• Tag 19 El Acebo - Cacabelos 31 km

    April 28, 2025 in Spain ⋅ ☀️ 25 °C

    El Acebo San Miguel - Molinaseca - Ponferrada - Fuentes Nuevas - Cacabelos 31 km. Sieben Uhr dreißig stehe ich auf der Straße. Ohne Kaffee. Der Hospitalero zeigt mir gestern Abend noch seinen Automaten, wo die Pellegrinos am Morgen einen Kaffee bekommen könnten. Seinen Automatenkaffee kann er selber trinken. An der nächsten Straßenecke wartet schon Carl, der Österreicher. Eigentlich freue ich mich Gesellschaft zu haben. Der letzte Tag mit ihm nach Leon rein war doch klasse. Es geht die ersten zweieinhalb Stunden des Tages so weiter, wie der gestrige aufgehört hat. Über Felssteinrinnen nur nach unten und nach unten und nach unten. Nach dreieinhalb Kilometern kommt Riego de Ambros. Ein winziger Ort, aber am frühen Morgen hat bereits die Kirche geöffnet und es gibt sogar einen Stempel in den Pilgerpass. Es geht dann weiter über Felssteinrinnen. Meine Knie fangen an zu schmerzen. Die müssen ja das ganze Gewicht abfangen. Nach zweieinhalb Stunden haben wir acht Kilometer gemeistert, nur steil bergab, und sind in Molinaseca. Genauso wie Castrojeriz in einem Tal der Meseta hat Molinaseca den Titel "Bonitos de Espana" erhalten. Und zu Recht. Gleich hinter der Brücke, im "Aleson de Palacio", gibt es den langersehnten Kaffee und einen Croissant. An einem Photo an der Wand sehe ich, daß auch schon der spanische König hier zu Gast war. Der Ort hat wirklich eine sehr schöne alte Innenstadt. Acht Kilometer weiter kommt Ponferrada. Wir müssen wieder ein bisschen bergauf und diese Stadt überrascht mit einer sehr alten Burganlage. Wir verlassen Ponferrada. Zwei Orte weiter, in Fuentes Nuevas beschließen wir, vierzehn Uhr, kurz mal unsere müden Füße auszuruhen. Es ist alles dunkel und wir erfahren, daß in ganz Spanien, ganz Portugal und in einem großen Teil Frankreichs komplett der Strom ausgefallen sein soll. Zum Pilgern braucht man ja keinen Strom. Ich gucke mal auf meine "Camino-Ninja-App" und meine zu Carl, daß wir bereits in acht Kilometern unser Tagesziel von 195 Restkilometern erreicht hätten. Na, die meisten wir doch noch. Unser Tagesendziel lautet heute Cacabelos. Ein sehr schöner Ort. Als wir ankommen gibt es immer noch keinen Strom. Und auch bis zum späten Abend nicht. Wir sitzen vor der Albuerge und ein deutsches Ehepaar kommt zu uns an den Tisch. Sie sind aus der Nähe von Hannover. Irgendwie scheinen sie Panik gekriegt zu haben. Wollen gucken, ob morgen ein Bus fährt. Die Leute machen sich immer lächerlicher. Um so besser ist die zusammengewürfelte Truppe vor der Albergue. Dreiviertel Zehn verschwinde auch ich im BettRead more