Kimironko Market
September 14 in Rwanda ⋅ ☁️ 29 °C
Vom Memorial hatten wir dann auch wirklich genug. Wir haben unserem Guide gesagt, wir wollen jetzt lieber auf den Markt. Die Fahrt dahin war zäh, dichter Stau, alles sehr gemächlich, aber kaum wer hat gehupt, das fand ich schon bemerkenswert entspannt für so eine Stadt. Am Markt angekommen waren wir dann aber schon richtig in Afrika. Wir haben uns einen Guide genommen, der uns eigentlich durch die Gänge führen und ein bisschen beschützen sollte. Hat aber nicht wirklich geholfen, ständig kamen andere Verkäufer und wollten uns unbedingt zu ihrem Laden ziehen. Nervig, aber irgendwie gehört das wohl dazu.
Am Eingang saßen vor allem Frauen zwischen Bergen von Früchten, alles wunderschön sortiert, Bananen, Mangos, Tomaten, Wassermelonen, richtig zum Fotografieren schön. Weiter drin, an den Rändern der Halle, reihten sich Frauen an alten Nähmaschinen, die aus den bunten Stoffen Kleider genäht haben, direkt vor Ort. Und dann ging es hinein in dieses dunkle Labyrinth aus Gängen mit Fußballtrikots, T-Shirts und Kunsthandwerk, eng, ein bisschen chaotisch, aber genau deshalb so ein tolles Flair. Ein kleines Souvenir haben wir am Ende gekauft. Beim Kaffee wollten wir handeln, aber die Preise waren einfach unverschämt hoch und keiner ist runtergegangen.
Der Markt heißt Kimironko Market und ist der größte und meistbesuchte Markt Kigalis. Hier bekommt man wirklich alles, Obst und Gemüse aus Ruanda, Uganda, Kenia und dem Kongo, dazu Stoffe, Kleidung, Haushaltswaren. Die Männer in den gelben Shirts, die einem ständig hinterherlaufen, sind übrigens offiziell als Träger und Guides organisiert, viele Familien verpachten ihre Stände hier schon seit Generationen.
Kigali selbst ist noch eine ziemlich junge Stadt. Gegründet wurde sie 1907 als deutscher Verwaltungsposten, richtige Hauptstadt wurde sie erst 1962 nach der Unabhängigkeit von Belgien. Bei der Unabhängigkeit lebten hier gerade mal 6000 Menschen. Heute sind es über 1,7 Millionen, Tendenz stark steigend, die Stadt wächst rasant. Wirtschaftlich ist Ruanda immer noch eines der ärmeren Länder, das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei etwa 1000 US-Dollar im Jahr. Ein Großteil der Menschen lebt vom informellen Handel, genau solche Märkte wie Kimironko sind für viele Familien die Haupteinnahmequelle.Read more


















