• 🐉 Drachen, rosa Sand und 815 Stufen 🩷

    Sep 25–26 in Indonesia ⋅ ☁️ 28 °C

    Padar ist berühmt für seine Hügel und die drei Buchten mit unterschiedlich gefärbten Stränden. Den Sonnenaufgang über diesem Panorama wollen natürlich nicht nur wir sehen: Von allen Seiten brausen Beiboote heran. 🚤

    Am Steg wartet die erste Morgengymnastik – zumindest für Menschen mit kurzen Beinen wie mich. Ich muss mich über eine Seilschlaufe aus dem Boot hieven, was überraschend gut klappt. Adi schleust uns schnell durch die Kontrolle und schon erklimmen wir als eine der ersten Gruppen die 815 Stufen zum Aussichtspunkt.

    Es ist erst Morgen, aber bereits schwülwarm. Der Schweiss rinnt mir aus allen Poren. Oben angekommen ist das sofort vergessen: Die drei Buchten liegen wie aus dem Bilderbuch vor uns, während die ersten Sonnenstrahlen die Hügel in goldenes Licht tauchen.

    Magisch. 🌅

    Zurück auf der Alcira gibt es Frühstück und danach Nap-Time auf dem Sonnendeck. Besonders Morgan ist von diesen kleinen Nickerchen begeistert. Wir lassen uns vom Boot in den Schlaf schaukeln, bis der Motor verstummt: nächster Stopp!

    Etwa 500 Meter vor dem Long Pink Beach dürfen wir direkt von der Alcira ins strahlend blaue Wasser springen und zum Strand schnorcheln. Einige hüpfen vom Dach – ich begnüge mich mit den drei Metern ab der untersten Reling. 😉 Flossen an, Maske auf und los!

    Unterwegs erwischen mich zum ersten Mal kleine, unsichtbare Nesseltierchen. Es wird nicht das letzte Mal sein … Doch am Strand ist das schnell vergessen: Der Sand ist tatsächlich wunderschön rosa! Winzige rote Partikel mischen sich hier mit dem hellen Sand und geben ihm seine Farbe. 🩷

    Wir schnorcheln und relaxen, als plötzlich zwei Rehböcke (!!) gemächlich am Strand entlanglaufen. Sie kommen ganz nah an uns heran und scheinen sich überhaupt nicht an uns zu stören. Was für eine surreale Szene! 🦌

    Hirsche gehören zu den wichtigsten Beutetieren der Komodowarane. Und genau diesen Riesenechsen werden wir als Nächstes begegnen.

    Komodowarane jagen mit kräftigem Biss, scharfen Zähnen und Giftstoffen, die unter anderem die Blutgerinnung beeinflussen können. Menschen stehen normalerweise nicht auf ihrem Speiseplan. Beruhigend ist das Wissen trotzdem nur bedingt, wenn man gleich einem mehrere Meter langen Exemplar gegenüberstehen wird. 😉

    Entsprechend nervös erreichen wir das Dorf. Die Menschen hier haben gelernt, mit den Waranen zu leben; ihre Häuser stehen auf Pfählen. Zuerst entdecken wir einige Jungtiere, die sich vor den ausgewachsenen Artgenossen verstecken – Komodowarane sind nämlich Kannibalen. 😳

    Zwei Guides führen uns aus dem Dorf hinaus und klopfen dabei immer wieder mit ihren langen Holzstöcken auf die Erde. Schon nach der ersten Kurve treffen wir auf ein riesiges Männchen. Unser Puls steigt, als es sich aufrafft und tatsächlich in Bewegung setzt. Laut den Guides sieht man das selten.

    In Gangstermanier kommt es auf uns zu. Schon sein Gang sagt: Ich bin gefährlich.

    «You lucky people today!», sagen die Guides immer wieder.

    Naja … so fühlt es sich gerade nicht an. 😅

    Der Waran faucht und beginnt zu sabbern. Wir scheinen wohl verlockend gut zu riechen. 😉 Nach einigen Fotos und Videos gehen wir weiter und entdecken noch viele weitere Warane, gut getarnt im Schatten der Bäume. Direkt daneben liegt die Grundschule. Für mich unvorstellbar – doch das fröhliche Gekreische der Kinder klingt, als sei das für sie der normalste Schulalltag der Welt.

    Im Dschungel hoffen wir ausserdem auf eine schwarze indonesische Speikobra. Ja, richtig gehört – noch ein potenziell tödliches Tier. 🐍 Die lässt sich allerdings nicht blicken. Stattdessen sehen wir eine goldene Seidenspinne in ihrem beeindruckenden Netz. Die Weibchen werden riesig, während die winzigen Männchen oft unbemerkt als «Untermieter» im selben Netz leben. Ich finde diese Tiere wunderschön. Meine Begeisterung wird in der Gruppe nicht von allen geteilt. 🕷️

    Auf dem Rückweg begegnen wir weiteren Waranen, darunter GinGin – gemäss unseren Guides das zweitgrösste Männchen hier. Das grösste heisst Hercules. An manchen Tagen sieht man keinen einzigen; wir hatten also wirklich Glück.

    Zurück im Dorf macht sich trotzdem Erleichterung breit:

    Wir haben überlebt. 😉🐉
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