• Guernica

    August 7 in Spain ⋅ ☀️ 23 °C

    Nach einem gemütlichen Frühstück in Bilbao - wir sind der Empfehlung von Paule und Lucas gefolgt - machten wir uns auf den Weg Richtung Nordküste. Der Plan für heute war eigentlich ganz einfach: raus aus der Stadt, irgendwo einen schönen Strand suchen und einen entspannten Tag am Meer verbringen.

    Doch auf dem Weg kamen wir durch Guernica – auf Baskisch Gernika. Und wenn man schon einmal hier vorbeikommt: „Ach komm, das schauen wir uns noch schnell an.“ Aus dem kurzen Zwischenstopp wurden schließlich ein paar Stunden.

    Guernica ist für die Basken schon seit Jahrhunderten ein besonderer Ort. Unter der berühmten Eiche von Gernika trafen sich traditionell die Vertreter der baskischen Gebiete, um über ihre Angelegenheiten zu beraten. Bis heute gilt der Baum als Symbol der baskischen Freiheit und Selbstbestimmung.

    Weltweit bekannt wurde die Stadt allerdings aus einem sehr viel tragischeren Grund. Am 26. April 1937, mitten im Spanischen Bürgerkrieg, wurde Guernica von Flugzeugen der deutschen Legion Condor und der italienischen Luftwaffe bombardiert. Beide unterstützten die nationalistischen Truppen von General Francisco Franco im Kampf gegen die Spanische Republik. Über mehrere Stunden wurde die Stadt angegriffen und große Teile des Zentrums zerstört. Die genaue Zahl der Todesopfer ist bis heute umstritten, sicher ist aber, dass zahlreiche Zivilisten ums Leben kamen.

    Wir besuchten das Museo de la Paz de Gernika, das Friedensmuseum mitten in der Stadt. Sehr eindrucksvoll wird dort das Leben vor dem Angriff gezeigt, dann der 26. April selbst und schließlich die Tage und Jahre danach. Zeitzeugenberichte, Fotografien, Dokumente und multimediale Installationen machen aus den historischen Daten plötzlich persönliche Geschichten. Gerade weil wir eigentlich nur zufällig hier gelandet waren, hat uns das Museum ziemlich beeindruckt.

    Und natürlich begegnet einem überall ein Bild: „Guernica“ von Pablo Picasso. Picasso malte das monumentale Werk noch 1937 als Reaktion auf die Bombardierung für den spanischen Pavillon der Weltausstellung in Paris. In Schwarz, Weiß und Grau zeigt er keine realistische Kriegsszene, sondern Menschen und Tiere voller Angst, Schmerz und Chaos. Das Original hängt heute im Museo Reina Sofía in Madrid und ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Antikriegsbilder überhaupt.

    Interessant ist auch, dass Guernica heute wieder eine lebendige kleine baskische Stadt ist. Vieles wurde nach dem Krieg neu aufgebaut, während einige wenige historische Gebäude den Angriff überstanden. Gleichzeitig ist die Erinnerung an den 26. April 1937 überall präsent.
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