• Vier Mal Reifenwechsel

    16 dicembre 2024, Germania ⋅ ☀️ 8 °C

    Bevor ich mich von Greta und aus Konstanz verabschiede, wechsle ich morgens noch meine Reifen. Das Wetter der nächsten Tage soll gut werden – tatsächlich ist es in Deutschland gerade wärmer als im Norden Italiens. Ich will die Spikes schonen und ziehe deswegen wieder die alten Mäntel auf. Erst den einen, dann den anderen, dann aufpumpen, und dann macht es Plopp. Mein treuer Begleiter am Hinterrad hat nach 18.000 km keine Lust mehr und drückt dies in Form einer kleinen Beule aus. Also noch mal den Mantel wechseln. Eigentlich wäre es sinnvoller, die Spikes vorne zu fahren, aber auf einen vierten Wechsel habe ich keine Lust.
    Nach vollbrachter Arbeit verabschiede ich mich von Greta und radle nordwestlich entlang des Bodensees. Das Klappern der Spikes macht mir doch Bedenken, und ich beginne nach Radläden Ausschau zu halten. In Radolfzell werde ich fündig – wenngleich die Mitarbeiter in dem riesigen Radladen nur von High-End-Produkten Ahnung zu haben scheinen. Den neuen Mantel ziehe ich direkt vor Ort in der Innenstadt. Reifenwechsel Nummer 4 in 10 Minuten – Übung macht den Meister.

    Deutlich leiser und besser rollend komme ich nun auf dem Radweg voran. Liegt das nur am Mantel, oder daran, dass ich leicht einen Rückenwind habe oder gut erholt bin – keine Ahnung.

    Ich passiere Schloss Langenstein, das von einem Golfplatz umgeben ist und von irgendeinem Grafen bewohnt wird, und komme schließlich in Tuttlingen an. Im Sommer gibt es hier sogar einen günstigen Campingplatz direkt im Donaupark. Im Winter natürlich nicht; ich fülle lediglich Wasser auf, wozu man in Deutschland aufgrund mangelnder öffentlicher Wasserquellen nun wieder in Cafés nachfragen muss, und fahre noch einige Kilometer aus der Stadt heraus. Bereits vor Tuttlingen habe ich auf der Karte einige Grillplätze mit Picknicktischen und kleinen Schutzhütten gesehen; eine solche steuere ich an und mache es mir ohne Zelt gemütlich – das müsste ja sogar legal sein.
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