Steiniger Triathlon im Galicica-NP
8. September 2024 in Nordmazedonien ⋅ ☀️ 18 °C
Aufwachen mit Wellenrauschen - es sind die Wellen des See Ohrid, die sich fast wie am Meer anhören. Wir starten mit Frühschwimmen, erkennnen wie schön unser Schlafplatz direkt am Wasser ist und beobachten die vorbeifahrenden Fischer- und Touriboote. Nach einem Kaffee an der Hafenkante von Ohrid lassen wir die Stadt mit ihren unzähligen alten Klöstern und Kirchen hinter uns. Eine steile Bergetappe auf einer Asphaltstraße später erreichen wir den Beginn des Nationalparks Galicica. Unsere ausgewählte Route ist anstatt eines kleinen befestigten Weges wie mapy.cz es gezeigt hatte ein anspruchsvoller Wanderweg und später ein Mountainbiketrail - das könnte spannend werden. Um die nächste Kurve sehen wir schon, was uns heute erwartet: große Steine auf einem steilen Weg. Ein Déjà vu zur Straße nach Peshkopi vor 2 Tagen? Der Weg ist unfassbar schwer zu bewältigen, an Fahren ist nicht zu denken und hochschieben geht auch nur mit Hilfe der Bremsen, damit das Rad nicht wieder hinunterrollt. Daneben kratzen wildwachsende Dornen an unseren Beinen und über uns hängen dunkle Wolken, obwohl uns die Sonne gerade noch Schweiß ins Gesicht treibt. Wir beschließen, unsere Räder abzustellen und die weiteren Wege erstmal wandernd zu erschließen, wofür wir 1,5h brauchen, dann aber den radtauglichsten Weg wählen können. Und dann Durchziehen: für Für 3,5 km Weg brauchen wir damit insgesamt 3h und werden dann so von fliegen umringt, dass wir erst am Gipfel um 16.30 erschöpft unsere Mittagspause einlegen. Der Blick auf Ohrid und den See ist dafür grandios und auch die dunklen Wolken haben sich inzwischen verzogen, außerdem können wir Gelitschirmflieger beobachten. Dann heißt es weiter durchhalten, der Mountainbikeweg ist für uns wirklich unlustig bis unfahrbar.
Im Sonnenuntergang erreichen wir die Hochebene des Galicica Nationalparks mit wellenförmigen Hügeln und endlich der erwarteten Wegqualität, sodass wir tatsächlich noch ins Rollen durch die wunderschöne Einsamkeit kommen. Die Lufttemperatur fällt schlagartig von 24 auf 14 °C und wir begeben uns auf Wassersuche an einer verschlossenen Wanderhütte, um im Nationalpark übernachten zu können. Wir finden nur einen Brunnen und sind froh, uns mit Spanngurten und Wassersack etwas Wasser angeln zu können, um es dann mittels Wasserfilter zu Trinkwasser zu filtern. Schön, alle Equipment kommt mal zum Einsatz. Wir richten uns in der Hütte ein und kochen mit unseren verbliebenen Essensresten Nudelrisotto mit Gemüse und Erdnüssen, was erstaunlich lecker schmeckt. Zusammenfassend: dieser Tag war ein geschafftes Durchhalten, ein steiniger Triathlon. Ohne es zu wollen, haben wir erneut das RadWandern zelebriert, dafür am Ende aber beeindruckende Natur gesehen.Weiterlesen










