• WHW Etappe 6

    27. maj, Skotland ⋅ ⛅ 10 °C

    von Kinghouse Hotel nach Kinlochleven 24 km mit 1000 hm
    Die Nacht war wieder so durchwachsen. Dennoch bin ich tagsüber dann nicht müde sondern voller Energie. Ich habe das Gefühl nun immer mehr in den Wanderrhythmus zu finden. Mental wie auch körperlich. Nur leider ist es bald vorbei. Deshalb genieße ich die letzten Tage umso mehr.
    Ich war immer noch unschlüssig was ich außer der normalen Tagesetappe noch machen könnte.
    Beim frühstücken auf der Brückenmauer in der Sonne, kam Darren nochmal und fragte ob ich den hoch auf den Berg gehen würde. Ich meinte ich würde mich nicht so recht trauen. Er erklärte das es wirklich einfach wäre und ich ja nur zum ersten Gipfel könnte. Da entschied ich das zu machen. Das Wetter war auch traumhaft schön. Schon morgens blauer Himmel und Sonne. Arno hatte das Gespräch mitbekommen und überlegte sich mit anzuschließen.
    Ich packte dann alles zusammen und fragte im Hotel nach ob ich meinen großen Rucksack dort deponieren könnte. Das klappte dann auch. Als ich los wollte stand Arno auch da und meinte er würde gerne mit. So fand auch sein Rucksack den Platz im drying room und wir zogen los. Natürlich hatte ich mich vorher von Christina und Daniel verabschiedet im wissen dass wir uns abends wieder sehen würden.
    Wir zwei gingen dann zunächst Richtung Skilift und GlenCoe Center. Dort wird gerade kein Ski gefahren aber Downhill für Mountainbiker. Wir fanden den Footpath und machten uns an den Aufstieg. Es waren auch ein paar wenige andere Leute unterwegs. Immer wieder bestaunten wir die Landschaft. Die Berge und die Moore. Oben angekommen war der Ausblick gigantisch und mich überkam das erste Hochgefühl. Selten war ich bei so schönem Wetter in Schottland unterwegs. Wir redeten gar nicht mal so viel, da auch jeder mit sich beschäftigt ist. Soviel sei aber gesagt: Arno kommt aus Korsika und arbeitet dort als Krankenpfleger. Er ist insgesamt zwei Monate in Schottland. Er war schon auf Skye, nun der WHW und anschließend wandert er noch den anmarkierten Cape Warth Trail. Interessant fand ich dass er bei seiner Einstellung auf der Arbeit direkt die Bedingung geäußert hatte, im Sommer drei Monate frei zu haben. Nur dann würde er die Stelle annehmen. Und darauf ließ der Arbeitgeber sich dann ein. Auch nicht schlecht 🤷‍♀️
    Wir brauchten für unseren Abstecher 2,5 Stunden. Wieder beim Hotel schulterten wir unsere Rucksäcke und machten uns auf die vorletzte Etappe. Mein Rucksack ist viel leichter als seiner. Ich habe kaum noch Essen drin. Er hingegen schleppt über 20 kg. Für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Die Sonne schien warm und unerbittlich vom Himmel. Ich cremte mich gut ein, da die stete Brise dazu verleitet es nicht so zu merken wenn man verbrennt.
    Die Landschaft blieb wunderschön. Die Straße in unmittelbarer Entfernung störte mich nicht. Zu sehr begeisterten mich die Berge 🧡 Heute gab es dann den ersten richtigen Aufstieg für alle 😂 diesen verlängerte ich dann noch etwas. Genoss die grandiose Aussicht ganz alleine. Arno war hinter mir da er mit dem schweren Rucksack nicht so schnell war. Da ich später auf der Strecke war , waren viele Wanderer schon vorweg und die Strecke eher leer. Lustigerweise trafen wir noch Darren. Dieser war mal eben nach Kinlochleven zum einkaufen. Und dann wieder zurück. Krasser Typ.
    Einmal über die Anhöhe rüber ging es stetig bergab. Sehr sehr lange runter. Die Sonne schien weiterhin und die Landschaft war super schön. Dennoch war ich froh als endlich das Schild vom Camping Platz sah und Arno war schon da. Auch die Zelte von Daniel und Christina. Zelt Aufbau, duschen und was abkühlen. Ich fühlte mich sehr warm und mein Gesicht glühte. Alle sahen etwas fertig auf. Am Ende standen über 30 Zelte hier. Cooler Anblick.
    Arno und ich gingen noch was essen. Die anderen beiden kochten sich selber etwas. Nach dem diner ging es noch kurz in den Coop und dann quatschte ich noch was mit den beiden Deutschen. Der Austausch ist immer lustig. Dann ab ins Zelt.
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