Müll, Gastfreundschaft, Müll
29. september 2024, Tyrkiet ⋅ ☀️ 28 °C
Orhangazi - Günyurdu
Die Nacht war leider nicht ganz so erholsam, da einige Männer noch lange getrunken und Party gemacht haben. Die Überbleibsel sind traurigerweise noch als Müll- und Flaschenhaufen an einigen der Picknicktische zu finden.
Erfreulicherweise kommen aber ein paar Mitarbeiter von der städtischen Müllabfuhr vorbei, die diese aufsammeln und das Ganze fotografisch dokumentieren, um es später über Social-Media-Kanäle öffentlich zu machen – schön zu sehen, dass sich hier etwas tut!
Meine weitere Strecke führt mich zunächst entlang des Sees und dann über die Berge in die nächste Ebene. Die Gegend ist stark landwirtschaftlich geprägt. Walnussbäume, Pfirsichbäume, Mais- und Paprikafelder sowie Sonnenblumenfelder. Gleichzeitig scheint es sich aber auch um eine ärmliche Gegend zu handeln. Neben oder in den großen Feldern sind häufig kleine Container oder Zeltsiedlungen zu sehen, die die FeldarbeiterInnen zu beherbergen scheinen. Unter den Arbeitenden auf den Feldern sind leider auch sehr junge Kinder mit ihren Müttern. Kinderarbeit oder Arbeit mit "Kinderbetreuung"? Ich frage mich, ob die FeldarbeiterInnen aus der Türkei stammen oder aus ärmeren Ländern bzw. vielleicht sogar hierher geflohen sind.
Bei der Weiterfahrt passiere ich viele kleine Dörfer. Es ist gar nicht so einfach, einen Supermarkt oder ein Bistro aufzutreiben. Nach einigen Durchfragen werde ich allerdings in Söylemis fündig. In einem Gebäude versteckt sich im Seiteneingang ein kleiner Lahmacun-Imbiss. Überraschung: Nuran, die Köchin, und ihr Bruder Emin waren beide einige Zeit in Deutschland und sprechen mal wieder Deutsch. Während auf der Straße Sonnenblumenkerne getrocknet werden und ein LKW mit Blumenkohl beladen wird, schaue ich zu, wie mein Lahmacun gemacht wird, und verspeise diesen. Beim Abschied bekomme ich dann sogar noch einen der Ayranbecher als Erinnerung geschenkt und kann einem der Dorfkinder noch die Bremse am Fahrrad einstellen. Wieder einmal ganz liebe Begegnungen!
Der weitere Weg führt mich wieder in die Berge, wo ich eine Talsperre zum Übernachten ansteuern möchte. Kurz vor dem Dunkelwerden hält noch einmal ein kleiner Truck mit drei Männern neben mir. Auch wenn man zunächst immer ein mulmiges Gefühl hat, ist auch hier schnell klar, dass sie ihre Hilfe anbieten, mir mitteilen, dass es gleich dunkel wird, fragen, ob ich schon einen Schlafplatz und Essen habe, und mir noch Brot anbieten. Ich versichere mich nur, dass ich am See übernachten kann.
Tatsächlich braucht es etwas länger bis zum See, und ich muss noch etwas weiter fahren, um Wasser zu holen. Dann finde ich jedoch einen guten Zeltplatz, wo bereits sechs Türken ein Lagerfeuer machen. Auch von ihnen bekomme ich noch Brot, Getränke und Snacks angeboten und unterhalte mich noch eine Weile (per Google-Übersetzer) mit ihnen. Leider ist Umweltbewusstsein bei ihnen nicht so ganz vorhanden, und die Hälfte ihrer Getränke und ihres Mülls wird liegengelassen, als sie aufbrechen.Læs mere












Rejsende
"irgendwelche Berge"? - als Stammleser Ihres Reise-Blogs vermisse ich die präzisen Ortsangaben früherer Beiträge 😆