• Cappadocia

    13. Oktober 2024 in Türkei ⋅ ☀️ 25 °C

    Heißluftballons gab es leider keine zu sehen – was für eine Enttäuschung. Tja, und auch sonst bin ich, was Cappadocia angeht, etwas zwiegespalten. Ja, die Felsformationen, die Höhlen, Häuser, Wohnungen und alten Kirchen, die in die Felsen gehauen wurden, sind schon klasse. Genauso wie die lange Geschichte, die dahintersteht, und was dieser Ort überhaupt für die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung bedeutete. Die Felskirchen, Kapellen und teils wohl auch Klöster sind Zeugen erster christlicher Gemeinschaften.

    Gleichzeitig wird die Gegend hier aber vollkommen vom Massentourismus und Angeboten, die nichts mehr mit der Geschichte zu tun haben, überschwemmt. Aus aller Herren Länder kommen nicht nur einzelne Menschen, sondern Reisegruppen, die mit dem Bus bis vor die Sehenswürdigkeiten gekarrt werden. Aber auch einzelne Reisende können mit ihrem Auto, egal wie schwer, durch die kleinen Wege mitten durch die Felsen fahren. Schade daran ist vor allem, dass viele von diesen Menschen absolut kein Natur-/Umweltbewusstsein und Kulturbewusstsein zu haben scheinen. Zwar liegt nicht übermäßig viel Müll herum, aber eben doch an Stellen, wo er eben wirklich nicht hingeraten sollte. Wundersam, bei den Preisen für Museen, der Hauptattraktion, Kamel-, Pferde- oder Quadtouren (ja, das trägt bestimmt zum Erhalt der Landschaft bei) oder einfach den Preisen für Essen oder Trinken, die ein Vielfaches (sechsfach für ein einfaches Bohnengericht) betragen. Da sollte doch eigentlich auch Geld für den Erhalt und die Sauberhaltung übrig bleiben. Absurd ist zudem, dass die VerkäuferInnen bzw. Anbieter dieser Attraktionen den Tag damit verbringen, so lange herumzusitzen und zu warten, bis ein paar Touristen mit zu viel Geld eines der überteuerten Angebote wahrnehmen. Krass, wenn man überlegt, dass wenige Kilometer weiter Menschen den ganzen Tag in praller Sonne auf den Feldern arbeiten, teilweise mit ihren Kindern, und dann noch in Zeltunterkünften ohne fließendes Wasser und mit provisorischen Toiletten leben.
    Es erinnert auch an die Touristenorte in Marokko, dort war es nicht anders: Wüstentouren, Kamel- und Pferderitte in den Sonnenuntergang usw.
    Ab einem bestimmten Punkt dreht sich eben alles nur noch ums Geld.
    Wie lange geht das hier wohl noch gut? Und wann hat sich der Ort selbst abgeschafft und zerstört?

    Wie dem auch sei, sehenswert ist es auf jeden Fall. Und wenn man sich etwas auf die einsameren Pfade konzentriert, kann man Quad- und Pferdekarawanen oder irgendwelche Limousinen, die sich in die Sandwege verirren, etwas ausblenden.
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