Caféstadt
1 September 2024, Montenegro ⋅ ⛅ 23 °C
Heute soll es früh losgehen. Wir verschieben das Frühstück und packen direkt alles zusammen. Trotzdem brauchen wir gut 45 Minuten, um loszukommen. Die Montenegriner hier sind auch schon wach und schwer am Arbeiten. Drei schwere Baustellen-LKWs fahren auf der Wiese hin und her und laden Aushub am Wiesenrand/Flussufer ab – gemischte Gefühle.
Die Straße nach Kolašin fährt sich trotz Sonntagvormittag aufgrund des vielen Verkehrs etwas unentspannt. Nach einer guten Stunde ist diese allerdings auch geschafft und wir erreichen die Stadt, die im ehemaligen Jugoslawien die höchste Cafédichte mit genügend Sitzplätzen für alle Einwohner besaß. Bessere Gegebenheiten für ein Frühstück lassen sich wohl kaum finden und so bestellen wir im Koniba Nišavić traditionelle Popara (ähnlich wie die Polenta vor ein paar Tagen, eine Art Auflauf aus Brot, Käse und Sahne/Schmand/Frischkäse?) und Priganice (frittierte Teigbällchen, vergleichbar mit Berlinern) mit Marmelade, Honig und Eurocrem, der Nutella des Balkans. Lecker, lecker und ziemlich fettig.
Von Kolasin wird die Straße für einige Kilometer leider zum Autobahnzubringer. Dafür wird sie im Anschluss umso ruhiger und kleiner. Die Autobahn mit ihren vielen Brücken und Tunneln scheint ziemlich neu zu sein und ich frage mich, ob sie das Werk einer Chinesischen Firma ist, als wir an einem großen verlassenen Gelände mit einem Schild "China Road and Bridge Cooperation" vorüberkommen.
Einige Kilometer weiter müssen wir uns entscheiden: links oder geradeaus? Der Blick in das sonnenbeleuchtete Tal macht es uns einfach, und so nehmen wir noch ein paar mehr Höhenmeter in Kauf und biegen in die Berge ab. Das wird auch direkt belohnt, es ist malerisch und – abgesehen von ein paar Quads, die uns entgegenkommen – scheint es aus einer anderen Zeit zu stammen. Eine ältere Dame in traditioneller Kleidung ist draußen am Waschen.
Wieder ein paar Kilometer später folgt der letzte Abzweig und Anstieg. Oben angekommen, blinzelt uns die Sonne entgegen, und wir blicken in eine grandiose Berglandschaft mit felsigen Gipfeln und einem kleinen Bergsee. Früher als geplant beschließen wir daher, unsere Etappe zu beenden und am Bergsee zu übernachten.Baca lagi










