Ein Pass drei Länder, Bilanz Italien
12 dicembre 2024, Austria ⋅ ☀️ 4 °C
Heute geht es die letzten Höhenmeter hinauf zum Reschenpass, und auch wenn die Nacht ganz gut auszuhalten war, ist das Radfahren am Morgen wirklich frostig. Hände und Füße werden zu Eisklötzen. Schneller Radfahren bringt nichts, zunächst gibt es einen ebenen Abschnitt und der Fahrtwind macht es dann nur noch schlimmer.
Also langsam Radfahren, darauf warten, dass die Sonne das Tal erreicht und irgendwann wärmen sich dann auch Hände und Füße. Schneller Radfahren wird aber auch nun nichts, denn inzwischen habe ich einen Abschnitt mit stärkerer Steigung erreicht und schwitze ordentlich, was ich bei dem Wetter vermeiden möchte, also geht es auch hier ganz gemütlich hinauf. Auch hier kann ich mich abschnittsweise sehr über meine Spikes freuen.
Insgesamt lassen sich die Temperaturen sehr gut aushalten, wenn man die Geschwindigkeit passend wählt. Außerdem sind Sonnenschein und strahlend blauer Himmel ausreichende Belohnung. Deutlich später als geplant komme ich schließlich oben am Reschenpass an und muss feststellen, dass der Bäcker, den ich noch vom letzten Mal kannte, eine ausgiebige Pause macht. So fahre ich weiter bis zum bekannten Kirchturm, wo ich ein paar Brot- und Keksreste knabbere. Hier werde ich direkt zweimal angesprochen, woher ich komme und wohin ich fahre. Ein Pärchen im Camper, das quasi aus der Nachbarschaft kommt, bietet mir noch einen heißen Kaffee an. Wir quatschen noch kurz, dann muss ich aber weiter, damit es auf der Abfahrt nicht zu kalt wird.
Es geht über wunderbare Serpentinen hinab, die ich leider nur halb auf der GoPro habe, da die Akkus bei diesen Temperaturen schnell schlapp machen. Sämtliche Elektrogeräte fordern einen Platz direkt an meinem Körper.
Ein kurzes Stück geht es durch die Schweiz und dann durchs Inntal nach Österreich.
In einem Supermarkt-Café mache ich noch kurz Halt, um einen Schlafplatz ausfindig zu machen. Etwas irritiert bin ich von den widersprüchlichen Wetterberichten. Die Handy-App sagt -2 Grad, was bereits jetzt nicht mehr zu stimmen scheint, ansonsten finde ich noch -7 und -12 Grad. Bei Windstille sicherlich alles noch aushaltbar, aber wenn es drauf ankommt und man sich auf die falschen Angaben verlässt … nicht ganz ungefährlich. Learning: Habe eine gute Wetter-App oder prüfe mehrere Quellen.
Ich werde noch von einem ebenfalls outdoorbegeisterten Polen angesprochen, der irgendwie ein Häuschen bei München hat und mich dorthin einlädt, falls dies auf meiner Route liegt. Meine Route soll allerdings über den Bodensee gehen.
Aufgewärmt von heißer Schokolade fahre ich die letzten Kilometer und finde einen verschneiten Rastplatz. Ich baue schnell das Zelt auf, koche Tee und Pasta und nutze das Nudelwasser in meiner kaputten Thermosflasche direkt als Wärmflasche. Die wird heute Nacht vielleicht nützlich sein.
Bilanz Italien II:
Tja wie ist Italien im Winter? Das kann man gar nicht so eindeutig sagen, wenn man von Süden nach Norden fährt. Beide sind doch sehr verschieden. Der Süden war Landwirtschaftlich geprägt vor allem durch Weinberge und Olivenhaine. Hier gibt es im Gegensatz zum Norden auch noch gelegentlich ein paar miese Hunde und vor allem viel Leerstand bis hin zu ganz verlassenen Dörfern.
Pompei und Rom waren richtig klasse und überhaupt kann man in Italien wohl überall hin fahren und es ist landschaftlich schön (außer vielleicht die Küste zwischen Neapel und Rom). Man kommt auch relativ günstig weg, wenn man das konsumiert, was hier eben günstig ist: Café, Cappuccino, Parmesan, Pasta oder Pizza bzw Foccacia vom Bäcker. Bier oder andere nicht so typische Produkte sind hingegen häufig eine Ecke teurer als in Deutschland. Generell findet man natürlich alle Preiskategorie, aber vor allem auf dem Land kann man gute und günstige Leckerein bei Bäckereien finden.
Ebenfalls spannend: ich habe ab Rom auffällig viele Menschen mit Ortliebtaschen an den Rädern gesehen. Die scheinen hier gerade in Mode zu kommen. Tja, wie ist Italien im Winter? Das kann man gar nicht so eindeutig sagen, wenn man von Süden nach Norden fährt, denn beide sind sehr verschieden. Der Süden war landwirtschaftlich geprägt, vor allem durch Weinberge und Olivenhaine. Hier gibt es im Gegensatz zum Norden auch gelegentlich ein paar streunende Hunde und vor allem viel Leerstand bis hin zu ganz verlassenen Dörfern. Pompeji und Rom waren richtig klasse, und überhaupt kann man in Italien wohl überall hinfahren und es ist landschaftlich schön (außer vielleicht die Küste zwischen Neapel und Rom). Man kommt auch relativ günstig weg, wenn man das konsumiert, was hier günstig ist: Café, Cappuccino, Parmesan, Pasta oder Pizza bzw. Focaccia vom Bäcker. Bier oder andere nicht so typische Produkte sind hingegen häufig etwas teurer als in Deutschland. Generell findet man natürlich alle Preiskategorien, aber vor allem auf dem Land kann man gute und günstige Leckereien bei Bäckereien finden.
ZWISCHENSTAND:
Kürzeste Strecke: 58,1 km
Längste Strecke: 106 km
Gesamtstrecke: 1490 km
Platten: 2?
Reisetage (davon Radeltage): 23 (17)
Einladungen/Freunde: 4
Hostel: 7
Ruine: 1
Zelt (davon Campingplatz): 11 (0)
Verloren: -
Geschenkt bekommen: Socken, Radtuch, ein Frühstück im Café
Gefunden: Rucksack
Kaputgegangen/Ersetzt: mittleres Kettenblatt
Ergänzt: Spikereifen für die Alpen; Handschuhe, Wollpulli, Tarp sind wieder dabei
Wetter: Bis Rom noch relativ warm und sonnig, dann wurds frisch:)
Essen: Pizza inbesondere vom Bäcker, ebenso wie morgendliche Cappuccinos und Cornettos, im Lidl fanden sich auch endlich wieder gute Haferflocken fürs Frühstück, tjaa und sonst Pasta mit irgenswas und Parmesan, der ist einfach super günstig hierLeggi altro



















