• Odenwald

    20 dicembre 2024, Germania ⋅ ☁️ 5 °C

    Als ich gestern Abend bereits im Zelt lag, checkte ich nochmal Wetter und Warmshower-Gelegenheiten. Für die nächsten drei Tage ist Regen angesagt, und eine Möglichkeit zum Trocknen wäre da nicht verkehrt. Tatsächlich meldete sich – trotz meiner spontanen Anfrage – Axel aus Linden bei Gießen heute Morgen zurück. Eine warme Dusche und eine längere Etappe standen damit fest.

    Zunächst ging es durch den Odenwald, der mir besonders gut gefiel. Er hat irgendwie etwas Ursprüngliches, genauso wie die Dörfer, die ich passierte. Beim Bäcker findet man noch Schilder, die Kaffee für 1,20 € oder Espresso für 1,60 € versprechen, und bekommt Nussschnecken für 1,40 €, vermutlich noch selbst gebacken. Ganz zu Beginn kam ich am Himbächl-Viadukt vorbei, fand jedoch keinen coolen Fotospot. Ansonsten blieb die Kamera überwiegend in der Tasche, da ich versuchte, Tempo zu machen und gut voranzukommen.
    Axel gab ich zwischenzeitlich schonmal meine Ankunftszeit bekannt, die ich noch einmal um eine Stunde nach hinten korrigieren musste. Immerhin blieb meine Motivation hoch, als er per SMS mitteilte, dass es Kartoffelsuppe gäbe - genau das richtige bei dem Wetter.

    Nachdem ich schließlich nur noch nach Navigation fuhr, passte dann auch die Ankunftszeit bzw. verschob sich nicht mehr. Viel rausfahren ging leider nicht mehr, da die positiven Minuten direkt von Ampeln oder der Fähre über den Main aufgefressen wurden.

    Auch wenn ich wieder viel im Dunkeln fuhr, waren die Radwege an der Usa und Nidda wirklich schön zu fahren und müssen im Sommer richtig klasse sein. Wie mir Axel später noch bei einem Bier erklärte, passierte ich heute auch den Limes. Eigentlich echt verrückt, dass ich seit einem Jahr durchgehend in den Grenzen des alten römischen Reiches gefahren bin – einfach riesig.
    Mit Axel hatte ich dann noch einige coole Gespräche über das Reisen und so weiter und konnte mir (leider) auch schon hier erklären lassen, wie sich der Klimawandel auswirkt: Der Boden ist hier sehr lehmhaltig bzw. hat eine Lehmschicht, die auszutrocknen beginnt. Dadurch schrumpft er, was nicht ohne Folgen für die Gebäude bleibt. Das Resultat: ein gut 1 cm breiter Riss in der Küche.
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