Busowoko Falls
September 19 in Uganda ⋅ ☁️ 20 °C
Unseren letzten Tag verbringen wir in der The Haven Eco River Lodge, rund 20 Kilometer außerhalb von Jinja direkt am Weißen Nil. Die Lodge liegt oberhalb der Stromschnellen, den Busowoko Falls, und eigentlich kann man hier stundenlang sitzen und einfach beobachten, was auf und über dem Fluss passiert.
Vor allem die Vogelwelt ist beeindruckend. Kormorane sitzen auf den Felsen und in den Bäumen am Wasser, Reiher und Ibisse ziehen vorbei und immer wieder sieht man größere Wasservögel über den Nil fliegen. Typisch für diesen Abschnitt sind außerdem Schlangenhalsvögel, Eisvögel und Störche (Afrikanischer Klaffschnabel).
Direkt neben uns bauen die Webervögel ihre kunstvollen Nester in die Palmen. Die Männchen flechten aus Gräsern und Pflanzenfasern richtige kleine Kugeln beziehungsweise Taschen, die frei an den Zweigen hängen. Dazu kommen die Red-tailed Monkeys, die ständig durch die Bäume turnen.
Und natürlich dreht sich hier vieles um den Nil. Nur wenige Kilometer flussaufwärts verlässt der Victoria-Nil den Viktoriasee bei Jinja. An unserer Lodge wird der Fluss deutlich wilder und läuft über Felsen und durch Stromschnellen. Genau diese Mischung aus ruhigen Bereichen und schnell fließendem Wasser macht die Landschaft hier so schön.
Für die Menschen am Fluss ist der Nil aber vor allem Lebensgrundlage. Wir können die Fischer direkt von der Lodge aus beobachten. Manche arbeiten mit Netzen, andere mit Haken und Leinen und wieder andere haben Fischfallen beziehungsweise Reusen zwischen den Felsen angebracht. Gefangen werden hier unter anderem Tilapia, Yellowfish und Nilbarsch. Gerade die traditionelle Fischerei ist für viele Familien entlang des Flusses Einkommen und Nahrungsquelle.
Interessant ist allerdings auch das Schild am Ufer: „Beware of Bilharzia“. Bilharziose oder Schistosomiasis wird durch winzige Parasiten übertragen, deren Larven in Süßwasser vorkommen und beim Baden durch die Haut in den Körper gelangen können. Und die Warnung ist hier keineswegs nur theoretisch: Bei einer Untersuchung von Reisenden mit Wasserkontakt am oberen Nil im Raum Jinja zeigten 12 von 69 Personen später Hinweise auf eine Infektion. Selbst schnell fließendes Wasser und Rafting schließen das Risiko also nicht aus; besonders problematisch sind ruhigere und flache Uferbereiche.
Eine weitere Gefahr in Uganda ist Malaria. Deshalb gehören Mückenschutz und Moskitonetze auch hier weiterhin dazu. Daneben sollte man beim Nil generell etwas vorsichtig sein: starke Strömungen und Stromschnellen sind wahrscheinlich die unmittelbar sichtbarste Gefahr. Also lieber Pool statt Nil zum Schwimmen.
Ansonsten ist The Haven für unseren letzten Tag genau richtig. Wir sitzen oberhalb der Stromschnellen, hören permanent das Rauschen des Wassers, schauen den Fischern zu, fotografieren Vögel und beobachten die Affen in den Bäumen. Nach einer ziemlich ereignisreichen Woche in Ruanda und Uganda darf der letzte Tag ruhig genau so aussehen.Read more































