• Senggigi: Nur kurz runterfahren...🌊

    Sep 27–30 in Indonesia ⋅ ⛅ 28 °C

    Nach einem ruckligen Flug lande ich auf Lombok. Meine Schwester Nicole und mein Schwager Simon waren einige Wochen vor mir hier und haben von der Insel geschwärmt – vor allem von den freundlichen Menschen. Jetzt bin ich gespannt, ob ich dasselbe erleben werde. 😊

    Lombok liegt östlich von Bali. Die Insel ist geprägt vom Vulkan Rinjani, ihren Küsten und der Kultur der Sasak. Meine ersten drei Nächte verbringe ich in Senggigi an der Westküste: ein Ort am Meer, an dem ich erst einmal ankommen und die Erlebnisse der letzten zwei Wochen verarbeiten möchte. Ehrlich gesagt fühlt es sich an, als wäre ich schon vor Monaten aufgebrochen …

    Ich habe einen wunderschönen Bungalow in einer Resortanlage mit Spa gebucht – wow! Direkt daneben rauschen die Wellen an den Strand, und die Sonnenliegen sehen sehr verlockend aus. 🌊

    Doch am ersten Abend zieht es mich noch einmal los. Ich möchte den Sonnenuntergang in einer Bar mit Live-Musik erleben. Also kurz frisch machen, grosszügig mit dem auf Reisen unverzichtbaren Duft «Eau d’Anti-Brumm» einsprühen und ab ins «LA Chill». 😉

    Ich bekomme einen Platz in der vordersten Reihe. Die Sonne steht schon tief und zeigt sich in ihrem schönsten Orange. Lange bleibe ich nicht allein: Bruce, der hier Schmuck und selbst gebastelte Schlüsselanhänger aus Kokosnussschalen verkauft, hört mich «Tampi asih» – Danke auf Sasak – sagen. Offenbar freut ihn mein Versuch. Er setzt sich zu mir und gibt mir eine kleine Lektion in Indonesisch und Sasak. Merken kann ich mir davon fast nichts, interessant ist es trotzdem. 😄

    Natürlich kann ich auch nicht nein sagen, als er mir seine Armbänder und Anhänger zeigt. Bruce – «wie Bruce Willis», sagt er selbst – besteht darauf, mit mir zu verhandeln. Das müsse ich hier schliesslich können! Nach einer kurzen, fairen Verhandlung bin ich um drei schöne Stücke reicher. 😊

    Bruce bleibt noch ein wenig und erzählt mir von seinem Leben: von den Katzen, die er jeden Tag füttert, vom Müll, den die Monsunzeit ans Ufer spült, und von seiner Liebe zum Meer. Bald will er am Riff speerfischen gehen. Er zeigt auf die Riffkante und tatsächlich sehe ich dort bereits tanzende Lichter unter Wasser – die Taschenlampen anderer Fischer.

    «Local food – good food», sagt er und lacht ansteckend. Dabei zeigt er seine nur noch spärlich vorhandenen Zähne. Hach, ist dieser Mensch knuffig. 🥹 Wir tauschen noch Zigaretten aus, dann bricht er auf, um für das Frühstück am nächsten Tag zu sorgen. Das meint er vollkommen ernst.

    Ich geniesse wieder die Zeit mit mir selbst, esse etwas und lausche der Live-Band. Kurz darauf setzt sich deren Sänger Arif zu mir. Auch mit ihm komme ich ins Gespräch – über das Leben, unsere Familien und den Glauben. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern etwas ausserhalb von Senggigi. Obwohl er muslimisch erzogen wurde, glaubt er heute vor allem an Karma: «Give good and you get good.» Da sind wir uns einig. 💙

    Nachdem wir einander Fotos unserer Familien gezeigt haben, muss Arif für das zweite Set zurück ans Mikrofon. Vorher lädt er mich noch zu sich nach Hause ein. Mein Bauchgefühl sagt, dass es okay ist, und ich sage zu. Wir tauschen Nummern aus und wollen uns am übernächsten Nachmittag treffen.

    Ich bleibe bis zum Ende des Sets, verabschiede mich und hüpfe routiniert auf ein Grab-Bike. Im Hotel falle ich direkt ins Bett. Was für ein schöner Abend! Gefühlt habe ich schon wieder zwei neue Freunde gewonnen – und diese Gespräche werde ich so schnell nicht vergessen. 🥰

    Am nächsten Tag übe ich mich im Nichtstun. Gar nicht so einfach nach zwei Wochen im Entdeckermodus! Aber ich merke, dass ich genau das jetzt brauche. Also schreibe ich am Blog, gönne mir eine Manicure, schwimme, geniesse die Happy Hour und esse gemütlich zu Abend. 🍹

    Weil mir das Spa so gut gefällt, buche ich für den folgenden Tag eine Massage mit Body Scrub und anschliessendem Milchbad. Genau als ich in die Badewanne steige, schreibt Arif: Er wurde für heute Abend spontan für einen Auftritt in einem Hotel gebucht – aus unserem Treffen wird also nichts. 😉 Er fragt, ob ich morgen Zeit hätte. Leider muss ich absagen, denn dann breche ich bereits zu meinem nächsten Ziel auf.

    Schade eigentlich. Meine Wohlfühloase in Senggigi könnte ich locker noch drei weitere Tage geniessen. 🌴

    Nächster Halt: Senaru. Dort möchte ich die Natur im Inneren Lomboks erkunden.

    Tampi asih, Senggigi – und besonders dem Chandi Resort, Bruce und Arif. You made me feel so welcome. ❤️

    P.s.: ja, ich liebe Sonnenuntergänge 😁🌅
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