• Sechster Reisetag, Katakolo - Zakynthos

    May 7, 2025 in Greece ⋅ ☁️ 23 °C

    Wir stehen früh auf, ich fühle mich immer noch vollgefressen wie ein Grizzlybär vor dem Winterschlaf, allen anderen geht es ähnlich, es wird bestenfalls nach Kaffee gefragt, allerdings begehen wir leider den Fehler auszulaufen bevor der Kaffee gekocht ist. Ein größeres Kreuzfahrtschiff entledigt sich gerade seiner Passagiere, in Olympia dürfte heute der Teufel los sein, ein zweites wird um 8.00 Uhr erwartet. Wir wollen weg sein bevor wir bedingt das Anlegemanöver des nächsten Kreuzfahrers erstmal am Auslaufen gehindert werden, also ab durch die Mitte.
    Wir hoffen auf Wind, Nix da, stattdessen eine ordentliche Dünung, die angesichts meines Magenzustandes mir den Appetit vergehen lässt, richtig wohl ist mir heute nicht, ein kleiner Trost ich bin nicht völlig alleine. Inzwischen wurde auch das von Marko eingeleitete höchst risikoreiche Unterfangen des Kaffeebrauens, bei bis zu 1,5 m Dünung schon abenteuerlich, erfolgreich und ohne größere Brandblasen beendet und jeder bekommt einen Becher eines Gebräus, das einem die Herzfrequenz in Richtung 240 bpm ansteigen lässt, wer bis jetzt noch nicht wach war, hat schlaflose Stunden vor sich.😵‍💫☕️☕️🤣🤣
    Also schunkeln wir ganz gemütlich, bei monotonem Motorengeräusch in Richtung Zakynthos, Kurs 330 Grad, Katakolo war unser südlichster Punkt und es hat sich richtig gelohnt und wird ein für alle unvergesslicher Abend bleiben, Danke Dia und grüß deine Verwandtschaft jedes mal herzlich von der gesamten Crew🤩😃🇬🇷👍.
    Dann kommt der Hafen der Stadt Zakynthos näher, links auf der Mole erzählt Dia, liegt ein Nachbau des Schiffes „ Argo“, das Schiff mit Jason und seine Argonauten damals reisten um das „ Goldene Vlies“ zu holen. Stadt und Hafen erscheinen relativ groß, es sollen hier laut Wiki fast 10000 Einwohner leben. Römisch-katholisches Anlegemanöver mit Buganker stellt kein Problem dar, Landstrom bekommen wir, Wasser brauchen wir keines.
    Wir liegen mit dem Heck am Kai auf dem die Hauptstraße verläuft, alles ist ziemlich laut und unruhig, immer wieder bleiben mal Leute stehen und gucken sich unsere schöne und sehr große Yacht an, einige fragen was eine solche Charter kostet, soweit wir können geben wir Auskunft. Zahlreiche Cafés, Geschäfte und Restaurants säumen die Hauptstraße, die anderen berichten später im eigentlichen Zentrum, einige Hundert Meter entfernt wäre richtig viel los, sehr viele Touristen.
    Ich lege mich zu einem gepflegten Mittagsschlaf hin, einige erkunden die Stadt, Marko und Heinz mieten einen Roller und fahren an die Südspitze der Insel, dort gibt es ein Naturschutzgebiet in dem Karettschildkröten und Mönchsrobben leben, mit der Yacht dürften wir dort kaum hin. Marko badet und dann geht es wieder zurück. Inzwischen hat sich der körperliche Zustand der meisten Crewmitglieder deutlich erholt, jeder schwört allerdings nur eine kleine Portion abends zu sich zu nehmen, also begeben wir uns auf den Weg zum von Sascha ausgewählten, nahegelegenen Restaurant.
    Es werden Meeresfrüchte als auch Fleisch angeboten, das Preisniveau ist im Gegensatz zu Ag. Apostoli wieder auf ein touristisches angestiegen. Wir verzehren nach einigen Vorspeisen, Tintenfisch, Kalbshaxe, Bifteki und Hühnchensouvlaki, der Wein ist zwar ganz gut, aber für eine Flasche doch recht teuer, in den anderen Restaurants haben wir bisher immer Karaffen erhalten, gibt‘s hier nicht. Freundlicher, sehr redseliger Wirt, der sein Restaurant für eines der besten überhaupt zu halten scheint. Er lädt uns zu einem Tsipouro ein, der etwas hochprozentiger als unser gewohnter Ouzo ist.
    Das Essen schmeckt, wir werden satt, die Reste bekommen die uns belagernden Katzen und um 22.00 Uhr verlassen wir das Restaurant in Richtung unserer Yacht. Wir sitzen noch ein bisschen im Cockpit, aber alle sind etwas geschafft vom gestrigen Abend und der nervtötenden Dünung, die nicht so viel Spaß gemacht. Nach einem letzten Schluck Ouzo und einem kleinen Bierchen kehrt gegen 23 Ruhe auf dem Schiff ein.
    Wir sind so müde, das uns nicht einmal der immer noch rege Straßenverkehr, entlang des Kais läuft die Hauptstraße, mehr stört.
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