• Klaksvík und der Blick vom Klakkur

    February 28 in Faroe Islands ⋅ ☁️ 6 °C

    Die Fahrt nach Klaksvík ist schon Teil des Erlebnisses. Die Norðoyatunnilin verbindet die Inseln unter dem Meer – und mittendrin dieser surreal große Kreisverkehr tief unter Wasser. Kurz falsch abgebogen, aber egal: Man kommt immer wieder raus. Und dann plötzlich diese Kulisse. Viel steiler, dramatischer als weiter südlich. Berge links und rechts, fast wie Mauern, die den Fjord umarmen.

    Klaksvík ist die zweitgrößte Stadt der Färöer und so etwas wie die Hauptstadt des Nordens. Sie liegt auf Borðoy, gehört zu den Norðoyggjar, und lebt sichtbar vom Meer. Fischerei ist hier nicht Folklore, sondern Alltag und Identität – große Fischfabriken am Hafen, moderne Schiffe, viel Industrie für färöische Verhältnisse. Gleichzeitig ist es ein erstaunlich lebendiger Ort: Schulen, Kulturhaus, Schwimmbad, Cafés, Fußball, Konzerte. Kein Museumsdorf, sondern echtes Leben zwischen Bergen und Atlantik.

    Historisch war Klaksvík lange ein Flickenteppich aus kleinen Siedlungen, die erst im 20. Jahrhundert zusammengewachsen sind. Der Boom kam mit der Industrialisierung der Fischerei, später auch mit besserer Infrastruktur. Heute sind die Tunnel der Gamechanger: Was früher abgelegen war, fühlt sich plötzlich nah an. Tórshavn ist nur noch eine entspannte Autofahrt entfernt – unter dem Meer durch.

    Der Abstecher hinauf zum Klakkur ist Pflicht. Die Straße schraubt sich hoch, oben wird es schnell windig, aber das Licht… Wahnsinn. Von dort oben liegt Klaksvík wie ein Modell zu Füßen: der Hafen mit den Schiffen, die Häuser dicht an dicht, eingerahmt von steilen, fast schwarzen Bergen. Man schaut tief in den Fjord hinein und gleichzeitig hinaus Richtung offene See. Bei klarer Sicht erkennt man mehrere der Norðoyggjar, die sich wie gezackte Zähne aus dem Wasser schieben.

    Für die Drohne ist der Spot spektakulär – aber Respekt ist angesagt. Der Wind kann oben brutal sein, böig und unberechenbar. Wenn es aber passt, bekommt man diese typischen Färöer-Shots: harte Kanten, tiefes Blau, wechselndes Licht, Wolken, die an den Gipfeln hängen bleiben. Genau diese Mischung macht den Norden der Färöer so besonders.
    Read more