Van-Museum
October 30, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 12 °C
Die Parkwächter hatten Schichtwechsel, was für mich bedeutete, dass ich heute Morgen drei neue Personen antraf, die mich natürlich wieder auf einen Çay einluden und erfahren wollten, wo ich entlangreiste und -reise. Das Aufzählen der türkischen Städte, die ich besucht habe, hat schon fast etwas von einem Gedicht aufsagen, zu dessen Belohnung es dann immer einen Çay gibt. Kurios.
Da ich relativ stadtnah übernachtet hatte, nutzte ich die Gelegenheit und besuchte das Van Museum, das sich mit der regionalen Besiedlungsgeschichte und Archäologie beschäftigt. Mit vielen Ausstellungsstücken und erfreulicherweise auch englischen Texten lieferte es noch einmal spannende Eindrücke. Tatsächlich geht die Gründung des alten Vans auf das urartäische Königreich (850 v. Chr. – 600 v. Chr.) zurück, das stabile 220.000 Quadratkilometer umfasste. Hier nahm auch die Burg auf dem Berg ihren Anfang. Nach dem Niedergang des Reiches waren hier die Perser, die Römer, noch ein paar andere und irgendwann die Osmanen aktiv. Bekannt war Van wohl zunächst für seine Standardisierung und Massenproduktion von Tongefäßen (urartäisches Königreich) und später für seine Schmuckherstellung, insbesondere der Niello Technik [1].
Mit dem Ersten Weltkrieg, der Eroberung durch die Russen und einem Aufstand der Armenier (was hier nun genau passierte, das wird leider nicht so genau beleuchtet – mit „Armenischer Revolte“ gibt man sich hier scheinbar zufrieden oder ist zufrieden …) nahm die lange Geschichte der Stadt dann ein Ende.
Nach dem Museumsbesuch gibt es Frühstück am Strandpark, bevor ich mich wieder aufs Rad schwinge. Die Strecke danach ist ziemlich öde, da es nur eine große Straße mit viel lautem Verkehr gibt. Allerdings werde ich schon vor meinem eigentlichen Campspot fündig und finde eine schöne Stelle am See. Ich schieße ein paar Sonnenuntergangsfotos und fange an zu kochen. Als ich fertig bin, winken mich die fünf Jäger von nebenan heran und laden mich auf einen Çay ein. Natürlich wird mir trotz meines vollen Topfes mit Essen noch ein Brot mit frisch erlegtem Rebhuhn in die Hand gedrückt – zubereitet mit Zwiebeln, Thymian, Knoblauch, Tomaten, Tomatenmark und Paprika, ziemlich schmacko. Die Jäger sind eine nette Runde und überlassen mir, als sie gehen, ihr Feuerchen – leider aber auch jede Menge Müll, und das als Jäger …
So wie ich über Letzteres enttäuscht bin, bin ich über Ersteres froh. Es ist schon unglaublich, wie viel Wärme ein kleines Feuer spenden kann. Ich kann trotz vier Grad Lufttemperatur ohne Pullover am Feuer sitzen und fröhlich Sonnenblumenkerne knacken.
Çaycounter: 1
[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Niello?wprov=sfla1Read more












Traveler
Ungesichert auf dem Motorrad mitfahren, mit bewaffneten Leuten abhängen und nun auch noch irgendwelche kleinen runden Dinger mit dem Dolch in den Mund schieben - das wird ja immer besser :-D
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Ich bin neulich an Deiner alten Schule vorbeigekommen. Da lag leider auch sehr viel Müll herum. Das hat mich enttäuscht, weil ich dachte, dass gerade junge Menschen besonders auf die Umwelt achten.
Traveler
e-la-ba di-ad ka-u-nu...Na toll, und was heißt das nun?