UBUD – zwischen Verkehr & Idylle 🌿🛵✨
Sep 17–21 in Indonesia ⋅ ☀️ 29 °C
Wir verabschieden uns von Sidemen und ziehen weiter nach Ubud – das kulturelle Zentrum Balis. Die Fahrt dauert satte zwei Stunden. Der Verkehr rund um Ubud ist höllisch, was mir schon wieder Bauchschmerzen beschert, wenn ich daran denke, dass ich ja hier auch Roller fahren muss. 😅
Wir erreichen unsere Unterkunft, die etwas ausserhalb des Zentrums am Eingang zur Stadt liegt. Eine wunderschöne, grüne Anlage mit Pool und Teich – und das Beste: nur für uns. Kurzer Check-in, Auspacken und los geht auch schon die Entdeckungsreise.
Oder besser gesagt: der Nervenkitzel. 😂
Während Simon vorbildlich sein Sportprogramm absolviert, wollen Nicole und ich in einem nahe gelegenen Supermarkt einkaufen. Vor allem Bier und Wasser – Prioritäten müssen schliesslich gesetzt werden. 😄
Meine Schwester wird schnell abgeholt, während ich nervös am Strassenrand auf meinen Grab-Bike-Fahrer warte. Er heisst – wie soll es anders sein – Wayan. 🤣
Dann heisst es: Angst überwinden und auf den Roller schwingen. Naja … bei mir sieht das ehrlich gesagt alles andere als elegant aus. 😂
Am Anfang bin ich noch ziemlich verkrampft, merke aber schnell, dass der Fahrer alles im Griff hat. Manchmal muss man einfach loslassen und vertrauen, sage ich mir. Und tatsächlich kann ich mich nach und nach ein wenig entspannen und mich mit dem Fahrer sogar unterhalten.
Auch hier sind die Menschen einfach ultra nett und fröhlich. Sie zeigen ehrliches Interesse an deiner Person, auch wenn es nur für eine kurze Fahrt ist. Dieses unkomplizierte, herzliche Miteinander gehört für mich definitiv zur balinesischen Freundlichkeit dazu. ❤️
Nach dem Einkauf dämmert es bereits und wir putzen uns heraus für einen Abend in einem schicken italienischen Restaurant. Wir treffen uns mit Freunden von Nicole und Simon, die sie auf dem Boot kennengelernt haben.
Und DIESE ROLLERFAHRT übertrifft alles bisher Erlebte:
Die Autos und Motorbikes reihen sich dicht an dicht. Es wirkt, als gäbe es keine Regeln – wer zuerst fährt, fährt. Hupen und fahren. Irgendwie funktioniert es. 😳 Nach 30 Minuten und einigen Nerven weniger komme ich beim Restaurant als Erste an. Nicole folgt einige Minuten später. Doch wo ist Simon?
Nach 15 Minuten Warten entscheiden wir uns, im Restaurant weiter zu warten und versuchen, ihn zu orten. Leider hat er wohl keine Verbindung. Kurz bevor wir uns überlegen, 112 zu wählen, taucht er endlich auf. Der Grab-Fahrer hat ihn einfach am falschen Ort abgeladen. Und weil Revolut an diesem Tag einen Cyberangriff hatte, funktionierte seine eSIM ebenfalls nicht. Also hat er sich kurzerhand mit Durchfragen bis zu uns durchgeschlagen.
Darauf erst einmal einen Drink und Pasta mit Trüffel. Herrlich. 😂🍝
TAG 2 – RIDGEWALK, TEMPEL & UBUD MITTEN IM VERKEHRSCHAOS 🌿🙏🏼
Am nächsten Tag entscheiden wir uns für eine Wanderung und Sightseeing in der Stadt.
Der Campuhan Ridge Walk ist ein ungefähr zwei Kilometer langer Weg über einen grünen Bergrücken mitten bei Ubud. Der Weg führt zwischen zwei Flusstälern entlang, vorbei an hohem Gras, Palmen und tropisch grüner Landschaft.
