Posada de Valdeon - ?: Verrückte
15 de junio de 2024, España ⋅ ⛅ 17 °C
Heute halten uns vermutlich alle für verrückt. Mit unseren vollgepackten Rädern fahren wir heute zwei Pässe, auf denen sonst nur Wanderer unterwegs sind, Jepp-Taxis Touristen in die Berge schaffen, Leute von der Seilbahn absteigen oder Quads und Motorräder hinauf- und hinunterpreschen. Natürlich sind wir aber nicht die einzigen Verrückten, ein paar Leute mit Fahrrädern begegnen uns auch, und Verrücktere gibt es sowieso immer, so auch heute.
Pass Nummer eins mit gut 800 hm Differenz bekommen wir, dank unseres frühen Aufbruchs, bereits am Vormittag absolviert. Die guten Straßenverhältnisse (Asphalt und feiner, fester Schotter) sowie moderate Steigungen spielen uns in die Karten. Die von Komoot vorgeschlagene Waldabfahrt mit überwiegend 16-30 % Gefälle umfahren wir dann lieber doch. Auf unserer Umgehungsroute gibt es eine kurze Pause mit Linsen und Milchreisresten von gestern. Als wir in Fuente Dé wieder eine Asphaltstraße erreichen, schlagen uns Reisebusse und geparkte Autos entgegen – hier ist die Seilbahnstation. Die Insassen der Fahrzeuge kommen uns beim Erklimmen des zweiten Passes entgegen und bekunden uns ihren „Respekt“, dass wir hier mit dem Fahrrad hochfahren. Vielleicht fragen sie sich auch einfach nur: „Warum?“. Das frage ich mich zumindest auf dem Abschnitt, der auf 3,5 km 480 hm hat. Ganz oben kann ich mir die Frage dann aber beantworten: Die Berge sind gigantisch, genauso wie die vielen grünen und weiten Bergwiesen mit tausenden (das ist vermutlich wirklich nicht übertrieben) Pferden, Kühen und Schafen. Ein Fohlen und seine Mutterstute (wie heißt das richtig?), galoppieren über die weiten Grashügel, es ist ein klasse Anblick und einfach schön, wie viel Platz die Tiere hier haben und wie frei sie sich bewegen können. Ob hier die Milch für den regionalen Käse herkommt, den es hier überall gibt?
Die Anfahrt hinunter ist dann relativ steinig und erfordert einiges an Konzentration und Bremsleistung. Vielleicht eher für Mountainbikes geeignet und nicht ganz optimal für unsere Räder. Doch dann – etwas weiter unten im Tal – treffen wir auf eine deutsche Familie. Drei Kinder zwischen zwei und sechs Jahren, ein Kinderfahrrad, ein Kindersitz, zwei Sattelsitze und zwei einfache, ganz normale Tourenräder (eines mit klasse DIY-Ständer) mit relativ dünner Bereifung. Sie sind dieselbe Steigung gefahren wie wir und dieselbe Abfahrt wie wir. Es geht eben immer irgendwie – krass! Wir halten ein langes und schönes Schwätzchen, bis wir uns verabschieden und weiter die Schlucht hinunterrollen. [1, der Familienreiseblog]
Am mittelspäten Abend stoßen wir dann mal wieder auf eine Straßensperrung. Statt 4 km müssten wir 20 km und 400 hm fahren, doch die Einheimischen versichern uns, dass man mit dem Fahrrad schon hindurchkommt. Die mit Ketten gesicherten Bauzäune sind auch kein Problem, die erste ist nur mit Draht fixiert und bei der zweiten Absperrung war wohl jemand anderes etwas ungeduldig und hat das Vorhängeschloss schon einmal zerlegt. Zuletzt hält die gesperrte Straße noch eine Überraschung für uns parat: Ein Rastplatz direkt an der Straße, da hier keine Autos vorbeikommen, ist optimal zum Übernachten geeignet. Unten an der Schlucht gibt es dann sogar noch eine super (kalte) Bademöglichkeit (Fotos morgen) – perfekt!
[1] clemensraiber.wordpress.comLeer más











ViajeroWow, sehr beeindruckende Bilder.
Viajero
Krass!