Hesel
Jun 20–21 in Germany ⋅ ⛅ 30 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.644
20/06/2026
Hesel
Um fünf Uhr morgens versuche ich die Stützstrümpfe über die heißen Beine zu ziehen, was kaum gelingt. Es war eine kurze Nacht, voller Hitze und wenig Schlaf, sodass ich in den Morgenstunden endlich in einen tiefen Schlaf verfalle.
In der Unwetterwarnung - App sehe ich, dass es im Norden unproblematisch ist. Außerdem ist die Temperatur fünf Grad niedriger. Eine dritte Nacht halten wir nicht mehr aus, sodass wir nordwärts fahren.
Erstmal macht das keinen Unterschied, denn es ist weitgehend windstill und die Sonne brät vom blauen Himmel. Gute Schattenplätze sind Mangelware, aber auch sie sind nur dann kühler, wenn sie den ganzen Tag über im Schatten liegen.
Wind kommt da schon besser, selbst wenn es nur eine leichte Brise ist. Natürlich mag das Quatsch sein, für zwei Tage so viele Kilometer zu fahren. Aber erstens ist die Hitze nur unterwegs gut zu ertragen. Und zweitens sind unsere Nächte nicht mit einer Wohnung zu vergleichen.
Als ich in der Nacht die Seitentür geöffnet habe, brachte die frische Luft, die ja immer noch um die zwanzig Grad war, meine nackte, verschwitzte Haut zum Frösteln. Einige Minuten später, ich hatte grade die Tür geschlossen, brach mir erneut der Schweiß aus, und ich fühlte mich wie im Fieberwahn.
Hilde dagegen liegt wie tot vor den Pedalen, wenn sie aufhört zu hecheln, das Maul leicht geöffnet, die Augen geschlossen. Auch bei ihr hat das ewig gedauert, bis sie einschlafen konnte. Ich lege Kühltücher auf sie, solange sie oben auf den Sitzen liegt. Unten rutschen die leider schnell von ihrem Körper ab.
Nördlich von Werlte machen wir eine längere Pause unter Bäumen. Hilde schläft, mir läuft der Schweiß, aber ich muss etwas essen.
In der Gegend von Esterwegen parke ich an der Ohe, sodass Hilde ein Bad nehmen kann. Triefend nass kommt sie zurück zum Bus und ist happy.
In Apen läutet der Glockenturm die sechste Stunde ein, Zeit für die Abendmette.
Letztendlich hat uns der liebe Gott noch einen schmalen Parkplatz auf einem vollbesetzten Stellplatz frei gehalten. Mit netten Nachbarn, einem grünen Baum im Blick, und einem kühlen Wind durch die Seitentür.
Hilde ist passend zum Juni läufig geworden. Ich erinnere mich noch gut an die Novemberreise mit Vasco, der von einem Moment zum anderen getrennt von Hilde spazieren gehen musste mit Brigitte.
Heute Nacht fällt die Temperatur auf fünfzehn Grad, ich freue mich auf eine ruhige, angenehme Nachtruhe.
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A TRIP INTO THE COUNTRYSIDE
Day 3,644
June 20, 2026
Hesel
At five in the morning, I try to pull my compression stockings onto my overheated legs—a task I barely manage. It was a short night, filled with heat and very little sleep, so I finally drift into a deep slumber during the early morning hours.
Checking the severe weather warning app, I see that conditions in the north are better; the temperature is five degrees lower, too. We can’t bear the thought of a third night here, so we head north.
At first, it makes no difference, as the air is largely still and the sun is blazing from a blue sky. Shady spots are scarce, and even those only stay cool if they remain in the shade all day long.
A breeze makes things much more bearable, even if it’s only a light one. Of course, driving so many miles for just two days might seem like nonsense. But for one thing, the heat is only truly tolerable when we’re on the move. And for another, our nights can’t be compared to sleeping in a regular apartment.
When I opened the side door during the night, the fresh air—still around twenty degrees—made my bare, sweaty skin shiver. A few minutes later, just after I’d closed the door, I broke into a sweat again and felt delirious, as if in the grip of a fever.
Hilde, meanwhile, lies motionless in front of the pedals once she stops panting—her mouth slightly open, her eyes closed. It took a long time for her to fall asleep, too. I place cooling cloths on her while she’s lying up on the seats; down below, unfortunately, they tend to slide right off her body.
North of Werlte, we take a long break under the trees. Hilde sleeps and I’m sweating, but I need to eat something.
Near Esterwegen, I park by the Ohe stream so Hilde can have a dip. She returns to the bus dripping wet and happy.
In Apen, the bell tower chimes the hour of six—time for evening prayers.
In the end, the good Lord saved a narrow spot for us at a fully occupied parking area—complete with nice neighbors, a view of a green tree, and a cool breeze drifting in through the side door.
Hilde has gone into heat, just in time for June. I still vividly remember our trip in November with Vasco, who—from one moment to the next—had to go for walks with Brigitte, separate from Hilde.
Temperatures are dropping to fifteen degrees tonight; I’m looking forward to a quiet, comfortable night’s sleep.Read more












