Uganda
September 19 in Uganda ⋅ ☁️ 27 °C
Das war’s dann also mit Uganda – und damit auch mit unserer Reise durch Ruanda und Uganda. Wir sitzen im Flughafen und warten auf unseren Nachtflug zurück nach Istanbul und dann gleich weiter nach Nürnberg.
Obwohl die beiden Länder direkte Nachbarn sind, hätten unsere Eindrücke kaum unterschiedlicher sein können. Schon kurz nach der Grenze fühlte sich Uganda anders an. Größer, voller, hektischer und irgendwie lauter. Uganda hat mit rund 51 Millionen Einwohnern mehr als dreimal so viele Menschen wie Ruanda mit knapp 15 Millionen. Und das merkt man auf den Straßen.
Besonders auffällig waren die Mopeds. In Ruanda hatten wir auf dem Land unglaublich viele Fahrräder gesehen. Darauf wurde praktisch alles transportiert: Säcke, Bananen, Holz, Wasser und manchmal unglaubliche Mengen an Waren. In Uganda scheint diese Rolle vielfach das Motorrad übernommen zu haben. Überall stehen und fahren Mopeds, als Transportmittel, Taxi oder kleines Nutzfahrzeug. Dazu kommen die kleinen Pick-ups, auf deren Ladefläche einfach transportiert wird, was gerade transportiert werden muss.
Auch die Dörfer wirkten auf uns anders. Kleine Geschäfte, Apotheken, Mobile-Money-Stände, Straßenhändler, Reifenstapel und überall Menschen, die irgendetwas verkaufen oder transportieren. Fleisch hängt zum Verkauf an der Straße, Obst wird direkt vom Fahrrad verkauft und an fast jeder Ecke scheint irgendein kleines Geschäft zu entstehen. Dazu viel mehr Verkehr und ein ziemliches Gewusel.
Unser Eindruck war deshalb zunächst, dass die Menschen auf dem Land in Uganda materiell etwas besser ausgestattet sein könnten. Ganz so eindeutig bestätigen die Zahlen das allerdings nicht. Beim Einkommen pro Einwohner liegen beide Länder erstaunlich dicht zusammen. Für 2025 nennt die Weltbank rund 1.206 US-Dollar pro Einwohner für Uganda und 1.124 US-Dollar für Ruanda. Beim Anteil der Menschen unter der internationalen Armutsgrenze schneiden die verfügbaren Weltbankdaten dagegen für Ruanda besser ab; die Vergleichsjahre sind allerdings nicht überall identisch und deshalb nur eingeschränkt direkt vergleichbar.
Das zeigt ganz gut, wie vorsichtig man mit Reiseeindrücken sein muss. Ein Moped vor einem Haus bedeutet nicht automatisch mehr Wohlstand. In Ruanda besitzen beispielsweise laut Volkszählung 2022 nur rund 1,3 Prozent der ländlichen Haushalte ein Motorrad, während Fahrräder mit knapp 12 Prozent wesentlich häufiger sind. Genau dieses Bild haben wir unterwegs eigentlich ziemlich perfekt gesehen.
Ruanda wirkte auf uns insgesamt geordneter, ruhiger und kontrollierter. Die kleinen Felder an praktisch jedem Hang, Menschen mit Hacken auf den Feldern, Fahrräder als Transportmittel und die unglaublich sauberen Straßen. Uganda dagegen fühlte sich freier und etwas chaotischer an. Mehr Handel an der Straße, mehr Verkehr, mehr Mopeds, mehr improvisierte Geschäfte und insgesamt deutlich mehr Bewegung.
Und dann sind da natürlich die Landschaften und Tiere, wegen denen wir überhaupt hierhergekommen sind. Die Gorillas und Golden Monkeys in den Vulkanbergen Ruandas auf der einen Seite und Uganda mit dem Nil, dem Viktoriasee, den Stromschnellen, den vielen Vögeln und Affen auf der anderen. Zwei Nachbarländer, aber zwei ziemlich unterschiedliche Welten.
Vielleicht ist genau das unser stärkster Eindruck am Ende dieser Reise. Auf der Landkarte liegen Ruanda und Uganda direkt nebeneinander. Man fährt über eine Grenze – und plötzlich ändern sich Tempo, Geräusche, Verkehr, Handel und das ganze Straßenbild. Welches davon „weiter“ oder „besser“ ist, lässt sich nach ein paar Tagen kaum beurteilen. Aber den Unterschied kann man sehen und spüren.
Und damit endet unsere kleine Reise durch Ostafrika. Viele Kilometer, Gorillas, Golden Monkeys, Vulkane, der Viktoriasee, Schuhschnabel, der Nil, unzählige Vögel und vor allem sehr viele Bilder vom ganz normalen Leben entlang der Straße. Ruanda und Uganda waren komplett unterschiedlich – und genau deshalb war die Kombination so interessant.
Schöne Woche!Read more




































TravelerSehr schöne Eindrücke! Und spannend, wie unterschiedlich doch verschiedene Reisende berichten. Und kommt wieder gut nach Hause 🤞