Heiße Luft und klarer Fall
14. oktober 2024, Tyrkiet ⋅ ⛅ 25 °C
Morgens werde ich von einem leisen Rauschen wach und schaue im Halbschlaf aus dem Zelt. Sollten tatsächlich die Heißluftballons aufsteigen? Ja! In Windeseile schnappe ich mir die Kamera, schlüpfe in die Sandalen und stolpere aus dem Zelt. In Boxershorts und Schlafshirt fange ich wild an, Fotos zu knipsen, bis mir doch etwas kalt wird und mir klar wird, dass ich vielleicht etwas komisch aussehe. Zum Glück ist ja niemand da.
Beim anschließenden Frühstück sehe ich zu, wie die letzten Ballons herabsteigen, und mache mir Gedanken über die Route. Richtung Osten wird es immer bergiger, kälter und vermutlich auch regnerischer. Der Weg nach Hause wird ebenfalls länger. Wenn ich stattdessen nach Süden an die Küste fahre und dann irgendwie über Griechenland nach Italien, werde ich hingegen noch ganz ansehnliches Wetter haben. Außerdem ist es nicht mehr so weit zurück nach Hause. Der Fall ist also klar! Ich fahre Richtung Osten – vielleicht klappt Georgien ja noch (zumindest Nemrut und der Vansee, die mir sehr empfohlen wurden, sollten noch gut erreichbar sein)!
Erster Stopp dahin ist Ürgüp, wo ich tatsächlich ein bis zwei Stunden damit beschäftigt bin, Postkarten aufzutreiben. Entweder gibt es nur Kühlschrankmagnete, irgendwelche komischen Glitzerpostkarten oder anderen Klimbim. Ansonsten ist Ürgüp aber tatsächlich etwas schöner als Göreme gestern. Es werden weniger Touren angeboten und alles ist irgendwie ein bisschen ruhiger und wirkt natürlicher (auch wenn es natürlich immer noch touristisch ist).
Auf der weiteren Strecke ist vom Tourismus dann aber fast nichts mehr zu spüren. Ich komme noch durch ein paar Bergdörfer, die ebenfalls viele Höhlen(wohnungen) haben und steuere auf einen Pass zu, der mich den Erciyes, einen Vulkan mit fast 4.000 m Höhe erblicken lässt (leider ist es ziemlich diesig). Danach geht es noch eine Weile durch eine Ebene. Mit Rückenwind hole ich hier die vertrödelte Postkartenzeit wieder raus, beschließe dann aber vor dem nächsten Anstieg haltzumachen und kann gegen eine "Gebühr" von circa 5 Euro (die sehen sicherlich nicht das Finanzamt) in einer Art Naturpark übernachten.
Beim Einkaufen im nächsten Dörfchen gesellt sich eine Schar Kinder mit Fahrrädern zu mir und beeindruckt mich mit verschiedenen Stunts. Trotz meines doch zeitlich ausgedehnten Einkaufs warten draußen alle auf mich und wollen mir dann unbedingt eine Tomate schenken – passend, denn Gemüse gibt es im Laden nicht und gleichzeitig kann ich wieder ein paar Hände Sonnenblumenkerne als Dankeschön loswerden. ;-)Læs mere














Rejsende
Wie schööööön!
Rejsende
Was für ein Ausblick zum Wachwerden :)