Auf den Spuren von Pablo Escobar
February 27 in Colombia ⋅ ☁️ 26 °C
Nach den letzten intensiven Tagen starteten wir heute endlich mal richtig entspannt in den Tag. Wir schliefen bis halb zehn und holten dringend benötigten Schlaf nach. Danach ließen wir uns noch etwas Zeit im Zimmer, gaben unsere Wäsche ab und besorgten uns das Nötigste im Supermarkt. Es tat gut, einfach mal ohne Zeitdruck in den Tag zu starten.
Um 13 Uhr begann dann unsere Escobar-Tour, auf die wir uns alle sehr gefreut hatten. Unser Guide war super sympathisch und erzählte sehr anschaulich, trotzdem waren wir insgesamt ein wenig enttäuscht, weil wir uns manche Dinge anders vorgestellt hatten.
Unser erster Stopp war eine Gedenkstätte für die Opfer des Drogenkriegs. Dort erfuhren wir viele persönliche Geschichten und bekamen ein besseres Gefühl dafür, wie sehr die Gewalt das Land geprägt hat. Es war bewegend, aber auch ruhig – es gab nicht viele visuelle Eindrücke, sondern vor allem Erzählungen. Für diejenigen aus unserer Gruppe, die weniger Englisch verstanden, war es deshalb etwas schwieriger, alles mitzunehmen. Wir übersetzten so gut wir konnten.
Danach fuhren wir hinauf in die Berge zur ehemaligen Gefängnisanlage La Catedral.
Das war kein gewöhnliches Gefängnis. Escobar hatte es selbst bauen lassen, nachdem er sich 1991 den Behörden gestellt hatte – unter der Bedingung, dort „inhaftiert“ zu werden. In Wirklichkeit war es eher eine luxuriöse Festung mit Ausblick über ganz Medellín. Es gab dort unter anderem ein Fußballfeld, eine Bar und genug Platz für seine engsten Vertrauten. Von hier aus führte er weiterhin sein Kartell. Als die Regierung ihn später in ein echtes Gefängnis verlegen wollte, floh er einfach. Heute ist von der Anlage nicht mehr viel übrig, und ein Kloster steht dort. Trotzdem war es beeindruckend, an diesem Ort zu stehen und sich die Geschichte vorzustellen.
Anschließend besuchten wir ein Viertel und ein Fußballfeld, das er für die Bevölkerung bauen ließ. Unser Guide erklärte, dass Escobar für viele Menschen nicht nur ein Verbrecher war, sondern auch jemand, der Schulen, Häuser und Sportplätze finanzierte. Diese Gegensätze machten seine Geschichte noch komplexer.
Zum Abschluss der Tour besuchten wir seinen Friedhof.
Dort erfuhren wir auch von einer weiteren berüchtigten Figur des Drogenhandels. Ihre Geschichte soll noch brutaler gewesen sein als seine. Keiner von uns kannte sie vorher, aber unser Guide empfahl uns die Serie Griselda, die ihr Leben erzählt. Das steht jetzt definitiv auf meiner Liste.
Am späten Nachmittag kehrten wir zurück ins Hotel. Abends gingen wir noch zu einem Italiener und genossen ein entspanntes Abendessen. Danach ließen wir den Tag ruhig ausklingen – mit vielen neuen Eindrücken und gemischten Gefühlen über das, was wir gelernt hatten.Read more




