Αντίο! & Hoş geldiniz!, Bilanz Griech.
16 September 2024, Turki ⋅ ☀️ 21 °C
Mit Wellenrauschen und Dämmerlicht beginnt unser Tag neben der Kapelle. Salziger Wind schlägt uns beim Frühstücken entgegen und gibt uns wohl Rückenwind, denn unserStart um 8.10 Uhr ist ein Rekord - schließlich ist es nach unserer Zeit erst 7.10 Uhr. Ein steiniger Küstenweg führt uns an Ausgrabungen wie einem alten Amphitheather vorbei. Die Straße besteht aus mehreren Baustellen und wir fragen uns, warum aus dem kleinen Küstenweg eine mehrspurige Straße werden soll. Auch sehen wir die Auswirkungen der Waldbrände, von denen wir bislang nur in den Nachrichten gehört hatten: verbrannte Olivenbäume stehen neben saftig grünen, ein trauriger Anblick neben der fotowürdigen Landschaft, ein großer Kontrast. Die Verlassenheit der Orte und die Baustellenein- und -ausfahrten führen dann zu einer kleinen Vermisstenjagd, die sich aber dank dem Zusammenkommen der Wege auf einem Küstenweg schnell wieder auflösen lässt. Ein Glück, in einer Stadt wäre das schwieriger geworden. Sobald die Straße wieder asohaltiert ist wird es deutlich besiedleter, so kommen wir zu unserem ersten Keksstopp beim Bäcker. In das Küstenpanorama fügen sich Fischrestaurantsm und schließlich erreichen wir die Stadt Alexandropouli, wo kulturell einzigartige Erfahrungen im vollen Lidl haben. Es landen Laugenbrötchen, Kräuterbaguette auch typische Artikel wie ein Pfund Feta, Tahini mit Schokolade und Olivenöl für insgesamt 40€ und gefühlten 10 kg in unserem Fahrradtaschen. Gefühlt haben wir jetzt eine fahrende Küche und eine Frage im Kopf: häh? wie waren doch bei Lidl, wir dachten das lohnt sich? Die restliche Stadt Alexandropouli bekommen wir eine laute Straße voller Geschäfte mit, die uns nur für einen Keksstopp bei Bäcker 2 anhalten lässt.
Nach 60 km halten wir für ein spätes Mittagessen in Ferres kurz vor der türkischen Grenze, was sich als schmackhaftes 10/10 Erlebnis entpuppt. In einer liebevoll dekorierten Taverne bekommen wir Ztaziki, Auberginencreme, Weinblätter und eine Grillauswahl zu griechischer Schlagermusik gereicht. Die Gastwirte sitzen gerade mit Freunden am Nachbartisch und sind so selbst Gäste ihres Restaurants. Sie fragen, wo wir herkommen und erzählen begeistert, dass sie im Dezember nach Dresden reisen werden. Auf einen Zettel schreiben wir unsere Empfehlungen und finden es schön, dass wir gegenseitig an unseren Heimatorten zu Besuch sind. Als Dankeschön bekommen wir eine Fruchtplatte zum Nachtisch und frischen Basilikum geschenkt. Es ist so sympathisch, dass wir bei der Rechnung (er sagt einfach 25€ ohne groß zu rechnen) nicht nachfragen, obwohl sie uns etwas hoch erscheint, und uns darüber später etwas ärgern, haben sie doch den von uns bestellten Feta vergessen.
Am Nachmittag erreichen wir die Grenze, wobei wir fast 1h auf der griechischen Seite anstehen. Dank aktivem Anstehen und der Einladung eines Grenzbeante kommen wir schneller durch die türkische Einreise. Im Sonnenuntergang präsentiert sich das große Tor mit den durchaus sehr ästhetischen Türkeiflaggen, eine eindrucksvolle Grenze der Türkei. Was für ein Privileg haben wir, bedenkenlos an einer EU-Außengrenze auszureisen, weil wir wissen, dass wir entspannt wieder reinkommen. Und auch in die Türkei einzureisen, ein Land, was Menschen wegen Teilnahme an Demonstrationen oder Facebookposts politisch verfolgt. Soll dieses sehr schicke Tor all das vergessen lassen? Wir merken, dass uns beide die politische Entwicklung der Türkei unter Erdogan bislang von ihr als Reiseziel abgeschreckt haben und wir mit wenig Vorstellung des Landes einreisen.
Unser erster Eindruck der Türkei ist eine große beleuchtete Straße mit breitem Seitenstreifen, daneben großflächige Felder. Das Licht des Sonnenuntergangs geht in Vollmondlicht über und so wir fragen ganz im Stil von Theo, einem radreisendem Freund von uns, ob wir an der Tankstelle campen dürfen. Die Tankstelle kann mit unserer Frage wenig anfangen, also fragen wir im Hotel nebenan, wobei wir erstmal die Zimmerpreise von 60€ p.N. zu zweit abschreckend finden. Der Hotelward deutet auf den einzigen Baum neben der Tankstelle und zeigt uns auch, wo wir frisches Trinkwasser bekommen. Zusammen mit den sehr modernen, kostenfreien Toiletten der Tankstelle und dem gemütlichen Tankstellenlokal mit Steckdosen haben wir fast eine Campingplatzerfahrung. Wir machen es uns gemütlich, kochen direkt neben der Tankstelle unseren Bulgur. Es fühlt sich kriminell an, den Benzinkocher mit Flamme so nah daran anzumachen, allerdings stehen die angestellten selbst rauchend direkt vir der Tankstelle. und fragen uns, ob Tankstellen unsere neuen Lieblingsorte werden. Danke an Theo für den Tipp :)
Bilanz Griechenland:
Auch in Griechenland waren wir tatsächlich gar nicht so lange. Dennoch hat uns etwas sofort gecatched: Die Bäckereien, bei denen es neben ganz gutem Brot immer eine große und leckere Auswahl an Keksen und manchmal kleinen Eisvariationen gab. Ein tägliches Muss!
Etwas überraschend war hingegen, dass die Menschen doch etwas verschlossener wirkten. Zumindest waren wir häufig diejenigen, die zuerst oder überhaupt grüßten. Natürlich hatten die vorherigen Länder in dieser Hinsicht die Messlatte auch wirklich hoch gesetzt, doch hier schienen die Menschen etwas reservierter, vielleicht so wie in Deutschland? Und liegt es vielleicht auch einfach an dem vielen Tourismus? Wer weiß, letzterer hatte sich hier eigentlich sogar in Grenzen gehalten, wenn wir abseits der Küste unterwegs waren.
Auf jeden Fall entdeckten wir trotz der kurzen Zeit mal wieder sehr tolle Orte, schöne Seen und Flüsse, und es wäre mal wieder schön gewesen, noch etwas mehr Zeit zum Erkunden zu haben!Baca lagi










