• Schneegestöber im Sauerland

    22 dicembre 2024, Germania ⋅ 🌧 2 °C

    Ein Glückgriff, dass wir gestern Abend noch diesen Stall für Drahtesel gefunden haben. Während der Nacht regnete und heute Morgen schneite es. Aus dem trockenen Stall lassen sich die Schneeflocken viel besser beobachten. Außerdem bleibt auch die Ausrüstung trocken. So können wir frisch und gut gelaunt den Linspherradweg nach Winterberg weiterfahren. Ab einer bestimmten Höhenlage bleibt der Schnee sogar liegen und bildet einen weichen, weißen Teppich vor uns. Das Treten geht dadurch zwar etwas schwerer, aufgrund der limitierten Neigung der Bahnstrecke bleibt die Strecke aber trotzdem strampelbar.

    Oben in Winterberg machen wir eine kurze Suppenpause. Schön warm, aber richtig gemütlich finde ich es nicht. Es ist einfach ziemlich touristisch und dementsprechend gar nicht so günstig.

    Die Abfahrt wird dann ziemlich frisch. Statt des Radwegs nutzen wir die geräumte Straße. Absurderweise bringt das einen Autofahrer, der aufgrund des Andrangs auf die Rodel- und Skipisten auf der Gegenfahrbahn im Stau steht, auf die Palme, was zu wütendem Geschrei führt – was für ein Clown! Sollte so jemand überhaupt einen Führerschein haben?
    Je weiter wir wieder nach unten kommen, desto matschiger wird es. Zwischendurch peitscht der eine oder andere Schnee- oder Graupelschauer ins Gesicht. In den Augen und auf den Wangen ist das gar nicht so angenehm und schränkt die Sicht deutlich ein.

    Unten in Olsberg angekommen, freuen wir uns über ein kurzes Stück Steigung zum Aufwärmen bis nach Brilon. Die Wärme hält allerdings nicht lange an, denn kurz darauf folgt die nächste Abfahrt. Inzwischen fahren wir wieder auf dem Radweg; es ist stockdunkel, und im Kegellicht unserer Lampen ist nur ein kleiner Ausschnitt des Schneeteppichs vor uns zu erkennen. Eigentlich eine schöne Atmosphäre zum Genießen, doch inzwischen sind Hände und Füße wieder nass und eiskalt, und der Rest, naja, zumindest nicht mehr warm. Irgendwo an der Grenze zur Komfortzone schwindet die Motivation zu fotografieren, zumal man sich bei der Dunkelheit Zeit für ein sinnvolles Foto nehmen müsste und wir noch ein paar Kilometer fahren müssen, um einen Schlafplatz zu finden.

    Als wir in Büren ankommen, erfreuen wir uns an einem warmen Abstellraum eines Restaurants, in dem wir Wasser auffüllen, uns kurz aufwärmen und auf der Karte potentielle Übernachtungsstellen heraussuchen können. Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter und landen wieder einen Glückstreffer: einen (vermutlich privaten) Grillplatz mit offener Garage bzw. Sitzecke direkt am Radweg. Wenn wir uns hier ohne Zelt hineinlegen, wird hoffentlich niemand etwas dagegen haben bzw. etwas merken. Eva wickelt sich schon in ihren Daunenschlafsack, während ich noch einen Tee und eine schnelle Portion Nudeln koche. Gerade jetzt ist etwas Warmes zu essen wichtig. Im Anschluss fühlt es sich dann auch so an, als wäre der innere Wärmehaushalt wieder in einem adäquaten Zustand.
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