• Tag Zweiundfünfzig

    Jun 9–10 in Germany ⋅ ⛅ 17 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.633
    09/06/2026
    Dülmen

    Gestern Abend habe ich ein Ibu genommen, um besser einschlafen zu können, wenn die Schmerzen sich entspannen. Aber Hilde geht es nicht gut. Sie hechelt angestrengt und ihr ganzer Körper ist in Bewegung.

    Sie legt sich neben mich, und ich lege meine Hand unter ihren kleinen Kopf, weil ich merke, dass ihr das gut tut. Ich muss mich anstrengen, wachzubleiben, weil sie mich jetzt braucht.

    Nach einer kleinen Ewigkeit steht sie auf, legt sich auf ihren Fahrersitz und schläft ruhig ein.

    Ich bin noch wach, schaue immer wieder nach ihr, sehe wie der Atem sich beruhigt und der ganze Körper entspannt. Das nächste Mal wache ich in der Nacht auf, schalte den Ventilator aus, weil die Temperatur im Bus angenehm ist.

    Morgens regnet es, Hilde schläft ein bisschen länger, und ich beantworte Nachrichten, die im Laufe der Nacht eingegangen sind. Ich freue mich über diese virtuellen Kontakte, weil es in der Realität unseres Lebens aktuell wenig persönliche Begegnungen gibt. Mit Ausnahme natürlich von Alex, den ich grade täglich sehe.

    Wir fahren wieder zur Taverne und gehen dort spazieren. Auf der Fahrt habe ich unterhalb von der Autobahn einen Parkplatz gesehen, der wunderschön von Blumenbeeten umrahmt ist. Hier frühstücken wir heute, während Sonne und Regen ein abwechslungsreiches Stimmungsbild zeichnen.

    Gerade habe ich mich für ein Schläfchen hingelegt, da klingelt das Telefon. Die ATU sagt mir, dass alle Teile angekommen sind, sodass ich sie gegen Mittag abholen kann. Welche Überraschung!

    In Dorsten tanken wir Wasser am Reisemobilhafen und treffen den alten Lastwagenfahrer mit seiner Wohnung hinten drauf und der Aufschrift Marocco - Nordkap. Sie fahren nur noch kleine Strecken nach Norden, aber nicht mehr in den Süden, der so hoffnungslos überlaufen ist.

    Vor zwei Jahren wollten sie in ihr Apartment in der Stadt ziehen. Aber da sie im dritten Stock wohnen, gab es die Idee, ins Betreute Wohnen einzuziehen. Doch lange hat es nicht gedauert, so erzählt er, dann habe die Frau gesagt, sie vermisse den Lastwagen, den sie eigentlich schon an Freunde weitergeben wollten.

    Wir sehen uns jedes Jahr und werden zusammen alt, wobei er mir noch ein paar Jahre voraus ist. Bei ATU hole ich die Ersatzteile ab, und fahre dann zu Alex, der seinen T4 in den letzten beiden Tagen fertig gemacht hat.

    Wir fahren zum TÜV, wo sein Fahrzeug die heißersehnte Plakette bekommt. Jetzt noch meinen Bus reparieren, dann kann er mit seiner Familie den Sommerurlaub planen.

    In Erkenschwick gibt es eine große Parkplatzanlage in der Nähe eines Freizeitparks, wo am Nachmittag schon viele Menschen, oft mit Kindern, unterwegs sind. Auf einer unteren Terrasse ist nichts los und so können wir ungestört dort spazieren gehen.

    Auf einem Rastplatz an der Autobahn, wo fast jeder Platz schon von Lastwagen besetzt ist, machen wir Abendessen, damit wir später bei der Blumenwiese den letzten Gang machen können.

    Dummerweise habe ich mich heute ge-undav-t, und schleppe mich jetzt mit einer leichten Zerrung unterhalb der Pobacke herum, die mich beim Gehen stört.

    Der Stellplatz ist nur zum Schlafen geeignet und heute müssen wir auf den großen Parkplatz ausweichen, wo schon ein Camper parkt. Jetzt haben wir die Hecke auf unserer rechten Seite.

    Habe Musik von den Byrds aufgelegt, eine so schöne Musik aus der Zeit von Easy Rider, die mir gut tut.

    https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lipAw…

    Der Himmel hat schon mal seine Schäfchenwolken zum Mitzählen ans Blaue geknüpft, falls wir nachher nicht einschlafen können.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,633
    June 9, 2026
    Dülmen

    Last night, I took an ibuprofen to help me fall asleep as the pain eased. But Hilde isn't doing well. She is panting heavily, and her whole body is restless.

    She lies down next to me, and I place my hand under her small head because I can tell it soothes her. I have to make an effort to stay awake because she needs me right now.

    After what feels like an eternity, she gets up, lies down on the driver's seat, and drifts into a peaceful sleep.

    I stay awake, checking on her repeatedly, watching her breathing steady and her body relax. I wake up again later in the night and turn off the fan because the temperature inside the van is comfortable.

    It’s raining in the morning; Hilde sleeps a little longer, and I answer messages that came in overnight. I appreciate these virtual connections, as there are currently few face-to-face encounters in our real lives—with the exception, of course, of Alex, whom I see every day right now.

    We head back to the tavern and go for a walk there. On the drive over, I spotted a parking area below the motorway, beautifully framed by flowerbeds. That’s where we’re having breakfast today, as the sun and rain create an ever-changing atmosphere.

    I’ve just lain down for a nap when the phone rings. ATU tells me all the parts have arrived, so I can pick them up around midday. What a surprise!

    In Dorsten, we fill up on water at the motorhome park and run into the old truck driver—the one with the living quarters mounted on the back and "Morocco – North Cape" painted on the side. They only make short trips north these days, avoiding the south, which has become hopelessly overcrowded.

    Two years ago, they had planned to move into their city apartment. But since it’s on the third floor, they considered moving into assisted living instead. It didn't take long, though—so he tells me—before his wife said she missed the truck, which they had actually intended to pass on to friends.

    We see each other every year and are growing old together, though he’s a few years ahead of me. I pick up the spare parts from ATU and then drive to see Alex, who has spent the last two days getting his T4 ready.

    We head to the inspection center, where his vehicle gets that long-awaited sticker. Now just to get my bus fixed, and then he can start planning his summer holiday with his family.

    In Erkenschwick, there is a large parking area near a leisure park where plenty of people—often with children—are already out and about in the afternoon. It’s quiet on the lower terrace, so we can take a walk there undisturbed.

    We stop for dinner at a highway rest area—where almost every spot is already taken by trucks—so that we can take our final walk of the day later by the wildflower meadow.

    Unfortunately, I overdid it today; I’m now hobbling around with a slight strain just below my buttock that bothers me when I walk.

    The designated parking spot is really only suitable for sleeping, and today we’ve had to move to the large parking lot, where another camper is already parked. We now have the hedge on our right-hand side.

    I’ve put on some music by The Byrds—beautiful music from the *Easy Rider* era that does me good.

    https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lipAw…

    The sky has already dotted the blue with little fleecy clouds for us to count, just in case we can’t fall asleep later.
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