Von Zwiebeln überholt & ein paar Tempel
7. oktober 2024, Tyrkiet ⋅ ☁️ 25 °C
Ein bisschen fühle ich mich heute Vormittag wie Indiana Jones. Links und rechts der Straße sind immer wieder alte Felsburgen, Tempel oder Höhlen zu sehen, sodass ich immer wieder anhalten muss. Das Highlight kommt dann aber erst noch in Yazılı. Das Midas Monument, eine alte Siedlung der Phrygier, die vor gut 3200 Jahren von Makedonien und Thrakien kamen und Anatolien besiedelten – zumindest sagen das die Infotafeln. Wenn es stimmt, auf jeden Fall beeindruckend, was mit den damaligen Werkzeugen so alles in den Stein gemeißelt wurde. An einem nicht fertiggestellten Tempel (oder so ähnlich) kann man noch das Vorgehen ableiten: Von oben nach unten und Form und Verzierungen in einem.
Nach einer kurzen Kaffeepause im Café in Yazılı, das ansonsten nur aus Landwirtschaft und einer niedrigen zweistelligen Zahl an Einwohnern besteht, entscheide ich mich, nicht ganz den direkten Weg Richtung Salzsee einzuschlagen, sondern einen kostenlosen Campingplatz anzusteuern und vor allem mit dem Wind zu fahren. So habe ich zumindest heute Spaß, und morgen kann es ja sowieso regnen, stürmen oder schneien.
Auf dem nun eingeschlagenen Weg riecht es kräftig nach Zwiebeln. Links und rechts von mir auf den Feldern ist Zwiebelerntezeit, und etliche rote Säcke wurden bereits abholbereit zusammengepackt. Ein paar LKWs, die aussehen, als kämen sie gerade von der Baustelle, transportieren die Zwiebelsäcke (vermutlich) in die nächste Stadt, Çifteler.
In Çifteler kaufe ich zunächst Kekse und Nüsse, erkundige mich dann nach einem Markt und werde nach einem kurzen Gespräch mit einem Mann und nachdem sich etliche Kinder mit Fahrrädern oder Rollern um mich gesellt haben, von letzteren zum Supermarkt gelotst. Eine nette und freudige Schar Kinder, nur frage ich mich, wie sie mit ihren ca. 10 oder 12 Jahren schon einen Rollerführerschein gemacht haben können. ;)
Der Einkauf dauerte länger als gedacht, sodass ich die restlichen 27 km bis zum Camping teilweise in der Dunkelheit fahre. Unterwegs fällt mir dann auf, dass ich vergessen habe, Zwiebeln zu kaufen. Wie konnte das nur passieren, wo ich doch heute sicher von über 100 Tonnen Zwiebeln überholt wurde? Na ja, das Abendessen wird dann ohne Zwiebeln zubereitet, denn die zwei Niederländer, die ich mit ihrem Landcruiser am Camping treffe, haben leider auch keine dabei.Læs mere













