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Uli‘s Camino - Camino Frances

Von Saint-Jean-Pied-de-Port über Santiago de Compostela bis nach Finesterre, dem Ende der Welt, zu Fuß Weiterlesen
  • Beginn der Reise
    27. August 2025

    In einer Woche geht es los …

    21. August 2025 in Deutschland ⋅ ☁️ 20 °C

    Der Rucksack ist gepackt. 4,7 kg ohne Wasser und Snacks ist richtig gut. Am Ende werden es dann sicherlich mit 2 L Wasser und ein paar Snacks morgens 7 kg sein, aber bis am Nachmittag bin ich dann wieder unter 5 kg. Das Tragesystem mit einer Art „Running Weste“ hat sich bereits auf dem zweiten Teil des Rheinsteigs bestens bewährt. Die Kleidung/Ausrüstung ist stark optimiert (siehe https://lighterpack.com/r/s95d7u) und sollte mich in allen Wettersituationen (Sonne, Regen, kühlere Tage) unterstützen. Mit 1,7 kg fällt die minimalistische Foto-/Film-/Elektronikausrüstung schon deutlich ins Gewicht. Meine Packliste gibt es auch auf YouTube (https://youtu.be/2SZctJzp3fI?si=qb-Jv0mpT4TrZEdU) und natürlich über meine Webseite: www.trailgourmet.de/blog

    Eigentlich könnte es schon morgen losgehen …
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  • Die Anreise nach SJPdP beginnt …

    27. August 2025 in Deutschland ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute 5 Uhr aufgestanden, die U-Bahn zum Hauptbahnhof Frankfurt um 6:02 Uhr genommen und nun sitze ich im ICE nach Paris Est. Die Abfahrt um 6:56 Uhr war pünktlich und hoffentlich komme ich auch pünktlich dort an. In Paris muss ich den Bahnhof wechseln (Paris Montparnasse), um den TGV Richtung Bordeaux zu erreichen.Weiterlesen

  • Gewusel in Paris

    27. August 2025 in Frankreich ⋅ ☁️ 22 °C

    Der Zug aus Frankfurt ist pünktlich in Paris Est angekommen, und ich bin dann mit dem Taxi in 45 Minuten quer durch Paris zum Gare Montparnasse gefahren. Nach einigem Suchen habe ich auch den richtigen Bahnsteig ausfindig gemacht (der wird nämlich erst 20 Minuten vor Abfahrt angezeigt) und wiederum nach einiger Suche dann auch den richtigen reservierten Platz gefunden. Nun geht es wieder mit 220 - 320 km/h für die nächsten 4 Stunden Richtung Süden bis Bayonne.Weiterlesen

  • Zwischenhalt und Umstieg in Bayonne

    27. August 2025 in Frankreich ⋅ ☁️ 23 °C

    Ausstieg aus dem TGV (pünktlich!) und Umstieg in eine Lokalbahn von Bayonne nach Saint-Jean-Pied-de-Port mit einer Stunde Aufenthalt in Bayonne. Hier sind auch schon viele Rucksackreisende / Caminowanderer unterschiedlichster Nationalitäten.Weiterlesen

  • An Startpunkt von Ulis Camino angekommen

    27.–28. Aug. 2025 in Frankreich ⋅ 🌧 20 °C

    Nach 12,5 h bin ich am Startpunkt meines Jakobswegs, in Saint-Jean-Pied-de-Port angekommen. In den Pyrenäen hängen die Regenwolken! Gleich nach der Ankunft ins Pilgerbüro und den Pilgerausweis abgestempelt. Nach dem Bezug der Unterkunft (Maison Simonenia) in strömendem Regen zum Abendessen (Stärkung für die morgige erste Kurzetappe).Weiterlesen

  • Kurze, aber steile erste Pyrenäen-Etappe

    28. August 2025 in Frankreich ⋅ 🌧 15 °C

    Nun starte ich endlich meinen Jakobsweg von Saint-Jean-Pied-de-Port (also „Heiliger Johann am Fuße des Passes“). Die Porte Notre-Dame führt durch den Fuß des Turms der gleichnamigen Kirche hinaus auf die Brücke über die Nive. In einer Nische des Turms überschaut der Heilige Johann die Pilger auf ihrem Weg aus der Stadt und hinauf zum Ibañeta-Pass. Ich habe mir heute zum Einstieg nur einen Teilabschnitt bis zum Pass vorgenommen. Dennoch haben es die nur 7,2 km in sich. Über 600 Höhenmeter gilt es zu meistern. Steile Passagen auf nassem Geröll und immer wieder regnet es. Obwohl heute keine Weitsicht möglich ist, sind die Ausblicke grandios. Ab und zu radeln laut schnaufend Camino-Biker an mir vorbei. Ich begegne heute nur wenig Pilgern auf meinem Weg (die meisten sind wahrscheinlich schon deutlich früher gestartet, insbesondere, wenn man in einer Etappe bis Roncevalles wandert).Weiterlesen

