Verlassene Orte, belebte Städte
10 September 2024, Macedonia Utara ⋅ ☁️ 20 °C
Stenje - Prilup
Es regnet, tröpfelt, plätschert, trippelt, die Erde wird nass. Wir zum Glück nicht, denn wir liegen geschützt unter dem Vordach des Hotels auf der Terrasse und starten dekadent mit Erbsen-Rührei und Haferflocken (Brot hat der Dorfladen nicht) in den Tag. Der Regen wird stärker und so trinken wir noch einen Kaffee und heiße Schokolade (wie Pudding im Glas, sehr lecker) im Restaurant, um den größten Regenschauer abzuwarten. Um 9 starten wir dann in voller Regenmontur auf die Straße und lassen den merkwürdig verlassenen Ort Stenje hinter uns, mitsamt seinen verlassenen Häusern und der unvollendeten Kirche im Stadtkern.
Wir folgen der Straße sm See und kommen am Hotel Europa vorbei. Das wahrscheinlich begehrte Feriendomizil der 70/80er liegt heute als verlassener Hotelkomplex da, ohne abgerissen zu sein. Kegelbahn, Zimmer mit Seeblick, Disko und Eingangshalle sind noch erkennbar und lassen und fragen, wann dieser Ort aufgegeben wurde.
Um den Dreck der letzten Tage loszuwerden, legen wir schon bald eine Fahrradputzpause am Friedhof ein, wo wir mit hilfe von Stöckchen, Tüchern und viel Geduld versuchen, den trotz Strakregen haftenden Dreck abzubekommen. Wir finden uns noch Äpfel am Wegesrand von den unzähligen Apfelplantagen als Snack. Dann kommen wir endlich ins Rollen und sind den dunklen Wolken sehr dankbar, dass sie den Regen eine Weile in sich behalten. In der nächsten Stadt halten wir an einem Bäcker, decken uns einmal mit der herzhaften Ladenauswahl und Joghurt (gibt es hier standardmäßig beim Bäcker im Kühlregal) ein und als wir Nachschlag holen muss die Verkäuferin schon lächeln. Unser Favorit: Sesamkringel gefüllt mit Oliven und Käse. Danach stoppen wir noch bei einem Bäcker im belebten Stadtzentrum, uns haben frische Krapfen gelockt. Die Stadt wirkt sehr gepflegt, ohne dass dabei alles neu oder schick ist, sondern es scheint, also würde sorgsam mit den Dingen umgegeangen werden. Wir sehen noch viele alte Schilder und außerhalb der offiziellen Bezeichnungen fast nur kyrillische Buchstaben. Es scheint nicht touristisch, sondern einfach ein normaler geschäftigter Alltag zu sein. Die weiteren Kilometer tauchen wir mit einem Podcast (Lage der Nation ist aus der Sommerpause zurück;) ) ab und sehen, wie wir sowohl unserem Ziel Prilup, als auch einer schwarzen Regenfront immer Näher kommen.
Pünktlich am Ortseingang beginnt die Regendusche und so trinken wir einen Kaffee gegen den Starkregen, Besuchen die moderne Galerie nebenan und finden dann ein spontanes Schmäppchen: eine Wohnung für 18€ pro Nacht in der Stadt mit Waschmaschine. Wir radeln an den Einfamilienhäuser im Stadtkern vorbei, benutzen dabei die modernen Fahrradwege mit LED-Lichtsignal im Boden und sehen viele kleine Geschäfte und auch hier alltäglichen, wenig touristisch wirkenden Trubel.
Ich begebe mich auf der Suche nach einer Radbrille (Fliegen können wirklich nervig sein) und kostenfreiem Geldabheben in den Trubel und gebe 6 Geldautomaten und 5 Geschäfte später erfolglos meine Suche auf. Tim sucht unsere Einkäufe in 3 Supermärkte zusammen, um dann eine schwere, bis oben hin gefüllte Essenstasche nach Hause zu schleppen. Mit einer richtigen Küche sind wir immer sehr kochmotiviert und freuen uns über Bratkartoffeln, Tzatziki und griechischen Salat mit Oliven. Ich verschwinde danach müde ins Bett, in Tims Magen findet aber noch fast 1l
Pudding den Weg - wie war da noch Platz für? Radelmägen sind mir ein anatomisch-physiologisches Mysterium, scheinen sie so aufnahmefähig wie Hermines Beutel.
Tagesresümee: Erstaunlich wenig Regen für die draamtische Wetterprognose.Baca lagi













Pengembara
Du bekommst wohl kein Geld zurück: "Wenn die Kegelbahn in der Reisebeschreibung oder im Vertrag als wichtiger Bestandteil der Hotelanlage beworben wurde und sie für die Entscheidungsfindung des Reisenden relevant war, kann dies als Reisemangel angesehen werden. Ist sie jedoch nur eine Nebeneinrichtung, deren Nutzung nicht von vornherein zugesichert wurde, wäre es vermutlich kein Reisemangel. In diesem Fall wäre auch eine Reisepreisminderung eher unwahrscheinlich."