• San Juan de Gaztelugatxe

    August 7 in Spain ⋅ 🌙 20 °C

    Heute Morgen war früh aufstehen angesagt. Die Kinder waren bereits auf dem Weg zum Flughafen und flogen wieder nach Hause. Für mich stand dagegen noch ein kleiner Ausflug auf dem Programm: raus aus Bilbao, Richtung Norden an die baskische Küste zu einem der wohl spektakulärsten Orte der Region – San Juan de Gaztelugatxe.

    Also um sechs Uhr raus aus dem Bett und ab ins Auto. Bilbao lag noch im Dunkeln, als ich die Stadt verließ. Je weiter es Richtung Küste ging, desto heller wurde langsam der Himmel. Genau die richtige Zeit, um dort oben anzukommen.

    San Juan de Gaztelugatxe liegt rund 35 Kilometer nordöstlich von Bilbao zwischen Bakio und Bermeo. Eigentlich handelt es sich nicht wirklich um eine Insel, sondern um einen kleinen felsigen Küstenfelsen, der über eine spektakuläre steinerne Brücke mit dem Festland verbunden ist. Oben auf dem Felsen, etwa 80 Meter über dem Meer, steht die kleine Einsiedelei Ermita de San Juan de Gaztelugatxe, die Johannes dem Täufer gewidmet ist.

    Der Weg hinauf ist mindestens genauso berühmt wie die Kapelle selbst: Über die schmale Steinbrücke und anschließend mehr als 200 in den Fels gebaute Stufen geht es im Zickzack nach oben. Der Legende nach soll man oben dreimal die Glocke der Kapelle läuten und sich dabei etwas wünschen.

    Als ich ankam, war ich erst einmal überrascht. Große Parkplätze, Absperrungen, Besucherführung – der Ort ist touristisch wesentlich stärker erschlossen, als ich erwartet hatte. Um diese frühe Uhrzeit war davon allerdings noch nicht viel zu spüren.

    Die Küste lag in einer wunderschönen Morgenstimmung. Das Meer, die dunklen Felsen und langsam das erste Licht am Horizont – genau dafür hatte sich das frühe Aufstehen gelohnt.

    San Juan de Gaztelugatxe ist inzwischen auch international bekannt, vor allem durch Game of Thrones. In der siebten Staffel diente die Landschaft als Kulisse für Dragonstone, den Stammsitz des Hauses Targaryen. Besonders der spektakuläre Aufgang über die steinerne Brücke und die Treppen ist in der Serie gut zu erkennen. Die Gebäude auf dem Gipfel wurden für die Serie allerdings digital verändert – statt der kleinen Kapelle erhebt sich dort in Game of Thrones die mächtige Festung von Dragonstone.

    Danach fuhr ich noch ein Stück weiter die Küste entlang und suchte mir einen zweiten Aussichtspunkt von der anderen Seite. Jetzt stand die aufgehende Sonne im Hintergrund und tauchte die Landschaft langsam in warmes Morgenlicht. Überall waren erstaunlich viele Camper unterwegs – zum Glück müssen wir nich so reisen …

    Noch einmal die Aussicht genossen: steile grüne Hänge, dunkle Felsen, Atlantik und dahinter die aufgehende Sonne. Eine wirklich geniale Küstenlandschaft und definitiv einer der schönsten Abstecher rund um Bilbao.

    Danach ging es wieder zurück nach Bilbao zum Frühstück.
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