• Huch schon Kroatien: Bilanz Slowenien

    17. august 2024, Kroatien ⋅ ⛅ 34 °C

    Podlog - Slunj

    Beinahe hätte ich heute die Grenze verpasst, oder anders gesagt, ich fragte mich, was das denn für ein Gebäude mitten in Slowenien sei, das aussieht wie eine Grenzstation. Es waren wohl nicht mehr so viele Kilometer bis zur Grenze gewesen, und trotz eher holpriger, aber durch schöne Natur führender Radwege war ich plötzlich schon in Kroatien.

    Der Radweg hier führte vorwiegend über wenig befahrene und asphaltierte Nebenstraßen, vorbei an etlichen snackbereiten Pflaumenbäumen. Leider schlug nach dem Grenzübertritt aber auch das Müll-in-der-Umwelt-Barometer wieder häufiger aus. Auffällig waren zudem viele Grabsteine mit Todesjahren von 1991 bis 1995 an den Straßenrändern. Zusammen mit überdurchschnittlich vielen Männern höheren Alters (≈50+), denen mal ein Bein oder Arm fehlte, traurige Zeugen des Kroatienkrieges bzw. der Jugoslawienkriege. Ob die alten verfallenen und nun auffällig vielen neu gebauten Häuser ohne Fassade ebenfalls damit zusammenhängen, bleibt ungeklärt.

    Andrej, den ich bei einem Bier kennenlerne, sagt allerdings, dass es hier vor 10 Jahren noch katastrophal (ich nehme an, die wirtschaftliche Lage) war und jetzt (mit dem Tourismus) langsam besser werden würde. Der Tourismus scheint inzwischen tatsächlich auch hier angekommen zu sein, insbesondere in Form von Rafting und Kajaking. Dies spiegelt sich, wie ich später feststelle, auch in den Preisen für Campingplätze bzw. Camper wider: 15 Euro auf einer Wiese mitten in der Stadt (Slunj) oder 35 Euro etwas außerhalb. Ein Hotel unten am Fluss soll auch gebaut werden, und jemand anderes würde einen Glampingplatz eröffnen.
    Ich habe die böse Vorahnung, dass man sich hier vielleicht viel verspricht, am Ende bzw. in ein paar Jahren aber nur einige wenige glückliche Grundstücksbesitzer und Hoteliers profitieren und die Landschaft genauso verschandelt wird und dieselben Probleme auftreten wie an den Mittelmeerküsten und Touri-Hotspots dieser Welt.
    Andrej spricht übrigens ein bisschen Deutsch, weil er in einer Tunnelbaufirma in der Schweiz arbeitet. Acht Tage arbeiten, sechs Tage frei in Kroatien und tatsächlich eine ganz solide Bezahlung. Dennoch denke ich, dass er ganz schön am Malochen ist. Der Tourismustraum mit aufstrebender Wirtschaft in der Heimat klingt dann natürlich wirklich gut.

    Bilanz Slowenien:
    Es war nur ein kurzer Aufenthalt, und den Norden des Landes habe ich gar nicht gesehen. Das, was ich sah, gefiel mir sehr gut. Die Fahrradinfrastruktur war klasse, genauso wie das Angebot an geschichtlichen und naturwissenschaftlichen Informationstafeln, die meistens auch ins Englische übersetzt waren.
    Wichtig ist übrigens immer, etwas Bargeld dabei zu haben. Häufig kann doch nicht mit Karte bezahlt werden.

    Kaputgegangen/Ersetzt: Fahrradständer
    Essen: Eine Komposition aus italienischer, österreichischer und balkan Küche. Ŝtrudelj und Burek sind sehr zu empfehlen:)
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