt – hoffentlich geht alles gut.
Wir überbrücken die Zeit in einer Bar, leider nur bei einem Bier, Essen gibt es in allen Restaurants erst ab 20 Uhr.
Die zwei Stunden vergehen schnell und schließlich können wir das Rad abholen. Die Schweißnaht sieht ordentlich aus und ist deutlich massiver als die vorherigen. Nur das Gewinde der Öse scheint hinüber zu sein, doch da kann eine Mutter Abhilfe schaffen. Ich denke, ich kann zufrieden sein und bin relativ erleichtert.
Wir fahren noch ein paar Kilometer aus der Stadt hinaus und steuern den nächstbesten Übernachtungsplatz an. Es ist schon fast dunkel. Wir kochen noch schnell eine große Portion Nudeln, und dann geht's ab ins Zelt.Leer más








