• Ja, wo sind sie nur?

    20. juni, Tyskland ⋅ ☀️ 29 °C

    20.06.26, Samstag
    Von St. Blasien nach Lenzkirch

    Um 5:45 Uhr bin ich heute  auf der Piste. Auf das Hotelfrühstück verzichte ich, obwohl es im Preis eingeschlossen ist. Aber Beginn wäre erst um 7:30 Uhr. Das hieße, ich käme erst um 8:30 Uhr los. Dann wäre es schon viel zu warm. Auch heute stehen zu Beginn wieder über 300 Höhenmeter an. Die absolviere ich lieber in der Morgenkühle.

    Die Tour beginnt vielversprechend. Als ich aus St. Blasien rauskomme, geht es gleich durch einen Bannwald auf einem wunderschönen dunklen Single Trail, einem schnellen Bachlauf mit vielen kleinen Stromschnellen entgegen. Ich bin begeistert. 

    Diese Gedanken hat der Steig wohl aufgenommen und sich gesagt: "Okay, Sirius ist erstmal zufrieden. Dann brauche ich mich nicht mehr anzustrengen." Und dann geht es kilometerweit nur auf breiten Forststraßen weiter. Zunächst lang und beständig bergauf. Danach abwärts. Ich lege mir Musik auf die Ohren , was ich grundsätzlich nie in schöner Natur mache. Aber jetzt pusht es und ich komme sehr gut voran. 

    Am Pfaffenbrünnele frühstücke ich und fülle Wasser auf. Der Weg geht unverändert weiter. Die Vesperstube am Anfang des Schluchsees hat offiziell noch nicht geöffnet. aber ich bekomme trotzdem eine Apfelschorle. Außerdem spare ich einen Schaufeleinsatz. Weiter geht's um den Schluchsee rum. Viele Radfahrer sind unterwegs. Zum Teil auf Tagestour, zum Teil auf der Suche nach einer Badestelle. Vom Weg aus führen kleine Abzweigungen zum See. Eine kleine Abkühlung könnte ich auch gebrauchen. Meine Badehose hatte ich zwar aus Gewichtsgründen nach Hause geschickt, aber an einer entlegenen Stelle... Eine solche Stelle finde ich aber nicht mehr. Chance verpasst. Am Seglerhaus gibt's noch ein Stück Käsekuchen und dann geht's weiter. Der Weg führt weg vom Schluchsee und ist auf einmal voller Wanderer, Tageswanderer. Sogar welche ganz ohne Rucksack oder Trinkflasche. Bemerkenswert finde ich Vater und Sohn beim Trailrunning in der Mittagshitze. Der Weg führt steinig nach unten und der ca. zehnjährige Junge meistert ihn mit Bravour. Vater folgt mit kurzem Abstand. Es sieht sehr leicht aus. Und irgendwie sind sie den Berg ja auch mal hochgekommen. Chapeau!

    In Lenzkirch kaufe ich kurz was ein und dann geht es in praller Sonne und ohne Luftzug weiter zum Campingplatz Kreuzhof. Liegt ein bisschen abgelegen, sodass heute wieder 30 km voll gemacht werden. 

    Das Rheinsteig-Training scheint sich auszuzahlen. Ich komme jetzt sehr gut voran und erreiche die Wandergeschwindigkeit, die ich mir vorgestellt habe.

    Auf einem Schild entlang des Wegs habe ich über die heutige Etappe gelesen, dass sie weitgehend schluchtenfrei verliefe. Das war sie. Wie die beiden vorhergehenden auch. Ich verstehe noch nicht ganz, wie der Schluchtensteig zu seinem Namen kam. Was wäre denn der Rheinsteig ohne den Rhein? Oder der Natursteig Sieg ohne die Sieg? Ich habe schon mehr als die Hälfte des Steigs durchwandert und habe da ein bisschen mehr erwartet.

    Aber gut. Hier auf dem Campingplatz laufen die Vorbereitungen für das Public Viewing des Deutschland-Spiels um 22.00 Uhr. Ich möchte morgen ja wieder um 6 Uhr los. Mal gucken, ob ich gucke.
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