Izmir
9.–11. nov. 2024, Tyrkiet ⋅ 🌙 11 °C
Frühmorgens kam ich müde in Izmir an. Daher ging es erst einmal ins nächste Café zum Kaffeetrinken und Frühstücken. Als ich mich im Anschluss durch die verschiedenen Viertel zum Strand manövrierte, entdeckte ich auch direkt einen Schweißbetrieb und nutzte die Gelegenheit – Schutzausrüstung Fehlanzeige und Schweißqualität naja, habe schon Besseres und Schlechteres erlebt, aber immerhin waren die Leute nett und es gab Çay dazu :)
Den Rest des Vormittags nutzte ich, um an der Küstenpromenade entlangzufahren. Gegen Mittag traf ich mich dann mit Betül, meiner heutigen Warmshower-Hostin. Sie ist Türkin, aber in Deutschland aufgewachsen und vor zwei Jahren mit ihrer Familie von Deutschland nach Izmir gezogen. Vor zwei Monaten ist sie selbst mit dem Fahrrad von Deutschland (Marburg) nach Izmir gefahren, was ein paar tolle Radreisegespräche verspricht. Zunächst einmal zeigt sie mir aber erst einmal Izmir und gibt eine kleine Stadtführung – das ist natürlich noch einmal etwas anderes von Menschen, die fließend Deutsch sprechen und gleichzeitig hier zu Hause sind. Wir schauen uns den Glockenturm, das Wahrzeichen der Stadt, den Basar und eine Moschee an und essen im Anschluss eine Kumpir. Dann machen wir uns auf den Weg in Betüls Dorf, dessen Einwohnerzahl in den letzten Jahren explodiert ist und für deutsche Verhältnisse eher eine mittelgroße Stadt wäre.
Zu Hause werde ich herzlich von Betüls Eltern empfangen und finde insbesondere die Mischung aus türkischer und deutscher Wohnungseinrichtung bzw. Haushalt interessant. Das klassische türkische aromatisierte Desinfektionsmittel, Hausschuhe vor Balkon und Toilette in Kombination mit Stoßlüften, einer akribisch sortierten und beschrifteten Werkstatt und dem an der Wand hängenden Meisterbrief der Licht- und Reklametechnik ihres Vaters. Ein bisschen traurig macht es mich, dass sie sich in Deutschland scheinbar nie so hundertprozentig wohl gefühlt haben, obwohl ihre Eltern ja einen Großteil ihres Lebens dort verbracht haben.
Ich verbringe noch einen weiteren erholsamen Restday bei Betüls Familie, bei dem wir noch gemeinsam auf den originären Markt im Dorf gehen. Wir essen leckeres, von ihrer Mutter zubereitetes Menemen und Kuymak (Maismehl-Käse-Gericht). Ich lerne auch noch ihre Schwester kennen, die interessante Animationsfilme (vorwiegend über die islamische Kultur) erstellt (deutsch/englisch) [1]. Auch Betül selbst bearbeitet und schneidet ein bisschen Videos, um z. B. von ihren Fahrradtouren zu berichten [2] – vielleicht sollte ich das auch noch machen. Einen witzigen Zufall gibt es übrigens noch: Nächstes Wochenende wird ein französischer Radreisender, den Betül auf ihrer Tour getroffen hat und den ich in Marokko in der Nähe der Dades-Schlucht getroffen habe, bei ihr vorbeikommen – knapp verpasst.
[1] https://youtube.com/@dakara_ma?si=1v8v8-lzuW3ZI4Zr
[2] https://youtube.com/@beddlstudios?si=UyDVUx6Zv7…Læs mere












Rejsende
Oh wow, daraus gemachte Tahinischnecken müssen traumhaft schmecken...
RejsendeOder einfach mit Traubensirup, ebenfalls traumhaft:)
Rejsende
Den Kohl hättest Du in Doğubeyazıt kaufen sollen, da waren die Köpfe 15mal so groß 😁