Bellend, regnerische Begrüßung
18. august 2024, Bosnien-Hercegovina ⋅ ☀️ 25 °C
Slunj - Bihać
Da ich gestern weder 35 noch 15 Euro für einen Caravanplatz ausgeben wollte, stand mein Zelt am Ende unter einer Laterne zwischen einer Neben- und Bundesstraße. Ungeeignet zum Kochen wurden schließlich nur zwei Möhren, Brot und Kichererbsen aus der Dose verzehrt. Sicherlich einer der schlechtesten Spots, zwar mit Erlaubnis eines Anwohners, aber wenn man sich durch notwendige Ohropax nicht mehr auf sein Gehör verlassen kann, fühlt es sich einfach nicht gut an – zumal in so exponierter Lage. Ob man mir wohl alles aus dem Zelt klauen könnte, ohne dass ich aufwachen würde?
Auf jeden Fall führt der Schlafplatz wieder zu einem frühen Aufbruch. Obwohl die Straße als Fahrradweg deklariert ist, gibt es wohl wenig, was weniger als Fahrradroute geeignet wäre. Unzählige Autos und LKWs (obwohl es früh und Sonntag ist) und kein Seitenstreifen. Stattdessen etliche Schilder mit der Aufschrift „rooms“, „zimmer“, „apartments“. Es ist unglaublich touristisch hier bzw. werden hier wohl die Touristen untergebracht. Gut angebunden durch die Straße ist man sowohl schnell in Richtung Meer, Berge oder Zagreb unterwegs.
Nach gut 20 km bin ich erleichtert, endlich auf die Straße nach Bosnien abbiegen zu können. Hier finde ich auch noch ein authentisches Café, in welchem ich für rekordverdächtige 4 Stunden mit den nichtgeschriebenen Findpenguins aufräume, WLAN genieße und die wichtigsten Elektrogeräte abschließend voll lade (Problem: Solarpanel und Geräte werden in der Sonne so heiß, dass sie nicht mehr ordentlich laden (oder es ist irgendetwas anderes, was ich noch nicht geblickt habe)).
Nach dem Durchprobieren verschiedener Kaffeearten breche ich auf nach Bosnien. Der Grenzübertritt klappt – durch Verwarnungen aus Theos Reisblock problemlos (nicht alle Straßen sind für Nicht-Locals passierbar) – Dankeschön :)
In Bosnien werde ich direkt von drei Hunden, die Fahrräder nicht zu mögen scheinen und einem kräftigen Gewitter begrüßt. Glücklicherweise kann ich unter dem Dach eines Supermarktes unterstellen und vertreibe mir nach ca. 45 Minuten Regen und Mittagessen die Zeit damit, zu schauen, was es hier so zu kaufen gibt. Ein bunter Mix aus westeuropäischen und bosnisch/"türkischen" Produkten und deutschen Elektrogeräten.
Als der Regen nachgelassen hatte, fuhr ich die letzten Kilometer bis Bihać. Auffällig waren vermehrt totgefahrene Tiere auf der Fahrbahn, Streuner und viele deutsche und österreichische Kennzeichen. Es schien sich bei ihnen allerdings gar nicht so häufig um Urlauber zu handeln, sondern um Leute, die in Deutschland oder Österreich lebten und arbeiteten und zum Familienbesuch nach Hause fuhren. Zumindest deuteten die Beobachtungen und Gespräche vor dem Supermarkt darauf hin.
Nachdem ich in Bihać einen anderen Radfahrer aus Berlin getroffen und von ihm ein Hostel empfohlen bekommen habe, beschließe ich nach reiflichem Überlegen aufgrund des immer noch angesagten Gewitters hier zu bleiben. Mein Körper freut sich über die erste richtige Dusche seit ca. 3 Wochen und das erste richtige Bett nach ca. 5 Wochen. Wobei ich wohl erst morgen beurteilen kann, wie erfreulich Letzteres war.Læs mere












Rejsende
Ich kaufe ein "h"
Rejsende
Nun werden Sie mal nicht unappetitlich, Herr K., das kostet Sie womöglich Leser und/oder Leserinnen ;-)