  • Am Ziel Refuge Orisson angekommen

    28. August 2025 in Frankreich ⋅ 🌧 15 °C

    Das Refuge Orisson, meine erste Herbergsübernachtung in einem 6-Personen-Doppelbettzimmer, liegt auf 798 m. Jetzt erst mal ausruhen (soweit das mit einem Extrem-Schnarcher über mir geht - da muss man Angst haben, dass „Dan aus Iowa“ das Doppelbett kleinsägt 🤣). Damit habe ich die Hälfte des Anstiegs zum Ipañeta-Pass (1.420 m - Pass Col de Lepoeder) gemeistert.Weiterlesen

  • Der frühe Vogel fängt den Wurm …

    29. August 2025 in Frankreich ⋅ ☁️ 13 °C

    Um 6:30 Uhr begann schon der Aufbruch in der Unterkunft. Um 7 Uhr startete das Frühstück. Draußen bahnte sich der Sonnenaufgang an. Gibt es etwas schöneres als ein Bergpanorama mit blutrotem Himmel? Schnell noch Wasser aufgefüllt und um 7:30 Uhr zur heutigen Pyrenäenetappe (17,2 km mit einem Höhenanstieg von 690 m) bei frischen 14 Grad aufgebrochen.Weiterlesen

  • Poseidon war heute mein Gegner

    29. August 2025 in Spanien ⋅ ☁️ 13 °C

    Poseidon? In den Bergen? Ja, der sorgte für enorme Windböen, die er vom Atlantik in die Berge blies. Natürlich immer als Gegenwind. So fühlte sich der 600 m Anstieg doppelt schwer an. Mit dem Wind kam der Regen und so habe ich eine dritte Schicht angelegt. Der Food-Truck nach 6,5 km und auf 1.200 m Höhe war ein Geschenk Gottes. Ein heißer Cafe au lait flösste wieder Wärme und Leben ein.
    Allerdings nur kurze Zeit, denn dann blies der Wind noch heftiger und der Anstieg wurde steiler. Erst nachdem der Weg durch ein Wäldchen führte , musste man keine Angst mehr haben, hinweg geweht zu werden. Pferde, Schafe, Kühe begleiten mich neben anderen Pilgern auf dem Weg. Und dann ist man in Navarra/Spanien und der Weg steigt nochmals steil zum Pass (1.430 m) an, um anschließend wieder steil bergab auf engen Pfaden über 4,8 km auf ca. 1.000 m abzufallen.
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  • Pilgerherberge im ehemaligen Kloster

    29. August 2025 in Spanien ⋅ ⛅ 16 °C

    In Roncesvalles gibt es ein Hotel, eine Pension (beide waren schon vor Wochen ausgebucht) und die öffentliche Pilgerherberge. Drei Schlafsäle mit jeweils ca. 100 Betten in kleinere 4-Betten-Abteile unterteilt. Dennoch ist alles sehr sauber und von wird von holländischen Freiwilligen sehr professionell und freundlich geführt. Ich habe das untere Etagenbett bezogen (allerdings keine Decken, d.h. mein Hüttenschlafsack/Inliner muss reichen). 😬😬
    Das Essen war einfach, aber lecker und jeder bekommt 1-2 Gläser Wein (Tempranillo).
    Nächste Nacht bin ich glücklicherweise wieder in einem Hotel mit EZ/Bad 😀👍

    Nachtrag: In der Nacht war es saukalt! Trotz aller verfügbaren Kleiderschichten habe ich in meinem dünnen Hüttenschlafsack ziemlich gefroren und schlecht geschlafen.
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  • Heute Grenzen getestet & überschritten

