• Neunter Reisetag, Vathy - Vasiliki

    May 10, 2025 in Greece ⋅ ⛅ 25 °C

    Die Nacht ist ohne wesentliche Blessuren überstanden, der Wind bläst allerdings weiterhin mit etwa 4 Windstärken. Das übliche Morgenritual, Dia und Marko genehmigen sich erstmal einen Greek Coffee, nichts für schwache Gemüter wie mich. Gutes frisches Brot wird mitgebracht, dann gehen einzelne noch zum Duschen in dem gegenüberliegenden Häuschen, dann beginnt die Diskussion um den Ableger, ich bin da leider eher übervorsichtig und mache mir manchmal vielleicht zu viele Gedanken, aber 300 - 500 Tsd € unter dem Hintern, da lasse ich lieber Vorsicht walten.

    Die englische Flottille hat inzwischen mithilfe ihres Staffs abgelegt, alle sind wohlbehalten weg. Was die können, können wir schon lange, also ab durch die Mitte, problemloser Ableger, die Yacht wird trotz der starken Fallwinde nur mäßig vertrieben und so gelangen wir aus der Bucht ins offene Ionische Meer.
    Wind primär, naja, dann aber doch deutlich auffrischend und nach einer Dreiviertelstunde können wir die Segel setzen, Genua und Großsegel werden gesetzt und das Boot läuft, ein Traum. Es wird ein toller Segeltag werden.
    Wir machen teilweise bis knapp über 8 kn pro Stunde, das Boot krängt stark, was sich durch die Sachen die wir nicht ganz so gut verstaut haben in der Kajüte doch recht bald bemerkbar macht. Es fliegt leider einiges umher, Gottseidank geht bis auf einen nicht so gut verstauten Teller, nichts kaputt. Das Segeln ohne Motor hat doch eine völlig andere Qualität als dieses nervtötende monotone Motorengeräusch. Wir müssen zwar ein paar längere Schläge machen und das Boot entsprechend wenden, aber das Schiff reagiert ausgesprochen freundlich, einziger Nachteil, der Verklicker, das ist der Windrichtungsanzeiger, ist kaputt und die Windanzeige zeigt eigentlich nur Fahrkarten, aber auf keinen Fall etwas Richtiges an, hat zur Folge das automatisches Wenden nicht genutzt werden kann. Großsegel und Selbstwendefock sind jedoch eine große Hilfe und so kommen wir gut voran. Wir segeln so, das jeder der möchte, heute mal ans Ruder kann. Marko gibt öfters mal einen Kommentar ab und erzählt uns noch so einiges über das Segeln, er hat natürlich durch seine Regattasegelei jeden Mittwoch ein großen Erfahrungsschatz und lässt uns daran teilhaben.
    Kurzum es macht allen richtig Spaß und ist ein schöner Tag. ⛵️⛵️👍😎
    Wir erreichen gegen 15.00 die Bucht von Vasiliki auf der Insel Lefkada und laufen in den Hafen ein, die neu erbaute Marina ist nach wie vor komplett gesperrt, unverständlich warum. Das Anlegen mit Buganker, römisch-katholisch ist etwas spannender als sonst da wir einen nicht unerheblichen Versatz durch den doch recht starken Wind haben, es gelingt dennoch.
    Hier hat sich seit einem halben Jahr gar nichts getan. Später erfahren wir,das der inzwischen wiedergewählte Bürgermeister alles daran setzen will den Betrieb der Marina aufzunehmen, denn sie haben Toiletten, Duschen, Elektrizität und Wasser, alles nagelneu und nicht in Benutzung.
    Der Segeltag war recht anstrengend und ich haue mich erstmal für eine Stunde aufs Ohr, Dia und Marko gehen irgendwo spazieren, auf der anderen Seite der Bucht ist ein Camp für Windsurfing und Kiteboarding, die flitzen mit atemberaubender Geschwindigkeit über das Wasser und vollführen gewaltige Sprünge und Saltos.
    Dia sorgt mittels Karte noch für Strom und Wasser, Sascha hat sich zwischenzeitlich um den abendlich Aperitif gekümmert und serviert für alle Aperol-Spritz. Heute haben wir uns den Anleger und den jetzt kredenzten Aperitif wirklich redlich ersegelt.
    Beschwingt geht es um 20 Uhr zum Essen. Nachdem wir uns mittags schon einen Imbiss gegönnt hatten fällt der Hunger diesmal nicht ganz so groß aus, dafür sind wir umlagert von einer Schar der örtlichen Katzen, die wir, wie wir erst im Nachhinein erfahren, wohl eher zum Missvergnügen des Bürgermeisters und Restaurantbesitzers in Personalunion füttern. Irgendwann kommt er mit einer Sprühflasche,- Inhalt unbekannt-, dann sind wir die Katzen 🐈 🐈‍⬛wieder los.
    Gegen 22 Uhr kehren wir zur Yacht zurück, die bulgarische Katamarantruppe, der Kat liegt neben uns, sitzt noch in der Kneipe und kehrt nach und nach nach, mehr oder weniger betütert auf ihr Schiff zurück, aber,- Gottseidank, sie sind leise und saufen wohl an Bord nicht weiter.
    Marko und ich hocken noch eine Weile im Cockpit und irgendwann schlägt auch für uns die Stunde.
    Hinunter geht es zu zu den zweibeinigen Sägewerken, kein Wunder das die Umgebung hier eher kahl ist, so schnell wachsen die 🌲 Bäume nicht nach und im Oktober waren wir zuletzt hier.
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