Tag Siebzehn
May 5–6 in Germany ⋅ ☁️ 12 °C
(English Version Below)
PILGERREISE INS LEBEN
TAG 3.598
05/05/2026
Schwülper -
Braunschweig -
Wolfsburg
Eine gute Nacht, wünscht mir ein lieber Mensch, in der Hoffnung, dass ich überhaupt schlafen kann.
Eigentlich bin ich davon ausgegangen, denn die Gespräche mit Claus waren gut, und Hilde hat sich in seinem Garten hervorragend ausgetobt.
Es regnet, und ich liebe das Geräusch, wenn wir im Dunkeln im Bus liegen, während die Tropfen mich in die Nacht wiegen.
Um ein Uhr morgens nehme ich eine halbe Ibu, weil ich Rückenschmerzen habe, die mit den Gedanken Ping-Pong spielen, sodass ich bald nicht mehr weiß, was schlimmer ist.
Natürlich rede ich mir gut zu, dass auch alles harmloser sein kann. Aber nachts, ohne Schlaf, da kommen die Gespenster und fressen deine Gedanken auf.
Um zwei Uhr falle ich in einen tiefen Schlaf, wache pünktlich kurz vor sechs Uhr auf. Es regnet schon wieder, wir fahren zu einem schönen Platz, gehen spazieren. Ich bin unendlich müde in den Kniegelenken. Hilde ist guter Laune.
Frühstück bei Claus, den wir haben ausschlafen lassen. Hilde macht den Garten unsicher, schaut mal in der Küche vorbei, wo wir ausgiebig frühstücken, ist aber viel zu beschäftigt, um sich länger auszuruhen.
Das tut sie später im Bus, als wir losfahren, und in Wolfsburg auf den Thomas warten, der das Seitenfenster reparieren will. Aber der Bus macht mir noch ganz andere Sorgen, die Servolenkung geht ganz schwer, wir scheinen ernsthafte Probleme mit dem Verlust der entsprechenden Flüssigkeit zu haben.
So langsam geht mir die Luft aus. Erstmal esse ich ne Dose Königsberger Klöpse. Kalt geht auch, wenn man Hunger hat. Thomas repariert das Seitenfenster. Das ist die gute Nachricht.
Dann kommt der Schock.
Lenkradgetriebe und Servopumpe sind total kaputt, der blaue Bus ist nicht mehr fahrbereit. Der Adac bringt ihn morgen zu meiner Tochter, dort können wir in ihm wohnen, Geld sparen, und ich kann mich um meine Erkrankung kümmern.
Im Juni besteht die Möglichkeit, dass er repariert werden kann und durch den Tüv gebracht wird. Es ist insbesondere Hilde's Zuhause und so soll es dann auch bleiben.
Heute Nacht stehen wir vor dem Haus in Wolfsburg. Es ist still in der Straße. Habe Hilde erst spät gefüttert, sie konnte nochmal im Garten der lieben Menschen ihren Hobbys nachgehen, und ist jetzt ziemlich erledigt.
Auch ich wurde gut versorgt, muss jetzt erstmal sehen, wie ich in der Situation zurecht komme. Auf eine Art bin ich ganz leer, wäre gerne in der Lage, mich die Tage davon zu machen. Jetzt muss ich die Situation aushalten, und das Beste daraus machen.
Ist ein bisschen wie ein Lockdown, mit all den Ungewissheiten. Aber natürlich hat auch so eine Zeit eine Chance verdient, das Lebenswerte im Dasein zu genießen.
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PILGRIMAGE INTO LIFE
DAY 3,598
May 5, 2026
Schwülper -
Braunschweig -
Wolfsburg
"Good night," a dear friend wishes me, hoping I'll actually be able to sleep.
I had assumed I would, since the conversations with Claus were good, and Hilde had a wonderful time playing in his garden.
It's raining, and I love the sound of it when we're lying in the dark in the bus, the drops lulling me into the night.
At one in the morning, I take half an ibuprofen because I have back pain that's playing ping-pong with my thoughts, so soon I don't know which is worse.
Of course, I try to reassure myself that it could all be something less serious. But at night, without sleep, the ghosts come and devour your thoughts.
At two o'clock, I fall into a deep sleep and wake up promptly just before six. It's raining again, so we're driving to a beautiful spot for a walk. My knees are incredibly tired. Hilde is in a good mood.
Breakfast at Claus's, whom we let sleep in. Hilde is romping around the garden, popping into the kitchen where we're having a leisurely breakfast, but she's far too busy to rest for long.
She does rest later in the bus, when we set off and wait in Wolfsburg for Thomas, who's going to fix the side window. But the bus is causing me other worries entirely; the power steering is incredibly stiff, and we seem to be having serious problems with a fluid leak.
I'm starting to feel a bit sluggish. First, I'll eat a can of Königsberger Klopse (meatballs). Cold is fine when you're hungry. Thomas fixes the side window. That's the good news.
Then comes the shock.
The steering gear and power steering pump are completely broken; the blue bus is no longer roadworthy. The ADAC (German Automobile Club) is towing it to my daughter's tomorrow, where we can live in it, save money, and I can focus on my illness.
In June, there's a chance it can be repaired and passed its roadworthiness test. It's Hilde's home, and that's how it should stay.
Tonight we're parked in front of the house in Wolfsburg. The street is quiet. I fed Hilde late; she was able to enjoy her hobbies in the garden of these lovely people one last time, and now she's quite exhausted.
I've also been well taken care of, but now I have to figure out how to cope with the situation. In a way, I feel completely drained; I wish I could just take off for the next few days. Now I have to endure the situation and make the best of it.
It's a bit like a lockdown, with all the uncertainties. But of course, even a time like this deserves a chance to enjoy the good things in life.Read more



SchönwetterwandererSchon wieder eine Panne, das tut uns leid. Andererseits, vielleicht tut euch ein bisschen Ruhe auch gut. Wir drücken fest die Daumen, das sich alles gut auflöst. 🙋🏻♂️🙋🏻♀️🐶
TravelerDankeschön
TravelerIch glaube jetzt ist es an der Zeit, dass ich als stille Mitleserin eurer Reisen auch einmal ein paar Worte schreibe: ich wünsche euch sehr, dass sich alles zum Besseren wendet und ihr beide euer Unterwegssein fortsetzen könnt. Alles, alles Gute!
TravelerJa vielen Dank, Alex, die Zeichen stehen gut. Und mit jeder solcher Erfahrung nehmen wir ja ein bisschen mehr mit, wie unsicher das Leben zwar sein kann, aber wie positiv sich die Dinge auch entwickeln können.
TravelerWie schön, dass es sich entwickelt. Ich kann das zurzeit ganz besonders gut nachvollziehen. Es war auch geplant, länger unterwegs zu sein, aber manchmal kommen die Dinge eben anders...