    30. August 2025 in Spanien ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute, auf der 22 km Wanderung mit 320 m bergauf und 740 m bergab bei Nachmittagstemperaturen von 42 Grad C in der Sonne und extrem steilen & felsigen Bergabpassagen habe ich meine körperlichen Grenzen nicht nur getestet, sondern wohl auch deutlich überschritten. Ich bin total kaputt, und erhole mich im Hotel bei einem heißen Bad.
    Den Tag hatte ich zu Beginn mit zu großem Tempo gestartet (4,3 km/h). Ich kam zwar auch nicht aus der Puste (es ging leicht bergab), aber dabei bereits die Knie überlastet. Nach einem Café con Leche in Espinel machte ich Bekanntschaft mit CJ und Sharon (aus Utah/Texas/Tennessee), die glücklicherweise mein Lauftempo deutlich herunterbremsten. 🙏👍🤗
    In Bizkarreta trennten sich unsere Wege und die letzten 12 km bin ich wieder alleine gelaufen, aber die Strecke wollte einfach nicht enden.
    Lessoned learned: Derzeit noch keine Strecke über 20 km, es sei denn, sie ist weitgehend flach.
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  • Die Pyrenäenausläufer: abwechslungsreich

    30. August 2025 in Spanien ⋅ ⛅ 26 °C

    Am Morgen durch dunkle Laubwälder und entlang an Viehwiesen. Nach wenigen Kilometern immer wieder durch Ortschaften (Burguete, Espinal, Bizkarreta, Lintzoain und schließlich nach weiteren 7 km Zubiri). In Zubiri angekommen gleich in der Hosteria de Zuberi eingecheckt (der ganze Ort ist ausgebucht; gut, dass ich bereits vor 2 Monaten reserviert habe). 😀Weiterlesen

  • Einfacher, aber länger als geplant

    31. August 2025 in Spanien ⋅ 🌧 21 °C

    Statt geplanten 17 km Tagesstrecke waren es am Ende doch über 20 km, allerdings mit weniger Höhenmetern. Die Füße/Fußgelenke schmerzten aber am Ende doch, da sie die Vortagestortur noch nicht vollständig überwunden haben. Zusätzlich war es heute Nachmittag sehr schwülheiß, was sich gegen Abend in Gewittern entlud.

    Großartig war die Erfrischung der Füße im kalten Wasser, die Mittagspause, das Belohnungsbier (Elektrolytzugabe) und die weitere Gepäckerleichterung (ich habe mir einen Teil - sicherlich 2-3 kg - per Transportdienst von Hotel zu Hotel bringen lassen).
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  • Zero-Day Pamplona

    1. September 2025 in Spanien ⋅ ☀️ 12 °C

    Heute mache ich einen Tag Pause in Pamplona. Am Morgen habe ich zunächst Wäsche gewaschen. Anschließend ging es auf Erkundung der Stadt. Neben einem Stadtrundgang steht für den TrailGourmet im Restaurant Europa am Mittag eine Michelin-Sterneküche an und später noch eine PilgermassageWeiterlesen

  • Der TrailGourmet lässt es krachen …

    1. September 2025 in Spanien ⋅ ⛅ 20 °C

    Ich genieße heute Mittag (Montag Abend geschlossen) die Sterneküche Pamplonas: in dem mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetem Restaurant Europa habe ich mich für das „Menu Eugenia“ entschieden (fantastisches Preis-Leistungsverhältnis). Ein 6-Gänge-Menü der Extraklasse (wenn auch etwas zu viel für mich).
    Vor dem nächsten Morgen werde ich heute nichts mehr essen können.
    ABER ALLES SEHR LECKER! 😋
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  • Zurück in die Natur

    2. September 2025 in Spanien ⋅ ☁️ 12 °C

    Heute habe ich die laute und wimmelnde Stadt hinter mir gelassen. Der Ausblick auf die weite Landschaft tut wieder gut und ich verlasse Pamplona gut erholt mit einem enormen Glücksgefühl. Der Aufstieg zum Alto del Perdón (764 m) ging erstaunlich gut und schnell. Berühmt ist der Pass für seine zahlreichen Windräder und die Pilgerskulpturen. Der Abstieg zum kleinen Ort Uterga ist zum Teil sehr steil und steinig, ließ sich aber heute gut und ohne Fuß-/Knieschmerzen bewältigen. In Uterga habe ich eine ausgedehnte Mittagspause eingelegt. Jetzt sind es auch nur noch 7 km bis zum heutigen Etappenziel Puente la Reina.Weiterlesen

