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Sterneküche

Ja, wir essen gerne gut. Wir reisen auch dazu um die ganze Welt. Der Michelin-Guide hilft dabei, außergewöhnliche Restaurants zu finden. Aber natürlich auch Empfehlungen, die Liste der 50 besten Restaurants oder die Serie Chef‘s Table. Baca selengkapnya
  • Inter Scaldes, Kruiningen, Niederlande

    9 November 2025, Belanda ⋅ ⛅ 10 °C

    Inter Scaldes
    Zandweg 2, 4416 NA Kruiningen, Niederlande
    2 Michelin-Sterne, Mitglied der Les Grandes Tables du Monde

    Nach einer dann doch etwas längeren Anfahrt wurden wir schon auf dem Parkplatz herzlich begrüßt – ein erster Vorgeschmack auf die Gastfreundschaft, die uns den ganzen Abend begleiten sollte. Im stilvollen Empfangsbereich begann das Erlebnis mit einem Glas Wein und den ersten genialen Häppchen.

    Danach führte man uns in die Küche, wo wir einen kurzen Blick hinter die Kulissen werfen durften. Hier standen noch die „Reste vom Fischmarkt“ bereit – als kleine Kostprobe direkt aus der Hand des Küchenteams. Der Abend begann damit ausgesprochen lebendig und persönlich.

    Am Tisch folgte dann ein Menü auf allerhöchstem Niveau. Jeder Gang – kunstvoll angerichtet, perfekt abgeschmeckt und voller überraschender Kombinationen – war ein kleines Kunstwerk. Die Teller erinnerten an Landschaften und Farben der See, von zarten Garnelen über feinste Gemüsekompositionen bis hin zu einem beeindruckenden Hauptgang mit intensiver Sauce.

    Auch die Desserts waren ein Erlebnis für sich: verspielte Formen, leichte Texturen und immer wieder ein Hauch von Säure und Frische. Besonders in Erinnerung bleibt der hohe, fast skulpturale Aufbau eines süßen Turms – beeindruckend anzusehen und köstlich zugleich.

    Der Service war makellos, aufmerksam, aber nie aufdringlich. Man spürte die Ruhe und Erfahrung eines eingespielten Teams.

    Ein Abend im Inter Scaldes ist weit mehr als ein Essen – es ist ein perfekt orchestriertes Erlebnis zwischen Kunst, Handwerk und Herzlichkeit. Ein würdiger Vertreter der niederländischen Spitzenküche.
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  • L’Atelier des Augustins, Lyon

    28 November 2025, Perancis ⋅ ☁️ 4 °C

    L’Atelier des Augustins
    12 Rue d’Algérie, 69001 Lyon, Frankreich.
    1 Michelin-Stern.

    Am Abend sind wir gemeinsam zu unserem ersten Restaurant in Lyon gelaufen, dem L’Atelier des Augustins. Das kleine Lokal liegt am Fuß des Croix-Rousse-Hügels, mitten in einem Viertel, das früher das Zentrum der Seidenweber war. Heute ist es bekannt für kreative, kleine Restaurants und Bars, und genau so fühlt sich auch dieses Atelier an: unkompliziert, modern, warmes Licht, viel Holz, offene Küche und eine sehr konzentrierte, aber entspannte Atmosphäre.

    Gekocht wird hier eine Mischung aus französischer Bistroküche und sehr modernen Elementen. Es gibt keine Karte, sondern ein Surprise-Menü, das sich konsequent nach Saison und Tagesverfügbarkeit richtet. Man gibt sich der Küche komplett hin, was perfekt zu diesem Ort passt. Wir hatten zwei Tische, und von Anfang an war die Stimmung locker, lebendig und fast familiär.

    Nach den ersten kleinen Tellern ging es mit der Dorade als Hauptgang weiter, perfekt gegart, leicht, präzise und sehr fein angerichtet. Danach folgte die Wildente, klassisch französisch, mit einer tiefen, intensiven Sauce – genau diese Art von Küche, für die Lyon berühmt ist. Man merkt sofort, warum diese Stadt durch Paul Bocuse zur gastronomischen Referenz geworden ist.

