Canale
August 11 in France ⋅ ☀️ 24 °C
Auf dem Rückweg vom Mont-Saint-Michel machten wir noch einen Abstecher nach Canale – und tatsächlich gilt der kleine Hafenort als eine der großen Austern-Hochburgen Frankreichs. Schon bei der Anfahrt kamen wir an riesigen Austernfeldern vorbei. Bei Ebbe allerdings nicht besonders beeindruckend: Wasser mal wieder komplett weg, dafür Schlamm, Gestelle und Austernbänke so weit man schauen konnte.
Cancale lebt seit Jahrhunderten von der Austernzucht. Vor allem die großen pazifischen Felsenaustern werden hier auf Gestellen in Säcken gezüchtet. Daneben gibt es noch die traditionelle flache europäische Auster, die im tieferen Wasser auf dem Meeresboden wächst. Insgesamt werden in der Bucht jedes Jahr mehrere Tausend Tonnen Austern produziert. Die starken Gezeiten sind dafür ideal – und erklären auch, warum bei unserem Besuch mal wieder weit und breit kein Meer zu sehen war.
Wir suchten uns einen Parkplatz und liefen hinunter zum alten Hafenviertel Port de la Houle. Auch dort herrschte komplette Ebbe. Die Boote lagen einfach auf dem Trockenen, was inzwischen irgendwie schon zum gewohnten Bild unserer Bretagne-Tour gehört. Dafür reiht sich unten am Hafen ein Restaurant ans nächste – Seafood natürlich überall.
Also gönnten wir uns ein ausgiebiges Mittagessen mit einer kleinen Flasche Wein dazu. Einmal quer durchs Meer: Austern, Seeschnecken, Muscheln, Langustinen und noch einiges mehr. Die Austern waren erstaunlicherweise richtig lecker. Cancale scheint seinen Ruf also tatsächlich verdient zu haben.
Ich hatte danach noch eine ziemlich ungewöhnliche Kombination: Choucroute de la mer – Sauerkraut mit Fisch und Meeresfrüchten. Klingt zunächst etwas abenteuerlich, ist in der Bretagne aber tatsächlich eine Spezialität. Und überraschenderweise hat die Kombination richtig gut funktioniert.
Cancale war damit ein schöner ungeplanter Zwischenstopp: Austern, Seafood, Wein, ein Hafen ohne Wasser und jede Menge Bretagne. Viel Zeit zum Trödeln blieb allerdings nicht. Wir waren schon wieder in Zeitnot, denn als Nächstes wartete noch unsere Bootsfahrt.Read more











Traveler
Sieht schon sehr lecker aus.