Saksun
February 27 in Faroe Islands ⋅ 🌬 1 °C
Nach einem kurzen Stopp in Kollafjørður – so heißt das Dorf tatsächlich – mit der kleinen, dunklen Holzkirche direkt neben dem Supermarkt ging es weiter Richtung Saksun. Kollafjørður liegt auf Streymoy, etwa 800 Einwohner, ein langgezogenes Dorf am Fjord entlang, viel Fischerei, ein paar bunte Häuser, alles sehr ruhig. Die Kirche dort stammt ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert, typisch färöisch: schwarzes Holz, weiß gerahmte Fenster, rotes Dach – schlicht, aber wunderschön in dieser rauen Landschaft.
Dann weiter in die Sackgasse nach Saksun. Schon die Anfahrt war abenteuerlich. Eine schmale, einspurige Straße, links und rechts steile Abhänge, gefühlt ein Meter bis ins Nichts. Und dann kam der Schneesturm. Sichtweite vielleicht zehn Meter. Der Wind hat das Auto ordentlich durchgeschüttelt. Teilweise konnte ich kaum erkennen, wo die Straße endet und wo einfach nur Weiß beginnt.
Saksun selbst ist ein winziges Dorf mit vielleicht 10 bis 15 Häusern, dramatisch gelegen am Ende einer Lagune, die früher ein offener Fjord war. Nach einer Sturmflut im 17. Jahrhundert wurde die Bucht durch Sand vom Meer abgetrennt – heute ist es eine stille, gezeitenabhängige Lagune mit schwarzem Sandstrand, eingerahmt von steilen, fast senkrechten Bergen. Und mittendrin steht sie: die weiße Kirche von Saksun mit ihrem dunklen Grasdach. Ursprünglich stand sie in Tjørnuvík und wurde 1858 hierher versetzt. Klein, weiß, extrem fotogen – wenn man sie denn sieht.
Ich kam an und konnte nicht einmal aussteigen. Heftigster Schneesturm, horizontaler Schnee, Windböen ohne Ende. Ich habe die Kirche nicht gesehen, obwohl sie vielleicht 200 Meter entfernt war. Komplett weiß. Also im Auto geblieben. Zum Glück hatte ich einen zweistündigen Call. Währenddessen hat sich das Wetter gefühlt 27 Mal geändert. Sonne, wieder Schneewand, dann plötzlich blauer Himmel, dann wieder alles grau.
Und dann, fast wie auf Knopfdruck, wurde es ruhig. Der Sturm legte sich, die Wolken rissen auf, und plötzlich lag die Lagune vor mir, die weiße Kirche klar sichtbar, die Berge dramatisch im Hintergrund. Ich konnte endlich aussteigen, ein Stück Richtung Bucht laufen, Fotos machen. Das Licht war fantastisch – diese Mischung aus Restschnee, dunklen Felsen und hellem Himmel. Genau diese Momente machen die Färöer aus.
Und dann, wie zur Erinnerung, warum hier alles so unberechenbar ist, zog das nächste Wetterband rein. Innerhalb von Minuten wieder Schnee, Wind, kaum Sicht. Also zurück ins Auto und weiter.
Schöner, wilder, echter Stopp. Genau deshalb bin ich dich hier, oder?Read more

























Traveler
Das habe ich noch nirgendwo gesehen.
TravelerJa, die Schafe sind da munter durch den Wasserfall durch …
TravelerWie sagt man in südlicheren Gefilden, also in Schottland, so schön: "if you don't like the weather, just wait a minute..."