    Der Käsewagen war für sich genommen schon ein kleines Highlight, doch das Dessert setzte noch einmal einen unerwarteten Akzent: eine Kombination aus Pilzen und Süße, ungewöhnlich, mutig und erstaunlich harmonisch. Ein Abschluss, der im Gedächtnis bleibt.

    Es war ein großartiger erster Abend, mit sehr gutem Essen, vielen Gesprächen und dem Gefühl, dass diese Reise ein wirklich schönes Wiedersehen für uns alle wird. Gegen Mitternacht sind wir dann noch eine gute halbe Stunde durch das nächtliche Lyon zurück zum Hotel gelaufen.
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  • Imperial, Nürnberg

    30 Desember 2025, Jerman ⋅ 🌙 -3 °C

    Imperial by Alexander Herrmann & Michi Seitz
    Königstraße 70, 90402 Nürnberg
    Empfohlen im Guide Michelin (Empfohlen, „Guide MICHELIN Gute Küche“, aber kein Michelin-Stern).

    Besuch nach längerer Pause. Wir haben diesmal das Celebration Mood Menü mit zwei Gängen gewählt. Das Konzept ist wie immer: alles auf den Tisch, teilen, probieren, entdecken. Viele kleine Schalen, Teller und Häppchen – optisch sehr schön und kreativ angerichtet, geschmacklich überwiegend sehr gut. Man merkt die Handschrift des Hauses und die Kombination aus regionalen Komponenten und internationalen Einflüssen.

    In der ersten Runde gab es unter anderem Sashimi vom Saibling mit Wasabi und Roter Bete, Hamachi-Ceviche mit Chili und Gurke, ein kleines Ramen mit pochiertem Ei, Blaukrautsalat mit Petersiliencreme, Entenleber-Creme mit Birne und Haselnuss sowie einen frischen Caesar-Salat-Ansatz mit Salatherzen. Alles sauber abgeschmeckt, teilweise überraschende Kombinationen, die gut funktioniert haben. Gerade das Ramen und die Ceviche waren für mich die Highlights dieser Runde.

    In der zweiten Runde wurde es dann kräftiger und sättigender: Pekingsentenbrust mit Rotweinbutter, Wirsing mit Zwiebel und Speck, ein würziger Selleriesalat, die fränkischen Trüffel-Pommes und der im Tempurateig gebackene Karpfen. Genau hier lag dann auch unser Kritikpunkt. Geschmacklich in Ordnung, aber der Fisch und die Pommes waren insgesamt zu schwer und sehr fettigim Mundgefühl. Dadurch kam schnell ein sättigendes Gefühl auf und wir waren früh voll. Wir hätten uns für den zweiten Teil des Menüs etwas mehr Leichtigkeit gewünscht, weil der Rest eigentlich sehr fein und ausgewogen war.

    Insgesamt bleibt das Imperial eine gute Adresse in Nürnberg. Kreativ, abwechslungsreich und ein schöner Abend, wenn man Lust auf viele Eindrücke und ein gemeinsames Teilen der Speisen hat. Die Menge ist großzügig, man sollte also hungrig kommen oder rechtzeitig bremsen.
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  • Restaurant 5, Stuttgart

    4 Januari, Jerman ⋅ ⛅ -2 °C

    Restaurant 5
    Bolzstraße 8, 70173 Stuttgart
    1 Michelin-Stern

    Wir waren im 5 in Stuttgart und haben einen sehr stimmigen Abend erlebt: moderne Küche mit klarer Idee, präziser Technik und viel Sinn für Balance. Schon der Einstieg mit dem Amuse-Bouche – das „Soulfood-Schälchen“ aus Senfei-Gurke, Kartoffel, Hollandaise und Senf – war mehr als nur netter Gruß aus der Küche.

    Die Brotauswahl hat uns begeistert: warmes Kartoffelbrioche mit feiner Kruste, dazu eine Brotschnecke mit Auberginenfüllung sowie Butter und ein Aufstrich aus Pecorino, Ricotta und Trüffel.

    Der Balfeó-Thunfisch kam als Sashimi, leicht mariniert, begleitet von einer kühlen Buttermilch-Dashi, feinem Kaviar, süß-sauer eingelegter Gurke und Kumquat-Creme. Frisch, cremig und präzise gewürzt, mit einer sehr sauberen Aromatik und schöner Spannung zwischen Säure, Fett und Umami.