Der Name „Campuhan“ bedeutet sinngemäss „Zusammenfluss“ – passend dazu treffen hier zwei Flüsse aufeinander. Und genau das gefällt mir an Ubud: Man kann innerhalb weniger Minuten vom Verkehrschaos in eine komplett andere Welt eintauchen.
Wir laufen direkt weiter. Zuerst geht es zum Royal Temple, dem Ubud Palace. Der Palast liegt mitten im Zentrum und war bzw. ist die Residenz der königlichen Familie von Ubud. Die kunstvollen Steinmetzarbeiten, traditionellen Gebäude und gepflegten Gärten geben einen kleinen Einblick in die Geschichte und Kultur des ehemaligen Königshauses.
Danach geht es weiter zum wunderschönen Water Temple – dem Pura Taman Saraswati.
Und auch hier bekommt man wieder Kleidung: Sarong und Hemd. Ein wenig eklig, wenn man bedenkt, dass das Hemd zuvor wahrscheinlich schon von einem anderen verschwitzten Touri getragen wurde. 😅 Aber auch das lohnt sich.
Der Tempel ist der hinduistischen Göttin Saraswati gewidmet, der Göttin der Weisheit, Kunst und Literatur. Besonders bekannt ist er für seinen wunderschönen Lotus-Teich, der den Eingang zum Tempel säumt. Und tatsächlich: Der Water Temple mit seinem Teich voller Lotusblüten ist atemberaubend schön. Ein richtiges Idyll. 🌸
Aus dem Tempel getreten, fluten uns wieder der Lärm und der Verkehrsstaub der Stadt.
Diese krassen Gegensätze sind irgendwie typisch für Bali. Zwischen Idylle und Menschenmassen ist der Weg manchmal nur ein paar Meter lang.
Nach einer ausgiebigen Dusche fahren wir nochmals in die Stadt und gönnen uns eine balinesische Aromamassage und eine Schüssel Ramen. Ein ziemlich perfekter Abschluss für einen Tag voller Eindrücke. 😍
TAG 3 – EIN MAGISCHER ORT UND GANZ VIEL GÄNSEHAUT ✨
Am nächsten Morgen brechen Nicole und Simon bereits früh auf, um eine Yogastunde zu besuchen. Ich nutze die Zeit am Morgen für mich – um anzukommen, ein wenig zu schreiben und einfach einmal nichts zu müssen.
Nach dem Frühstück in der Unterkunft zieht es uns zum Gunung Kawi Tempel - und dieser Ort ist magisch: Gunung Kawi liegt in einem grünen Tal am Pakerisan-Fluss und gehört zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Balis. Das Besondere: Die riesigen Schreine wurden direkt aus den Felswänden herausgearbeitet. Insgesamt gibt es zehn dieser monumentalen Felsheiligtümer, die vermutlich aus dem 11. Jahrhundert stammen und mit der königlichen Familie der Warmadewa-Dynastie in Verbindung gebracht werden.
Schon der stufenreiche Weg nach unten ist ein Erlebnis – und gleichzeitig weiss man natürlich: Jede einzelne Treppe müssen wir später wieder hoch. 😅
Unten angekommen, sitzen wir vor den riesigen Grabmälern am Fluss und haben Gänsehaut. Die Energie, die hier herrscht, ist anders: mystisch. Stark. Ruhig und gleichzeitig irgendwie belebend.
Vielleicht liegt es an der Geschichte dieses Ortes. Vielleicht an der unglaublichen Landschaft. Vielleicht auch einfach daran, dass man hier unten, umgeben von Felsen, Wasser und Dschungel, plötzlich komplett von der Aussenwelt abgeschottet ist.
Wir nehmen uns deshalb die Zeit, gemeinsam zu meditieren.
