• Pannekoken Geburtstagsfrüstück

    8. oktober 2024, Tyrkiet ⋅ ☀️ 27 °C

    Bereits gestern Abend quatschte ich mit meinen Campingnachbarn, Jeffrey und Marit, aus den Niederlanden. Und weil man eben auch schnell mal nach dem Alter fragt, war mein Geburtstag heute kein Geheimnis mehr. So luden mich die beiden zum Frühstück auf Kaffee und Pannekoken ein – nicht aus dem Pannekoken-Haus, sondern aus dem Toyota Pannekoken-Landcruiser. Zwischenzeitlich gesellte sich noch eine große Schaf- und Ziegenherde dazu, die jedoch frühzeitig auf Futtersuche weiterzog. Wir hatten ein ausgedehntes, leckeres Frühstück mit tollen Gesprächen über das Reisen (die beiden waren auch schon in Marokko und der Vergleich mit der Türkei ist immer interessant) und die verschiedenen Arten zu reisen: Fahrrad, Motorrad, Van oder Jeep. Letztere sind bestimmt auch mal spannend, aber schon einfach deutlich teurer.

    Danach ging es für mich auf der quasi Autobahn bis nach Sivrihisar, wo ich in einem kleinen Café meine Mittagspause und etwas WLAN genoss. Wie ich hier herausfand, handelt es sich bei den Bergwerken, die ich gestern Abend passierte, um Goldminen – irgendwie spannend.

    Nach der Mittagspause ließen sich die letzten Kilometer auf der großen Straße noch gut mit Podcasts überbrücken, bevor ich in eine kleinere Nebenstraße abbog. Die Landschaft veränderte sich hier stark: ein nun kleineres Tal (immer noch groß), links von Hügeln und rechts von einer höheren Ebene und ein paar Bergen eingeschlossen. Noch immer war hier viel Landwirtschaft zu sehen, wenngleich ich mich fragte, wie auf den inzwischen abgeernteten, trockenen Feldern überhaupt irgendetwas wachsen kann. Bis auf die bewässerten Felder und einen Bach war kaum Grün zu sehen. Wo mag wohl das ganze Wasser für die Bewässerung herkommen und wie lange reicht es noch?

    Beim Wasserauffüllen in einem der nächsten Dörfer wurde ich von einem Mann angesprochen, der mich zu sich nach Hause auf Tee einlud. Er hatte bereits vorher erzählt, zumindest so gut es die Übersetzung zuließ, dass vor einiger Zeit Menschen mit dem Fahrrad vorbeigekommen waren. Nun zeigte er mir eine Postkarte, ein Bild mit ihm und zwei RadfahrerInnen, abgeschickt im Juli aus Georgien. Er hatte auch die Handynummer der beiden, die ich wählen sollte, um mich zu bedanken. Wie zu erwarten war, war jedoch niemand erreichbar – was er so gar nicht verstehen konnte.
    Warum tutete es? Warum antwortete keiner? Das einem älteren Menschen, der scheinbar kein Telefon besaß und wahrscheinlich auch nicht (so gut) lesen und schreiben konnte, zu erklären, war gar nicht so einfach. Auch die Sätze, die er in meine Übersetzungs-App sprach, waren so lang, dass immer nur die ersten Worte verarbeitet werden konnten. Was den Anrufversuch anging, erschien er mir ziemlich enttäuscht und es tat mir leid, dass er sich nicht bedanken konnte. Ich versprach, den beiden RadlerInnen eine Nachricht zu schreiben und ein Bild von ihm zu schicken, und verabschiedete mich dann, um weiterzufahren.

    Da es nun schon etwas später geworden war, radelte ich nur noch ein kurzes Stück weiter, um mir dann, etwas abseits der Dörfer und der Straße, einen kleinen Hügel zu suchen. Hier konnte ich kochen, den Sonnenuntergang genießen und noch etwas telefonieren.
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