    Beim Hauptgang überzeugte das Dan Morgan Ranch US Beef. Als Tramezzini interpretiert, mit feiner Beef-Farce, Wagyu ’Nduja und etwas Foie Gras, schonend gegart und anschließend goldbraun angebraten. Serviert auf Petersilienpüree, dazu Kastaniencreme und eine aromatische Madeira-Sauce, frisch gehobelter Périgord-Trüffel zum Abschluss. Saftig, würzig und luxuriös, ohne schwer zu wirken.

    Das Dessert, die Winterbombe à la „5“, war ein schönes Finale: Mousse aus gebrannter Schokolade, gefüllt mit Miso-Salzkaramell, darunter Earl-Grey-Gelee und Shortbread. Dazu süß-sauer eingelegte Äpfel mit tasmanischem Pfeffer, ein grünes Apfel-Earl-Grey-Sorbet und eine knusprige Hippe. Schokoladig, frisch und duftig, mit klarer Tee-Note und guter Leichtigkeit zum Schluss.

    Insgesamt ein sehr runder Abend mit einer Küche, die komplexe Ideen klar und verständlich auf den Teller bringt. Beim Service mussten sie wohl auf Aushilfskräfte zurückgreifen, da hat einiges nicht gepasst.
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  • Cocina Hermanos Torres, Barcelona

    14 Januari, Spanyol ⋅ ☁️ 12 °C

    Cocina Hermanos Torres
    Carrer del Taquígraf Serra 20, 08029 Barcelona, Spanien
    3 Michelin-Sterne

    Hinter dem Restaurant stehen die Zwillingsbrüder Sergio Torres und Javier Torres, die zu den bekanntesten Köchen Spaniens zählen. Ihre Karriere begann klassisch, unter anderem in Spitzenhäusern wie El Racó de Can Fabes und bei Alain Ducasse, bevor sie sich mit eigenen Projekten selbstständig machten. Mit Cocina Hermanos Torres haben sie ihre persönliche Vision eines modernen, produktfokussierten Fine Dining umgesetzt. Der Anspruch ist klar: kompromisslose Produktqualität, handwerkliche Präzision und eine Küche, die Technik und Emotion verbindet, ohne ins Theatralische abzudriften.

    Das Restaurant selbst ist wie eine große, offene Bühne aufgebaut. Mehrere Kücheninseln stehen verteilt im Raum, jede für einen bestimmten Teil des Menüs verantwortlich. Die Gäste sitzen rundherum, sodass man jederzeit Einblick in die Arbeit der Köche hat – vom Anrichten bis zu den letzten Handgriffen. Dadurch entsteht eine sehr direkte, fast transparente Beziehung zwischen Küche und Gast, die man in dieser Konsequenz nur selten erlebt. Trotz der Größe des Raumes wirkt das Ambiente ruhig, elegant und überraschend entspannt.

    Die Auszeichnungen sprechen für sich. Seit 2022 hält Cocina Hermanos Torres die Höchstauszeichnung von drei Michelin-Sternen und gehört damit zur absoluten Weltspitze. Gelobt werden insbesondere die klare Handschrift der Küche, die Konstanz über das gesamte Menü hinweg und das außergewöhnliche Restauranterlebnis als Gesamtkonzept.

    Wir hatten das große Degustationsmenü mit 16 Gängen. Im Mittelpunkt stehen saisonale Produkte, häufig aus dem mediterranen Raum, die sehr pur, aber technisch perfekt verarbeitet werden. Gemüse spielt eine zentrale Rolle, Fisch und Meeresfrüchte sind präzise gegart, Fleisch wird eher dosiert eingesetzt. Die Gänge bauen logisch aufeinander auf, mit feinen Säure- und Texturwechseln, sodass das Menü trotz seiner Länge sehr gut zu bewältigen ist. Portionsgrößen und Rhythmus sind exzellent abgestimmt, man fühlt sich am Ende angenehm gesättigt, aber nicht überladen.

