• Horden von Ratten

    6 dicembre 2024, Italia ⋅ ☀️ 8 °C

    Die Halsschmerzen waren heute Morgen so gut wie weg, dafür saß die Nase zu und der Nacken war steif – kein Problem beim Fahrradfahren, da ich ja einen Spiegel habe. Aber Spaß bei Seite. Ich hoffe wirklich, dass es schnell besser bzw. nicht schlimmer wird, da ich wirklich Lust habe, noch die Alpen mitzunehmen und mich schon drauf freue.

    Die Hälfte des Tages geht es erstmal auf dem EV7 weiter. Nicht die spannendste Landschaft, dafür aber beeindruckende Infrastruktur. In regelmäßigen Abständen gibt es überdachte, mit Wasser und Strom ausgestattete Rastplätze. In deren Genuss komme ich allerdings nicht. Meine Mittagspause findet etwas später statt, als ich den Eurovelo bereits verlassen habe. Als ich dafür im Supermarkt einkaufe und kurz unter dem Föhn im Eingangsbereich stehe, fühlt sich dieser wie eine Wärmebehandlung des Nackens an – am liebsten wäre ich hier noch länger geblieben. Stattdessen geht es nach dem Einkauf aber zum nächsten Park bzw. Spielplatz.

    In der Dämmerung schickten mich Komoot und OSM noch durch ein Naturschutzgebiet und Moor. Sehr schön, aber leider etwas matschige Wege in der Dunkelheit. Dafür gab es aber jede Menge Bisamratten zu sehen, die tatsächlich sehr träge oder einfach schwerhörig sind und erst Reißaus nehmen, wenn man bis auf wenige Meter an sie herangefahren ist. Dann laufen sie aber nicht vor einem weg, sondern immer und vor allem ganz hektisch Richtung Wasser, was dazu führt, dass man tierisch aufpassen muss, keine zu überfahren. Mit guten Lichtverhältnissen hätte man hier sicherlich schöne Fotos schießen können.

    Leider musste ich noch ein paar Kilometer schaffen und hatte auch kein Wasser dabei, um illegalerweise in einem der Beobachtungshäuschen zu übernachten. Deswegen ging es noch eine Stunde weiter in die nächste Stadt, Isola della Scala, an deren Stadtrand eine schöne alte Kirche steht, die sich bestens zum Übernachten eignet. Nur um Wasser zu besorgen, musste ich nochmal in die Stadt hineinfahren, eine Bar suchen und frisches Wasser zapfen. Ein bisschen viel Rumgekurve für einen kalten und dunklen Abend, aber am Ende hatte ich ein schönes Plätzchen.
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