• Bei Vollmond im Land des Halbmondes

    17 September 2024, Turki ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Übernachtung zwischen Landmaschinen an der Tankstelle, neben der quasi Autobahn, war erstaunlich ruhig. Am Morgen packen wir fix unsere Sachen zusammen und begeben uns in das Restaurant neben der Tankstelle. Wir dürfen hier unser eigenes Essen verzehren, sind aber auch neugierig auf das Frühstücksangebot. So stehen am Ende auch eine Linsensuppe, Peynir Helvasi (Käsepaste mit Zucker, wie wir nun wissen), ein paar Brötchen und Çay auf dem Tisch. Die kulinarische Erfahrung erstreckt sich von sehr lecker (Linsensuppe) bis unerwartet sonderbar (süßer Käse).
    Als ich bezahlen will, soll ich plötzlich nur die Linsensuppe bezahlen. Çay und Käse sind kostenlos oder werden uns geschenkt.

    Nach unserer Frühstücksstärkung und wirklich positiven Tankstellenerfahrung brechen wir auf. Immer geradeaus auf der großen Straße. Nach ca. 40 km wollen wir eine Pause machen und kommen kurz vor Malkara wie zufällig an einer Käserei oder zumindest einer Käsereifiliale vorbei. Frisch gezapfter Ayran, Käse und Brot stellen die perfekte frühe Mittagspause dar.

    Die nächste Pause findet in Tekirdağ statt, wo wir zunächst einen Fahrradladen aufsuchen, um (nach dem Platten vor ein paar Tagen) etwas mehr Druck auf meine Reifen zu bekommen. Danach rollt es sich wieder besser. Unsere zweite Essenspause mit Bulgursalatresten findet dann im Strandpark statt.

    Bis zum Abend geht es dann abgesehen von einem schön aufgehenden Vollmond relativ ereignislos weiter bis Marmaraereğlisi. Wo wir ein Restaurant aufsuchen in der Hoffnung, uns ebenfalls wieder nach einem Übernachtungsplatz erkundigen zu können. Das Essen ist auch wieder mal sehr gut, die Leute super freundlich, doch die Gegend stark besiedelt und der Strand bebaut, sodass sie sich nicht wirklich zum Zelten eignet. Überraschenderweise erhalten wir (nach dem Essen) wieder einen kostenlosen Çaj. Dies scheint wohl Tradition in der Türkei zu sein.

    Gestärkt klappern wir – nach der guten Tankstellenerfahrung – zwei Tankstellen, einen Campingplatz und ein weiteres Restaurant ein paar Kilometer weiter ab, um uns nach Übernachtungsplätzen zu erkundigen. Tankstelle eins schlägt uns den Stadtstrand vor, der doch ziemlich bebaut ist und wo noch einiges los ist, und der Campingplatz ist verhältnismäßig teuer und der Besitzer unfreundlich. Bei der zweiten, etwas außerhalb liegenden Tankstelle sind wir dann erfolgreicher und bekommen einen kleinen Strand in der Nähe empfohlen. Hier haben wir noch ein halb lustiges, halb unangenehmes Gespräch mit einer Gruppe Männer, die gerade mit dem Auto vorfuhren und offensichtlich in der Pubertät steckengeblieben waren, bevor wir uns weiter zum Strand aufmachen.
    Der Strand ist zwar bebaut, aber wirklich schön, und wir sichern uns nur noch einmal im Restaurant nebenan ab, ob Campen hier wirklich kein Problem sei. Dann ist das Zelt schnell aufgebaut, und wir fallen nach fast 150 km schnell in den Schlaf.
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