Zwölfter Reisetag, Gaios - Syvota
May 13, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 21 °C
Dia ist, wie so oft als erster wach und ich sehe ihn noch losstiefeln, Greek Coffee und Brot, ziehe es aber vor erstmal duschen zu gehen. Ich räume mit Heinz erstmal Cockpit und Kombüse auf und wasche ab, danach löst Klaus uns in der Kombüse ab und bereitet Kaffee. Der erste Schluck warmen Kaffees weckt die Lebensgeister so richtig.
Geplantes Ziel heute heißt Syvota, ein kleiner Ort der etwas südlich von Igoumenitsa liegt, er zeichnet sich durch schön gelegene, bewaldete Buchten und einige vorgelagerte Inseln, allerdings auch durch zahlreiche Untiefen zwischen den drei kleineren vorgelagerten Inseln aus. Wir schauen mal wie dort die Liegeplätze sind, in neueren Berichten werden dort astronomische Hafengebühren bei kaum vorhandenen Versorgungsstrukturen, verlangt. Wir haben mit Platarias, Igoumenitsa und Sagiada genügend Ausweichmöglichkeiten.
8.45 starten wir den Motor und laufen aus, ablegen scheint etwas einfacher als anlegen und Klaus dreht noch eine kleine Runde im Hafen von Gaios, Sascha filmt unser Auslaufen aus dem schönen Paxos.
Auf der offenen See scheint etwas Wind zu herrschen, nach etwa 2 sm hissen wir nacheinander Genua und Großsegel und bewegen uns dann mit einer Geschwindigkeit von 2-3 kn nordwärts. Wir haben ausreichend Proviant an Bord😬😂.
Auf einmal ein großes Ahhh. Wir sehen Delfine die im Gefolge eines Trawlers schwimmen und springen wie man es sonst nur aus den Delfinarien kennt, ich habe so etwas in Natura noch nie gesehen, herrlich wie sie sich aus dem Wasser katapultieren( siehe Video). Es werden unvergessliche Bilder bleiben, man könnte stundenlang zuschauen.🐬👍😎
Irgendwann wird es dann von der Fahrt her langweilig und wir holen gegen 11.30 die Segel wieder ein und laufen Syvota unter Motor an. Es wäre schön gewesen, wenn wir zwischen den vorgelagerten kleinen Inseln hätten durchfahren können, hier ist allerdings ein Tiefgang von max 2 m zulässig, die Gefahr einer Grundberührung und damit die Beschädigung der Yacht wäre zu riskant. Es gibt dort viele Seegraswiesen die zudem unter Naturschutz stehen. Also gemütlich außen rum.
Gegen 12.30 laufen wir in Syvota ein, schauen uns erst einmal um und werden dann vom Hafenmeister an den Kai gelotst, es gibt Muringleinen, der Wind ist ablandig, der Anleger klappt beim ersten mal. Votivgabe an Poseidon, dann das erste Bierchen des Tages. Die Hafengebühr beträgt 67€, dafür gibt es zwei Muringleinen, etwas Hilfe vom Hafenmeister, der auch Deutsch spricht und Strom. Toiletten oder Duschen: Fehlanzeige. Es ist schon eine üble Geschichte wenn die kleinen Marinas von großen Gesellschaften, hier ist es die Grimaldi-Gruppe, übernommen werden und nur noch die Geldgier Oberhand behält.
Das erste Bierchen scheint die Eröffnung eines weiteren Gelages zu sein, einen Schluck Portwein genieße ich noch, dann verabschiede ich mich mit zwei Salamibroten im Bauch zum Mittagsschlaf.
Als ich aufwache liegen einzelne Crewmitglieder im Mittagsschlaf, einige schicken Bilder von einem ausgedehnten Mittagsspaziergang und Marko betritt das Boot etwas „ angefressen“. Er war in einer kleinen nördlich gelegenen Bucht kurz baden und bemerkte dann das kleine Fische an ihm knabberten,er hatte eine kleine aufgekratzte Stelle am Oberschenkel, als es jedoch leicht zu bluten anfing gab er das Schwimmunterfangen auf um das Eintreffen größerer Fische nicht erst abzuwarten.
Heute habe ich mal Lust auf ein Eis, Bier muss nicht schon wieder sein und so setze ich mich mit Marko in das gegenüberliegende Café und esse ein Eis mit Maraschino-Kirschen. Heinz und Dia kommen dazu und stillen ihren Hunger auf Eis ebenfalls, schmeckt sehr lecker. Mal schauen ob wir heute Abend überhaupt noch Hunger haben werden.
Gegen 19.30 treibt es dann doch einen offensichtlich völlig ausgehungerten Haufen von Seefahrern in die zuvor von Dia ausgespähte Taverne namens Ostria.
Schönes Ambiente, guter Platz, in Bezug auf den Wirt können wir uns nicht richtig entscheiden, entweder „heavily bockless“, leicht verzweifelt weil er dauernd berichten muss das bestimmte Speisen nicht mehr vorrätig seien oder einfach genervt das doch noch Gäste kommen. Naja, wir kommen dann doch noch zu einem ganz vernünftigen Mahl und gehen letztlich nach etwa zwei Stunden wieder von dannen.
Die abendlichen Runden im Cockpit werden immer kleiner, erschöpfungsbedingt begeben sich die meisten relativ schnell zur Ruhe. Marko und ich hocken noch eine Weile da und so gegen 23 Uhr ist dann auch für uns finito. Da ich meistens zwischen 6 - 6.30 aufstehe sind es doch Rechtslage, allerdings sehr schöne Tage.
Morgen in 14 Tagen liege ich auf dem Tisch zur Op, ein etwas mulmiges Gefühl kommt manchmal auf, es ist noch einiges zu regeln.Read more






















