• Zentrumnahes Wildcampen, Bilanz Albanien

    7. September 2024 in Nordmazedonien ⋅ 🌙 20 °C

    Peshkopi - Ohrid

    Genau wie Theo vor circa zwei Monaten versuchen wir uns leise aus dem Garten zu schleichen, was bei dem großen Metalltor gar nicht so einfach ist. Im Anschluss suchen wir den Supermarkt auf, kaufen noch etwas Brot beim Bäcker und frühstücken im nächstbesten Park. Obwohl die Stadt gar nicht so groß ist, herrscht genau wie gestern Abend reges Treiben, was interessant zu beobachten ist. Vor allem die vielen kleinen Läden entlang der Hauptstraße ziehen beim Herausfahren unsere Blicke auf sich.

    Als wir ein wenig aus der Stadt heraus sind, folgt ein Zähneputz-, Sonnencreme- und Kettenpflegestopp. Ein paar Autos fahren an uns vorbei und aus einem tönt ein lautes „Guten Morgen!“, scheinbar sind wir ganz gut als Deutsche zu erkennen.

    Als wir die Grenze erreichen, winkt uns ein albanischer Polizist erst einmal an allen Autos vorbei, sodass wir bei der Ausreise gar keine Wartezeit haben – nett :)
    Mazedonien begrüßt uns zunächst einmal mit einer großen Müllhalde zu unserer Rechten. Wieder einmal frage ich mich, warum Grenzübergänge und Grenzstraßen nicht hübsch gestaltet werden – der erste Eindruck ist doch wichtig! Und er bestätigt sich später auch. Müll scheint auch hier wieder einmal ein großes Problem zu sein.

    In Debar, der ersten Stadt in Mazedonien, steuern wir zunächst einen Bäcker für ein paar Snacks, Brot und etwas Wechselgeld an. Wieder einmal klappt das Bezahlen in Euro und wir erhalten Mazedonische Denar als Wechselgeld. Im Anschluss gibt es einen Tankstellenstopp für Kocherbenzin, Toilettengang, WLAN und einen Kaffee (+ Bäckersnacks). Die Angestellten sind lustig und freundlich und tragen zu einer allgemeinen Ansehenssteigerung von Tankstellen bei uns bei. Überhaupt dienen Tankstellen oder besser Raststätten ja eigentlich dem Reisenden, trotzdem schaffen sie es in Deutschland (und vielleicht auch in anderen Ländern) meist, ein unattraktiver, dreckiger Ort mit teurem und schlechtem Essen zu sein. Diese hier war sauber, günstig und hatte eine kleine Sitzgelegenheit in einem Pavillon. Häufig steht auch ein kleines oder größeres Café oder ein Restaurant daneben. Dann gleichen sie vielleicht eher dem, was früher Gaststätten oder Herbergen waren.
    Unsere Erledigungen schaffen wir in für uns rekordverdächtigen 40 Minuten. Dann folgen wir weiter der Straße, die sich irgendwann etwas eintönig, aber mit moderater Steigung entlang eines Stausees und danach eines Flusses bis nach Struga zu einem der ältesten Seen weltweit schlängelt.
    In Struga schlendern wir durch die bunte Fußgängerzone und bewundern die Kräutervielfalt an kleinen Ständen. Dann geht es auch schon fix weiter bis nach Ohrid. In der touristischen Stadt wollen wir eigentlich nur den klassischen Ohridkuchen probieren, bekommen dann aber beim Schlendern durch die Stadt von einem Local, der aus dem Restaurant auf uns zu springt, einen Strand zum Campieren empfohlen. Wir ändern unseren Plan, essen noch etwas Typisches in der Stadt und erklimmen noch ein paar steile Wege, um an den Strand zu gelangen. Etwas beschwerlich erreichbar liegt er trotzdem nur 500 m vom Zentrum entfernt und hat bereits ein paar andere Gäste angezogen. Wir zögern ein bisschen, uns ebenfalls niederzulassen, überwinden uns dann aber doch und genießen noch ein kurzes Bad im See. Wie schön es hier aussieht, werden wir morgen erst bei Tageslicht erfahren.

    Bilanz Albanien:
    Albanien haben wir damit heute verlassen. Obwohl es nur ein wirklich kurzer Aufenthalt war und es viel mehr zu sehen gegeben hätte, haben wir Land und Leute liebgewonnen und es war eine super Zeit. Zwar gab es hier die mit Abstand schlechtesten bzw. zumindest unsichersten Straßen, dafür aber die rücksichtsvollsten Autofahrer, was möglicherweise eben auch mit den Straßenverhältnissen zusammenhing. Ansonsten waren große Umbrüche auf kleinem Raum zu beobachten, z. B. Tourismus, Natur, westliche Entwicklung und weniger entwickelte ländliche Gegenden aus einer anderen Zeit, wo selbst mit dem Auto stundenlang zum nächsten Supermarkt gefahren werden müsste. In Letzteren begegnete uns außergewöhnliche Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Die Natur und Berge waren wieder einmal atemberaubend und erfreulicherweise lag etwas weniger Müll in der Gegend als erwartet und im Vergleich zu Montenegro oder Bosnien.
    Natürlich gab es auch in Albanien wieder sehr leckeres Essen. Neben den klassischen Balkanspeisen waren Maisbrot mit Knoblauch-Käse (Gijzë) oder Knoblauch-Joghurtcreme, Fergësë (Tirana), Burek (mit Joghurt) und Trileçe (Tiramisuartiger Flüssigkuchen) unser Highlight.
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