Einfach sitzen. Atmen. Nichts tun. Und diesen Moment wirken lassen. ❤️
Nach einer ausgiebigen Erkundungstour und gefühlt x-Treppenstufen retour nach oben fahren wir zurück in die Unterkunft. Den Abend verbringen wir mit Shoppen in der Stadt und einem leckeren balinesischen Abendessen.
TAG 4 – EIN RING FÜRS MEER UND EIN LETZTER ABEND ZUSAMMEN 💍🌊
Unser letzter voller Tag in Ubud - Wir wollen nochmals ins Zentrum und essen dort zuerst ein sehr leckeres Frühstück. Danach sitzen wir zusammen und beraten uns, was wir an unserem letzten Tag noch unternehmen möchten.
Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns für einen Workshop im Silberschmieden.
Bali – und insbesondere die Region rund um Celuk – hat eine lange Tradition in der Silberschmiedekunst. In Celuk entwickelte sich das Handwerk besonders ab dem frühen 20. Jahrhundert. Ursprünglich wurden vor allem Gegenstände für religiöse Zeremonien sowie Schmuck und Verzierungen für königliche Hochzeiten hergestellt. Mit der Zeit entwickelte sich daraus die heute bekannte Tradition für Ringe, Ohrringe, Ketten, Armbänder und viele weitere Schmuckstücke.
Wir finden eine kleine Werkstatt und bekommen tatsächlich spontan einen Platz für den Workshop.
Wayan – und nein, das ist wirklich kein Witz 😂 – fährt mit seiner Frau und seiner Tochter jeden Tag von Sidemen nach Ubud und wieder zurück. Auch an einem Sonntag.
Nun heisst es: kreativ werden.
Für mich war von Anfang an klar, dass ich einen Ring machen möchte, der meine Liebe zum Meer und zu seinen Bewohnern widerspiegelt. 🌊🐚
Also entwerfe ich mit ChatGPT eine Skizze und zeige sie Wayan.
Er schaut sich das Ganze an und meint: Ja, das lässt sich machen.
Na dann. Los geht's! Silber einschmelzen, hämmern, erhitzen, plätten, hämmern, feilen, schneiden, schleifen, biegen, polieren, prägen … Und wieder von vorne.
Zwischendurch denke ich kurz: Was haben wir uns hier eigentlich eingebrockt? 😂 Mein Körper ist Schweiss gebadet.
Die Familie ist einfach zuckersüss und leitet uns mit unglaublich viel Geduld an.
Kein Zeitdruck. Kein Stress. Einfach gemeinsam etwas mit den Händen erschaffen.
Und genau das macht diesen Nachmittag für mich so besonders. Nach zwei Stunden halten wir alle glücklich unser Ergebnis in der Hand.
Und wir sind mega happy damit! 🥰
Was für ein schönes und vor allem persönliches Mitbringsel von unserer gemeinsamen Zeit auf Bali. Kein Souvenir, das irgendwo im Regal verstaubt. Sondern etwas, das uns immer an diese Tage, an Ubud und an diese kleine Werkstatt mit Wayan und seiner Familie erinnern wird.
UND DANN HEISST ES ABSCHIED NEHMEN … ❤️
Von Bali. Aber vor allem voneinander.
Ein mulmiges Gefühl gemischt mit Vorfreude. Denn jetzt geht es für mich wirklich alleine los. Nicole und Simon brechen auf zu den Cook Islands im polynesischen Meer, während ich mein Abenteuer in Indonesien fortsetze und nach Labuan Bajo reise.
Und genau hier schreibe ich jetzt diese Zeilen.
Mit Blick auf das Meer.
Vor mir liegen die Komodoinseln.
Das nächste Abenteuer wartet bereits. 🌊🐉❤️Read more


































TravelerGeh ja nicht in den Monkey Forrest 🙈😁
TravelerNiemals 🙅🏻♀️
Traveler😁