    Insgesamt war der Besuch eine sehr runde Erfahrung: ein außergewöhnliches Restaurantkonzept, Köche mit klarer Vision, höchste Auszeichnung zu Recht – und ein Menü, das über viele Gänge hinweg konstant auf sehr hohem Niveau bleibt.
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  • De Kristalijn, Genk, Belgien

    4 Februari, Jerman ⋅ ☁️ 2 °C

    De Kristalijn
    Oude Hoevestraat 16, 3600 Genk
    1 Michelin-Stern

    Wir waren zum Mittagessen im De Kristalijn in Genk, auf dem Weg von Löwen nach Bonn. Ein idealer Stopp ohne viel Umweg. Das Restaurant liegt ruhig im Grünen bei dem Golfplatz in einem modernen Gebäude mit viel Glas. Sehr gemütlich!

    Wir haben uns für das 3-gängige Market Menü entschieden. Zum Auftakt gab es nette Amuse-Bouches, unter anderem Austern, sehr frisch und nett angemacht mit Äpfeln. Leider mussten wir uns auf einen Moktail genügen, aber auch der war sehr nett. Aber noch mehr haben die kleinen Teile mit Foie gras … ja …

    Die folgenden Gänge mit Makrele und dann Hirsch waren einfach perfekt zubereitet, ohne viel Schnickschnack.
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  • Tantris DNA – München

    29 April, Jerman ⋅ ☀️ 15 °C

    Tantris DNA
    Johann-Fichte-Straße 7, 80805 München
    1 Michelin-Stern

    Tantris DNA – München

    Name Adresse Auszeichnungen
    Tantris DNA Johann-Fichte-Straße 7, 80805 München 2 Michelin-Sterne

    Wir waren im Tantris DNA beim Paul-Bocuse-Special „Un centenaire de Paul Bocuse“. Das Menü war eine schöne Hommage an die große klassische französische Küche – nicht modern verspielt, sondern bewusst traditionell, opulent und handwerklich sauber.

    Los ging es mit kleinen Amuse-Bouches. Sehr schön angerichtet, einmal diese kleinen gelben Häppchen mit Fisch, Kapern und eingelegter Zwiebel, dazu kleine rote Tartelettes und diese luftigen, herzhaften Gebäckstücke. Das war schon ein guter Einstieg und passte sehr gut zum Stil des Abends.

    Der erste Gang waren Quenelles de Brochet, also Hechtnocken mit Sauce Homardine. Sehr fein, sehr klassisch, mit dieser intensiven Hummersauce. Dazu Kaviar und kleine Einlagen, alles weich, cremig und elegant. Ein Gericht, das nicht laut sein muss, aber sehr viel Tiefe hat.

    Danach kam Rouget-Barbet en écailles de pomme de terre – Rotbarbe mit Kartoffelschuppen, Rosmarin und einer kräftigen Sauce. Optisch wunderschön, diese knusprige Kartoffelkruste auf dem Fisch. Geschmacklich klar französisch, mit schöner Balance zwischen Fisch, Röstaromen und Sauce.

    Als Hauptgang gab es Fricassée de Volaille de Bresse aux Morilles. Bresse-Huhn mit Spargel, Morcheln und Sauce Suprême. Das war für mich der stärkste Gang. Serviert in der großen Schale, mit viel Sauce, perfekt gegartem Fleisch, Morcheln, Gemüse und dazu Reis. Sehr klassisch, sehr reichhaltig, aber genau richtig. Diese Sauce war der Mittelpunkt des Gerichts.

    Zum Abschluss kam die Mousse au Chocolat à la Paul Bocuse. Groß serviert, nicht als kleines Dessertkunstwerk, sondern richtig klassisch und großzügig. Dunkel, intensiv, cremig, fast schon mächtig, aber genau so erwartet man das bei so einem Menü.

    Dazu gab es noch die kleine Weinkarte „Un verre de trop“. Besonders schön war der Puligny-Montrachet Village von Etienne Sauzet, der sehr gut zu den Gerichten gepasst hat.

    Ein besonderer Abend im Tantris DNA. Nicht die Küche der großen Überraschungen, sondern eine sehr gelungene Erinnerung an Paul Bocuse und an eine Zeit, in der Sauce, Produkt und Handwerk im Mittelpunkt standen.
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