  • Über Obanos nach Puente la Reina

    2. September 2025 in Spanien ⋅ ☁️ 23 °C

    Die Landschaft nach dem Alto del Perdón erinnert mich mit ihren sanften Hügeln und dem Weitblick an die Toskana. Die abgeernteten Getreidefelder tragen mit ihren gelben Halmen zum Eindruck großer Trockenheit bei (Anmerkung: Die Toskana ist deutlich grüner).
    Die Kirchen entlang des Caminos sind häufig monumental. In Obanos, kurz vor meinem Ziel, gab es noch ein lokales Straßenfest. Mein Hotel, das Jakue, liegt etwas außerhalb und kurz vor Puente la Reina und hat auch einen schönen Außenbereich mit Bar. Das wars für heute. Morgen geht es wieder weiter für den Trailgourmet. Das Ziel Estella ist 22 km entfernt.
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  • Puente la Reina

    3. September 2025 in Spanien ⋅ ☀️ 13 °C

    In Puente la Reina vereinen sich zwei „große“ Jakobswege (der spanische und der französische).
    Der Ort verdankt seinen Namen der Brücke, die im Auftrag der Königin von Navarra im 11. Jahrhundert für die Pilger zur besseren Querung des Flusses Arga (an dem bin ich bereits auf dem Weg von Zubiri nach Pamplona entlang gewandert) gebaut wurde.
    Die Temperaturen am Morgen (~ 8 Uhr) sind sehr angenehm und das Licht atemberaubend. Da kann man mit dem fotagrafieren nicht aufhören. Nach Querung der Brücke geht es 2-3 km flach auf Feldwegen aus der Stadt. Danach führt der Weg steil bergauf (ca. 200 Höhenmeter auf 1-2 km) zum kleinen Ort Mañeru. Eine für den Ort große Kirche ist typisch für den Jakobsweg und die Bedürfnisse der Pilger. Die engen Gässchen stammen alle aus den frühen Tagen der Pilgerschaft (Mittelalter), als die Orte entlang des Jakobswegs zusammen mit Pilgerhospitälern und Herbergen entstanden.
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  • Und weiter durch Navarra …

    3. September 2025 in Spanien ⋅ ☀️ 17 °C

    Navarra kam insbesondere durch die vielen Pilger im 11. Jahrhundert zu Reichtum: Viele Orte wurden gegründet, ausländische Handwerker siedelten sich an und der Pilgerstrom (für viele war die andere wichtige Pilgerroute nach Jerusalem zu lang) führte zu Reichtum und Bedeutung des Königreichs (es war das bedeutendste christliche Königreich Nordspaniens).
    Die Landschaft ändert sich ständig (graduell).
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  • Heute die ersten 100 km geknackt 💪

    3. September 2025 in Spanien ⋅ ☁️ 27 °C

    Nach der heutigen 6. Tagesetappe steht nach 28 Stunden reiner Wanderzeit mein Kilometerzähler bei 114,3 km. Dabei bin ich bisher kumuliert 2.800 m bergauf und 2.500 bergab gelaufen.
    Die Wohltat des Tages war mal wieder ein kühlendes Fußbad (hier im Rio Salado).
    Die heute verbrannten 2.350 Kcal Aktivitätskalorien (35.044 Schritte!) hat der TrailGourmet am Ziel in Estella gut überlegt ersetzt. 😀🤗😬😎
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  • Früher Start & schlechter Wein

    4. September 2025 in Spanien ⋅ 🌙 15 °C

    Kurz nach 7 Uhr habe ich das Appartment-Hotel (Iraipe Estella La Rua Auto Check-in) verlassen und auf dem Weg einen Milchkaffee und ein Marmeladenbrot in einem Café zu mir genommen.
    Erster Halt war eine Kunstschmiede, wo ich einen schönen, rustikalen Jakobsmuschelanhänger fand. Weiter ging es zur Weinkellerei Bodegas Irache mit ihrer „Wasser- und Weinquelle“. Angeblich gibt es hier täglich bis zu 200 L des Rotweins für die vorbeiziehenden Pilger kostenlos. Mir reichte ein Schlückchen des Weins, den ich nicht meinen schlimmsten Feinden anbieten würde. So ist es aber auch besser, und ich kann unbeschwibst meine Wanderung fortsetzen, was sich auch an meinem heutigen Tagesdurchschnitt von 4,2 km/h ablesen lässt. Interessant ist auch, dass sich mein durchschnittlicher Puls bei der Wanderung um ca. 30 Schläge/min erniedrigt hat. Selbst bei anstrengenden Bergpassagen komme ich selten über 130 Schläge/min. Meist liege ich nur zwischen 110 und 120!Weiterlesen