Anstiege am See, Bilanz Montenegro
3 September 2024, Albania ⋅ 🌙 23 °C
Dodoši, ≈Podgorica - ≈Oblikë, Skoder
Für unsere Verhältnisse brechen wir relativ zeitnah vom Campingplatz auf - immerhin waren wir früher wach als alle anderen.
Die unglaubliche Landschsften des Skaderar Nationalparkes und des Flusses Riejeka setzen sich direkt fort. Gleichzeitig ist die Strecke aufgrund des Auf und Abs der nahen Hügel und Berge in Kombination mit relativ hocher Luftfeuchtigkeit wirklich schweißtreibend. So stoppen wir in Rijeka Crnojevića, dem nächsten Dorf mit Supermarkt, wo es erstmal anderhalb Liter Joghurt mit Saft - geschüttelt nicht gerührt - zur Stärkung und Erfrischung gibt.
Von hier geht es auf dem Eurovelo 8 weiter bis nach Virpazar. Hier machen wir Mittagspause am Hauptplatz und beobachten das touristische Treiben. Es ist eine sonderbare Stadt, die nur für den Tourismus zu existieren scheint. Das Klientel besteht dabei aus Jung und Alt und könnte vermutlich genauso auf Mallorca angetroffen werden.
Aber auch ein paar Radler sind anzutreffen: ein etwas verloren wirkender Schweizer, der uns bereits in Sarajevo angesprochen hatte, und zwei Stuttgarter Radler, die ihren Arbeitgebern Sabbatical oder Tschüss als Option gegeben haben, um die Zeit zum Reisen zu nutzen, während ihr Sohn im Ausland ist – lange Reisen gehen also in jedem Lebensabschnitt!
In Virpazar gibt es auch die letzte Möglichkeit, (öffentlich) Wasser aufzufüllen. Die nächsten gut 40 km kommt dann erst mal nichts, außer überteuerten Touri-Bars oder Friedhofszisternen. Bei der Hitze gehen unsere Vorräte allerdings doch schnell zur Neige, doch fragt Anna eine freundliche Tabakfrau (ja, wir sind auch überrascht, hier wird tatsächlich Tabak angebaut und getrocknet), und der Engpass ist behoben. Dass es hier etwas trockener ist und möglicherweise Wassermangel herrscht, lässt auch ein Waldbrand oben in den Bergen vermuten.
Als wir in den letzten Anstieg kommen, geht die Sonne bereits unter, was uns einen herrlichen Sonnenuntergang beschert, aber auch weitere 20 km im Dunkeln, da wir noch die Eco Social Farm in Albanien erreichen wollen (mehrfach von Radreisenden empfohlen). So freuen sich die Warnwesten, seit Langem mal wieder zum Einsatz zu kommen. Wir freuen uns ebenfalls, da die größere Grenzstraße sich als sehr wenig befahren herausstellt. Nach unkompliziertem Grenzübertritt und einigen weiteren Kilometern in der albanischen Nacht erreichen wir die Eco Social Farm und sind ziemlich geschafft. Wir kochen lediglich noch unser Notfallessen, Nudeln mit Pilzsuppe als Soße (Empfehlung von Philipp und Ladina) und sind dann fast zu müde, um uns ins Zelt zu bewegen. Das klappt am Ende aber doch und unser Schlaf wird nur von einigen wirklich nervigen Hunden, die auf irgendwelche kilometerweit entfernte Kläffer reagieren, gestört.
Bilanz Montenegro:
Montenegro hat mit vielen wunderschönen und teils sehr einsamen Nationalparks überrascht. Definitiv gibt es hier noch viel mehr zu erwandern und zu erfahren. Kleiner Downer war leider der viele Müll, der sich am Straßenrand oder bei wilden Müllabladungen an Flüssen und in der Natur findet.
An einigen Orten war es sehr touristisch, was mit sonderbaren Preisvorstellungen einherging und gerne mal dazu führte, dass man sich hier häufiger mal verrechnete und höhere Preise zahlen sollte als vereinbart – also immer mal nachrechnen. Interessanterweise waren Preise manchmal auch verhandelbar, was vor allem mir auf dem Balkan neu war. In den nicht touristischen Gegenden hingegen trafen wir hingegen auf super nette und herzliche Menschen, genauso wie auf ein paar andere Radler, mit denen es unglaublich schön war, ein paar Tage zusammenzufahren und Zeit zu verbringen.Baca lagi










Pengembara
Tim, hattest Du nicht auch schon einmal versuchsweise Tabak angebaut? Nach Deinem Zigarren-Projekt?