≈Rosolina - Cortellazzo: Inselhopping
August 9, 2024 in Italy ⋅ ☀️ 29 °C
Es war wieder mal ein guter Campspot. Tische, Bänke und eine ruhige Nacht (ohne laute Zikaden). Nur morgens weckten mich die Autos von der nahe gelegenen Straße auf. Doch so komme ich immerhin früh los.
Leider knackt es seit gestern Nachmittag und auch heute wieder etwas am Tretlager oder der Kurbel. Etwas störend, wo es sonst doch eine ruhige Morgenstimmung ist. Vermutlich ist es nur ein Metallspan, zumindest kommt mir das Geräusch bekannt vor und auch Christoph hatte mal darüber berichtet (Danke, das hilft nun 😉). Ich lege kurzerhand einen Stopp ein, schraube die Kurbel ab, reinige die Verbindung, fette neu, schraube alles wieder zusammen und habe von nun an Ruhe. Verrückt, dass ich auf dieser Reise schon häufiger meine Kurbel auseinandergebaut habe als die Reifen geflickt.😅
Ich passiere ein paar Fischerhütten und komme nach ein paar weiteren Kilometern im nächsten Café für den morgendlichen Cappuccino und Toilettengang an. Wie so häufig zu sehen, sitzt auch hier wieder eine große Gruppe älterer Männer einfach beisammen, teilweise minutenlang schweigend, dann sich unterhaltend oder Zeitung lesend und meist gar nichts konsumierend. Einzelne Männer ergänzen und verlassen die Runde, und ich frage mich, warum das hier (wie ja auch in Marokko) eigentlich so ein Männerding ist.
Nach dem Café geht es weiter nach Chioggia, was bereits etwas wie ein kleines Venedig aussieht. Von hier will ich die Fähre durch die Lagunen nehmen. Drei Fährfahrten (Chioggia - Pellestrina - Lido - Punta Sabbioni) und gadt dreißig Euro. Ich überlege lange, ob mir es diesen überteuerten Preis wert ist (für Leute aus der Region kostet es ein Drittel). Am Ende beiße ich in den sauren Apfel. Die Alternative wären 100 km außen rum, größtenteils auf Straße. Am Ende ist es auf jeden Fall eine schöne Strecke und ich kann mich zudem daran erfreuen, wie viele Fahrradfahrende (wenn auch mit hyperschnellen E-Bikes) hier unterwegs sind - auf den kleinen Inseln vermutlich praktischer als ein Auto. Außerdem treffe ich noch Mattia, der mit einem Kumpel einen Wochenendausflug mit dem Rad macht. Bevor die beiden weiter zu seinem Häuschen in (oder heißt das auf?) Venedig fahren, geht es noch gemeinsam an den Strand, wo sich die Menschen Mühe geben, kreative Shelter aus Strandgut zu bauen.
Der letzte Fahranleger in Santa Maria Elisabetta auf Lido gleicht eher einer Bus- oder U-Bahnstation. Im Minutentskt legen hiet Boote an und ab für die Weiterfahrt nach Venedig oder auf die anderen Inseln.
Wieder auf dem Festland angekommen, muss ich mich dann sputen. Es ist schon etwas später, die Sonne geht hier inzwischen bereits gegen 20:30 Uhr unter, und es ist immer noch sehr touristisch, was die Schlafplatzsuche schwieriger macht. In herrlicher Sonnenuntergangsstimmung fahre ich in die Nacht hinein, verpasse einen halbwegs guten Spot am Rande eines Maisfeldes, durchquere ein eingezäuntes Waldgebiet und dann die nächste Stadt, Jesolo. Ich ärgere mich, dass ich mich nicht neben dem Maisfeld niedergelassen habe, dort wäre man zumindest etwas sichtgeschützt gewesen. Als ich bereits im Dunkeln eine Mautbrücke (Fahrräder kostenlos) überquere, frage ich die beiden Brückenwärter, ob es hier einen Platz gäbe, wo ich mein Zelt aufschlagen könnte. Es folgt eine kurze interne Diskussion, in der ich nur animali raushöre und einwerfe: „Animali, no problem“ (was sicherlich mehr Englisch als Italienisch ist). Nach kurzem Überlegen schnappt sich einer der beiden eine große Taschenlampe und führt mich zu einem Feldweg, wo ich im Rhythmus der Volksmusik aus dem nächsten Dorf mein Zelt aufschlagen kann. Wie mir noch erklärt wird, wächst auf dem Feld neben mir Soja. Das muss ich mir morgen noch einmal im Hellen anschauen – schließlich habe ich Soja noch nie live wachsen sehen!Read more










